Kino

Michael De Luca warnt: Wer heute bei der Entwicklung kürzt, lässt morgen die Pipeline eines Studios austrocknen

Molly Se-kyung

Seit drei Jahren besteht Hollywoods Reflex unter finanziellem Druck darin, die Entwicklungsphase — das Geld für Drehbücher, Rechte und Ideen, die vielleicht nie vor eine Kamera kommen — als den am leichtesten zu streichenden Posten zu behandeln. Michael De Luca, der eine ganze Karriere darauf aufgebaut hat, unerprobten Stoff in Kinoereignisse zu verwandeln, nutzte an diesem Wochenende eine öffentliche Bühne, um zu argumentieren, dass dieser Reflex genau verkehrt herum ist.

Auf der Produced-By-Konferenz der Producers Guild of America (PGA) lieferte der Chef von Warner Bros. Pictures, was einer Verteidigung des Investierens in das noch nicht Gemachte gleichkam. Der „Polarstern“, sagte er, sei „die unermüdliche Suche nach neuen Talenten und frischen Stimmen und ein Weg, die Pipeline aufzufrischen“. Seine Warnung, die Variety aus der Samstagssitzung berichtete, war unverblümt: „Wenn man zu tief schneidet, trocknet die Pipeline aus.“

Von De Luca kommend, hat der Punkt eine besondere Autorität. Als junger Produktionschef von New Line Cinema in den 1990ern finanzierte er regiegetriebene Wagnisse wie Seven, Boogie Nights und Magnolia — genau die originellen Filme mittleren Budgets, die die heutigen, auf Franchises ausgerichteten Bilanzen kaum rechtfertigen können. Später produzierte er The Social Network und Moneyball, Filme aus einem Stoff, den kein Risikomodell als sicher eingestuft hätte. Wenn er das Entwicklungsbudget verteidigt, verteidigt er die Disziplin, die seinen eigenen Ruf begründet hat.

Seine Bemerkungen treffen auf einen strukturellen Hintergrund, den er nicht zu benennen brauchte. Seit den Streiks von 2023 haben Studios der gesamten Branche Gesamtverträge aufgelöst, die Reihen der Entwicklungsmanager ausgedünnt und sich stärker auf bekannte IP gestützt, um den Risikofaktor des Kinokalenders zu senken. Warner Bros. selbst hat die Ära David Zaslav unter auffälliger Kostendisziplin verbracht. De Lucas Deutung verwirft leise die Prämisse, die unter all dem liegt: Entwicklung ist kein Fixkostenposten, den ein Kinogeschäft mitschleppt, sie ist das Inventar, das dieses Geschäft am Ende verkauft.

Die Gefahr, die er beschreibt, ist auch die am schwersten zu erkennende, weil sie zeitversetzt wirkt. Eine in diesem Jahr vorgenommene Entwicklungskürzung schadet nicht den Filmen, die in diesem Jahr starten; sie taucht zwei und drei Spielzeiten später als Lücke im Programm auf, wenn die nie begonnenen Projekte schlicht nicht da sind, um veröffentlicht zu werden. Ein Studio kann zugleich schlank wirken und still verhungern — und bis die Pipeline ausgetrocknet ist, hat der Manager, der sie gestrafft hat, meist längst den nächsten Posten angetreten.

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