Kino

James McAvoy wollte den jungen Picard spielen: Seine Star-Trek-Serie über Patrick Stewarts Captain kam fast zustande

Der X-Men-Star verrät, dass seine Miniserie Mutiny On the Stargazer das Geheimnis enthüllen sollte, das Picard sein Leben lang hütete
Liv Altman
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Nur wenige Schauspieler bauen eine Franchise-Karriere darauf auf, die Paraderolle eines anderen Stars zu übernehmen, und James McAvoy würde das gern ein zweites Mal tun. Nach vier Filmen als junger Charles Xavier, jener Figur, die Patrick Stewart im X-Men-Franchise begründet hat, wollte McAvoy nach eigenen Worten auch Stewarts andere prägende Rolle übernehmen, Captain Jean-Luc Picard, und zwar mit einer Star-Trek-Serie über die frühen Jahre des Offiziers. Das Projekt sei beinahe zustande gekommen.

Wie Deadline berichtet, verriet der Golden-Globe-nominierte Schauspieler im Podcast Happy Sad Confused, dass er eine Miniserie mit dem Titel Mutiny On the Stargazer vorgeschlagen hatte. „Das war eine ganze Idee, die ich hatte und die ich auch den Star-Trek-Leuten gepitcht habe, und wir hätten es fast gemacht“, sagte McAvoy. „Ich habe eine komplette Geschichte über einen frühen Picard. Alles, was ich in meiner Karriere wirklich will, ist, junge Versionen von Patrick zu spielen.“

Der Pitch war als abgeschlossene Geschichte angelegt, nicht als offene Endlosserie. McAvoy beschrieb ihn als „eine einmalige, eigenständige Staffel“, angesiedelt in der Zeit, „als er das Kommando über die Stargazer übernahm, und was wirklich passiert ist, und das Geheimnis, das er seine ganze Karriere lang hütet“. Die Reaktion sei positiv gewesen: „Sie waren begeistert, aber wir hatten logistische Probleme, weshalb wir es nicht machen konnten.“ Das Geheimnis verriet er nicht, und aus dem Bericht von Deadline geht nicht hervor, wem er die Idee vorgestellt hat.

Die Stargazer ist eine bedeutungsschwere Wahl. In der Star-Trek-Mythologie war sie Picards erstes Kommando, das Schiff, das er in der Schlacht von Maxia verlor – eine Vorgeschichte, die Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert bereits in der ersten Staffel etablierte. Die Epoche wurde auch schon in Buchform erkundet: Die sechsteilige Romanreihe Star Trek: Stargazer des Autors Michael Jan Friedman widmete sich Picards erstem Kommando. Und das Franchise der Streaming-Ära hat längst gezeigt, dass es gern in die Vergangenheit zurückblickt, etwa mit Star Trek: Strange New Worlds, das Captain Christopher Pikes Enterprise in den Jahren vor Kirk begleitet.

McAvoys Anspruch auf dieses Terrain gründet auf der X-Men-Linie. Er übernahm Professor Xavier von Stewart in den Prequels X-Men: Erste Entscheidung, Zukunft ist Vergangenheit, Apocalypse und Dark Phoenix. Stewart hatte die Rolle als Realfilmfigur in X-Men begründet und spielte sie weiter in X-Men 2, X-Men: Der letzte Widerstand, X-Men Origins: Wolverine, Wolverine – Weg des Kriegers und Logan – The Wolverine; in Zukunft ist Vergangenheit teilten sich beide die Figur.

Stewart spielte Picard sieben Staffeln lang in Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert, das von 1987 bis 1994 in der US-Syndication lief, also direkt an einzelne Lokalsender verkauft wurde, und kehrte zwischen 2020 und 2023 für drei Staffeln von Star Trek: Picard zurück. Friedmans Stargazer-Romane erschienen zwischen 2002 und 2004. McAvoys X-Men-Zeit erstreckte sich von 2011 bis 2019, und Stewart soll Xavier erneut in Avengers: Doomsday spielen, der am 18. Dezember in die Kinos kommt.

Bis auf Weiteres lebt Mutiny On the Stargazer dort, wo McAvoy es nach eigenen Worten aufbewahrt: als Geschichte, die er so sehr liebt, dass er abends mit ihr im Kopf einschläft.

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