Filmkritiken

Gold (2016): McConaugheys unscheinbarste Rolle — und seine aufrichtigste

Jun Satō

Das erste Bild, das in Gold wirklich zählt, ist ein Bauch. Matthew McConaughey erschien am Drehort mit zwanzig Kilo mehr als gewohnt — kahl, absichtlich abgenutzt — und betritt die Szene auf eine Weise, die dem Charakter vorauszugehen scheint: die körperliche Tatsache kommt vor jedem narrativen Argument. Stephen Gaghan hat das bewusst so entschieden. Er engagierte einen Schauspieler, der für körperliche Anziehungskraft steht, und entzog ihm diese, weil Kenny Wells — Glücksritter, Träumer, Zocker — ein Mann ist, den sein eigenes Verlangen bereits auffrisst. Der Körper sagt es, bevor die Geschichte es erzählt.

Der Film schöpft lose aus dem Bre-X-Skandal, einem der größten Bergbaubetrugs in der kanadischen Geschichte: ein Unternehmen, das behauptete, riesige Goldvorkommen in Borneo entdeckt zu haben, dessen Börsenwert in die Milliarden schnellte — bis der Schwindel aufflog. In Gaghans Fassung wagen sich Wells und der Geologe Michael Acosta (Edgar Ramírez) in den indonesischen Dschungel, entdecken scheinbar den Fund des Jahrhunderts und beobachten, wie Banken, Investoren und Regierungsvertreter einströmen. Die Falle ist früh gestellt: Man ahnt, dass etwas nicht stimmt, bevor die Figuren es spüren.

Kameramann Robert Elswit behandelt den Dschungel — größtenteils in Thailand gedreht — nicht als Kulisse, sondern als Argument. Die Dichte des Blätterdachs suggeriert Verborgenheit. Das Licht dringt kaum durch. Jeder Bildausschnitt behauptet, dass das Wichtigste hier verborgen liegt und dass das Vordringen in diese Landschaft eine Entscheidung gegen die Vernunft ist. Es sind nicht die heroischen Tropen des Abenteuerfilms. Es ist eine Umgebung, die menschlichem Ehrgeiz schlicht den Dienst verweigert.

McConaugheys Leistung ist das Gravitationszentrum des Films. Er spielt Wells nicht als romantischen Gauner, sondern als etwas Unbequemeres: einen Mann, der an sich selbst glaubt mit einer Überzeugung, die jede Evidenz längst überholt hat. Die physische Transformation dient dieser Lesart präzise — Wells sollte nicht wie jemand aussehen, auf den man setzt. Das Kunststück ist, dass McConaughey einen dennoch dazu bringt, durch die Qualität seines Begehrens, die besondere Textur seiner Not. Es ist eine seiner besten Leistungen der Post-McConaissance-Ära, abgeliefert in einem Film, der zu still verteilt wurde, um die verdiente Anerkennung zu erhalten.

Gold spielte weniger als sein Budget ein, verschwand in zwei Wochen aus den Kinos und führt seitdem ein stilles Leben als Film, den Menschen entdecken und leise empfehlen. Die retrospektive Verteidigung stützt sich nicht auf kohärente Brillanz — das Drehbuch hält mit McConaughey nicht immer Schritt — sondern auf eine Verpflichtungsqualität, die sich nicht leicht abweisen lässt. Ein Film, der in fast jedem Bild weiß, was er mit seiner Oberfläche will.

Regie

Stephen Gaghan
Photo via The Movie Database (TMDB)

Stephen Gaghan

Fotos: The Movie Database (TMDB)

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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