Kino

Orion setzt auf Mahershala Alis Prestige und einen gestaffelten Kinostart mit Bassam Tariq

'Your Mother Your Mother Your Mother' startet erst in wenigen Kinos, bevor er sich ausweitet: Orion setzt auf einen zweifachen Oscar-Preisträger und das Modell des gestaffelten Starts
Veronica Loop

Orion Pictures hat sein zweites Leben als Label damit verbracht, den Beweis zu suchen, dass das erwachsene, starbetriebene Kinodrama nicht ausgestorben ist. Die Antwort in diesem Herbst lautet: ein zweifacher Oscar-Preisträger und ein Startmodell, dessen Nachruf Hollywood unablässig schreibt. Indem Amazon MGMs Arthouse-Arm Mahershala Ali das Plakat überlässt und den Film Stadt für Stadt ausrollt, wettet es darauf, dass Prestige plus Geduld noch immer ein Kinoereignis ohne Franchise im Rücken aufbauen kann.

Der Film heißt Your Mother Your Mother Your Mother, von Bassam Tariq inszeniert, produziert und geschrieben — ein dreifacher Credit, der ihn, noch ehe ein einziges Bild zu sehen war, als Autorenwerk und nicht als Studioauftrag rahmt. Wie Deadline zuerst berichtete, bringt Orion ihn in New York und Los Angeles heraus, bevor der Start in den folgenden Wochen ausgeweitet wird — die gestaffelte Architektur eines Platform-Starts statt eines breiten Kinostarts.

Das Duo bringt seine eigene Geschichte mit. Tariq war engagiert worden, um Marvels lange entwickeltes Blade-Reboot zu inszenieren, das um Ali herum gebaute Projekt, bevor er 2022 ausstieg — inmitten jener kreativen Turbulenzen, die diesen Film seit Jahren verfolgen. Dass die beiden fern der Tentpole-Maschinerie wieder zusammenfinden — bei einem selbst verfassten Drama mit einem seltsamen, beschwörenden Titel —, liest sich wie eine bewusste Korrektur. Ali, dessen Oscars für Moonlight und Green Book beide im Arthouse-Feld errungen wurden, kehrt in das Register zurück, das ihn groß machte; Tariq findet zur unverwechselbaren Stimme von Mogul Mowgli zurück.

Für Orion geht die Rechnung ebenso sehr um Stammbaum wie um Kasse. Der Name trug einst Platoon, Dances with Wolves und The Silence of the Lambs zum Oscar als bester Film; ihn als Heimat für Prestigewetten wiederzubeleben, lebt von dieser Erinnerung. Ein gestaffelter Start ist selbst ein Argument: Studios reservieren das langsame Ausrollen für Filme, die sie in eine Preiskampagne führen wollen, und lassen Kritiken und Mundpropaganda das Marketing erledigen, das eine Franchise schlicht einkauft. Im Herbstkorridor zu starten, wo sich die Preisanwärter sammeln, schärft das Signal nur noch.

Der Start beginnt am 25. September in New York und Los Angeles, mit Ausweitungen am 2. und 9. Oktober. Es ist ein bescheidener Fußabdruck für eine übergroße Wette: ein zweifacher Oscar-Preisträger und der Regisseur, den ein Marvel-Tentpole nicht halten konnte, die ein Drama mit seltsamem Titel ausgerechnet auf jene Startstrategie setzen, die die Branche immer wieder für tot erklärt.

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