Filmkritiken

Voll mutiert: Fußballcup in Gefahr ist alberner Slapstick, der Kindern zu gruselig sein dürfte

Mitch Schauers Netflix-Animation von 2022 schickt Zlatan, Rapinoe und "Weird Al" gegen Schleimmonster.
Martha O'Hara
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Zlatan Ibrahimović öffnet eine Geschenkbox, hofft auf ein Jetpack und holt stattdessen eine Schleimkreatur heraus, die ihm die Kräfte aussaugt. „Ahh, was passiert da? Das ist eine neue Uniform!“, ruft er, während seine Fähigkeiten verschwinden. Decider führt diese Stelle als denkwürdigsten Dialog des Films an, und sie zeigt gut, womit man bei „Voll mutiert: Fußballcup in Gefahr“ (Originaltitel: „The Soccer Football Movie“) rechnen muss. Der Netflix-Film von 2022 stammt von Regisseur Mitch Schauer. Ibrahimović, Megan Rapinoe und „Weird Al“ Yankovic sprechen darin sich selbst. Nach 73 Minuten ist alles vorbei, und bis dahin setzt der Film auf Albernheit statt auf eine sorgfältig gebaute Handlung.

Die Ausgangslage ist schnell erzählt. Aus Fußbällen schlüpfen grüne Schleimmonster. Yankovic spielt einen bösen Wissenschaftler, der den besten Spielern ihr Talent abnehmen will. Die Kreaturen verwandeln Ibrahimović und Rapinoe in riesige grüne Mutanten, und später erwischt es, so Common Sense Media, sogar den Schurken selbst. Vier junge Fans, die einen Schädlingsbekämpfungsdienst namens „Creature Catchers“ betreiben, müssen ihre Idole retten. Zu Beginn schießt Ibrahimović laut High on Films ein Tor, Kommentator Rob Stone feiert ihn, und Yankovic steht ebenfalls im Stadion und hofft auf den Pokal. Die wiederkehrende Frage, wer zum „All-Star Cup All-Star of all time“ gekürt wird, wird für Artsfuse mit jeder Wiederholung lustiger. High on Films liest schon im Originaltitel ein Spiel mit dem Streit zwischen „Soccer“ und „Football“, den die Amerikaner und der Rest der Welt über ihren Sport führen.

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Der Bösewicht gehört Yankovic. Decider nennt ihn den eigentlichen Star des Films: einen Profi darin, aus einer albernen Situation das Maximum herauszuholen, der als Schurke die Kulissen frisst. Seine beste Leistung des Monats sei das nicht, dafür müsse man sein Biopic „Weird“ sehen, aber eine willkommene Präsenz bleibe er. Artsfuse ergänzt, dass der animierte Wissenschaftler aussieht wie eine jüngere Version des Komikers und dass Yankovic auf seine Absurdität schon immer stolz war. Warum dieser Mann unbedingt der ultimative All-Star werden will, beantwortet der Film nicht. Artsfuse stört das nicht im Geringsten: Hier herrscht die Logik der Looney Tunes, und in der zählt der Amboss auf dem Kopf mehr als jedes Motiv.

Ibrahimović gibt den Gegenpart. Artsfuse beschreibt, wie sichtlich er sich beim Sprechen seiner Karikatur amüsiert: ein Narzisst, der selbst vor vier Kindern aus dem Publikum angibt. Auf dieser Eitelkeit ruht die Figur, und ihr Absturz liefert den Gag. Wenn er mitten im Kraftverlust über die plötzlich neue Uniform jammert, dann ist das kindlich, schnell und ohne Umweg auf die Pointe gebaut.

Die vier Kinder haben es schwerer. Laut Artsfuse sind sie ungefähr zehn bis zwölf Jahre alt und der langweiligste Teil der Geschichte, aber irgendwer muss den Stichwortgeber machen. Bei High on Films beeindruckt Zana den Fußballstar mit ihren Torwartkünsten, Nautai mit ihrem Jonglieren. Viel mehr Profil bekommen die beiden nicht. Kieran Walton, Madison Zamor, Tania Gunadi und Arnie Pantoja sprechen die jungen Helden, doch neben den prominenten Namen auf dem Plakat bleiben sie Randfiguren, die den Stars hinterherlaufen.

Das größere Problem benennt Decider: Der Film ist sehr kindlich, Humor und Ton dürften nur Kinder bis zehn Jahre ansprechen, und trotzdem lebt er von der Bekanntheit von Spielern und Prominenten, die diese Altersgruppe kaum kennt. Dazu kommt, dass die Monster laut Common Sense Media für das eigentliche Publikum zu viel sind. Die Mutanten fletschen die Zähne, knurren und springen immer wieder auf die Kamera zu. Ein Mann greift mit einer rotierenden Knochensäge an, ein Schleimmonster beißt einem Hund in den Kopf (es lässt nach einer Sekunde wieder los, dem Hund geht es gut), und am Ende wartet ein Spinnen-Skorpion-Wesen mit zwei Zahnreihen und einem Augapfel im Rachen. Common Sense Media hält das für kleine Zuschauer für zu heftig. Artsfuse räumt außerdem ein, dass in die Optik mehr Sorgfalt hätte fließen sollen.

Decider beschreibt den Film als heutige Version von „Space Jam“, nur dass Fußballer die Rolle von Michael Jordan übernehmen und ein verrückter Wissenschaftler die der Aliens, und genauso albern sei das Ganze. Das stimmt: Auch hier tragen die Namen auf der Besetzungsliste den Film, nicht die Handlung. Die Kinder, für die er gedacht ist, schrecken an manchen Stellen vor den Mutanten zurück, und die Gags, die sie zum Lachen bringen sollen, verstehen sie zum Teil nicht. Übrig bleiben zwei Dinge: Yankovic, der als Zeichentrick-Schurke jede Szene an sich reißt, und Ibrahimović, der sich selbst als Mittelpunkt der Welt verspottet. Das reicht für einen kurzen, lauten Abend, aber nicht für mehr.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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