Kino

Vertical sichert sich Father Joe: Kiefer Sutherland als Rächer-Priester gegen Mafiaboss Al Pacino in US-Kinos

Der von Luc Besson geschriebene Actionthriller aus Venedig bekommt einen breiten Kinostart in Nordamerika
Martha O'Hara
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Luc Besson macht seit Jahrzehnten bekannte Schauspieler vom Schreib- und Produzentenstuhl aus zu Actionhelden – aus dieser Filmschmiede stammen Taxi und The Transporter. In seinem neuesten Film spielt Kiefer Sutherland einen Gemeindepfarrer, der die Mafia von Little Italy lieber mit Kugeln als mit Predigten bekämpft. Sein Gegenspieler ist Al Pacino als Drogenboss, dessen Geschäfte der Priester zunichtemacht. Die ungewöhnliche Festivalproduktion findet nun ihren Weg in die US-Kinos.

Wie Deadline zuerst berichtete, hat Vertical die nordamerikanischen Rechte an Father Joe erworben, einem Actionthriller unter der Regie von Barthélémy Grossmann nach einem Drehbuch von Besson. Der Verleih plant einen landesweiten Kinostart. Die Vereinbarung wurde mit Brieuc Jonnet von EuropaCorp, Grégoire Melin von der Weltvertriebsfirma Kinology und CAA Media Finance im Namen der Filmemacher geschlossen. Ever Anderson und Michael Rispoli vervollständigen die Hauptbesetzung.

Die Ausgangslage ist pures Genrekino. Im Manhattan der frühen 1990er-Jahre führt Sutherlands Father Joe einen geheimen Krieg gegen die Verbrecherbanden der Nachbarschaft – so beschreibt es die Festivalzusammenfassung: Er „macht die Unterwelt der Stadt zu seiner Gemeinde“. Die Kritik von Cineuropa ergänzt die Vorgeschichte: Der Vietnamveteran hat seine Tochter durch Drogen verloren und leitet nun die Gemeinde St. Felicity. Seine Ministranten sind zugleich ausgebildete Killer. Pacino spielt Giu, einen kultivierten Mafiaboss, der Dante liest und laut der Kritik außer sich gerät, als die Priestertruppe sein Netzwerk dazu zwingt, den Verkauf an Kinder einzustellen.

Die Besetzung ist der Trumpf, auf den Vertical setzt. Pacino, dessen Leinwandlegende mit The Godfather und Scarface begründet wurde, sitzt hier auf der anderen Seite des Beichtstuhls – nachdem er im vergangenen Jahr in The Ritual selbst einen Exorzistenpriester gespielt hatte. Auch Sutherland, der nach wie vor vor allem für 24 bekannt ist, wird als Produzent geführt. Anderson spielt eine ehemalige Drogenabhängige, die der Priester unter seinen Schutz nimmt. Sie ist die Tochter von Milla Jovovich, dem Star aus Bessons The Fifth Element, und spielte Wendy in Disneys Peter Pan & Wendy.

Bei den Kritikern am Lido gingen die Meinungen auseinander. Screen Daily bezeichnete den Film als „bewusst schmuddeligen“ Actionthriller, dem Pacino zusätzliche Strahlkraft verleihe. TheWrap fand das Mafiadrama zerfahren, während Cineuropa Grossmanns Gespür dafür lobte, Action zu inszenieren, ohne seine Figuren aus dem Blick zu verlieren.

Father Joe lief im September außer Konkurrenz bei den 83. Internationalen Filmfestspielen von Venedig; dort wurde Eagle Pictures als italienischer Verleih genannt. Vertical peilt für Nordamerika einen Kinostart im Jahr 2027 an, hat aber noch keinen Termin bekannt gegeben.

Die Festival-Kurzbeschreibung endet mit einem Ultimatum: „Gesteh, bereue, zahl – oder trag die Konsequenzen.“ Vertical setzt nun darauf, dass das amerikanische Publikum zahlt. Cineuropa schloss seine Kritik mit dem Hinweis, dass Father Joe angesichts der langen Laufzeit von Taxi und The Transporter möglicherweise nicht zum letzten Mal auf der Leinwand zu sehen sein wird.

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