Kunst

Frieze London 2026: Papier bei Thomas Dane – mit den Künstlern Steve McQueen und Glenn Ligon

Am Stand A14 Arbeiten auf Papier von achtundzwanzig Künstlern, dazu neue Ausstellungen von Glenn Ligon und Paul Pfeiffer in St James’s
Lisbeth Thalberg
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Kunstmessen belohnen die laute Geste: die Leinwand, die man noch drei Gänge weiter lesen kann, die Skulptur, die im Zelt alle stehen bleiben lässt. Ein Blatt Papier verlangt das Gegenteil. Hier denken Künstler nach, probieren aus und liegen auch einmal daneben, und es erschließt sich nur dem, der nah herantritt. Für ihren Stand auf der Frieze London hat sich die Thomas Dane Gallery für dieses leisere Register entschieden und zeigt Arbeiten auf Papier von achtundzwanzig Künstlerinnen und Künstlern, darunter der Künstler und oscarprämierte Filmemacher Steve McQueen, der Konzeptkünstler Glenn Ligon, die Malerinnen und Maler Cecily Brown, Dana Schutz und Salman Toor sowie die Keramikerin Magdalene Odundo.

Das Bild, das die Galerie mit der Ankündigung verschickt hat, zeigt, wie diese Wette aussieht. Auf einem Blatt aus Glenn Ligons Serie Blue (for JB) wird ein ultramarinblaues Feld von schwarzem Pigment überflutet, das sich in der Blattmitte gesammelt hat und darüber gezogen wurde; seine ausgefransten Ränder wirken wie ein unvollkommen von Hand abgezogener Druck. Es ist eine Oberfläche, die ihre eigene Entstehung festhält – ein Beleg, den eine fertige Leinwand eher verbirgt.

Glenn Ligon work on paper Blue (for JB) #21, a field of deep ultramarine with dense black pigment pooled across the centre
Glenn Ligon, Blue (for JB) #21, 2026. © Glenn Ligon. Photo: Prudence Cuming Associates Limited

Der Titel des Stands, Works on Paper, 1965–, lässt das Enddatum offen, und die Liste liest sich eher wie eine unvollendete Ahnenreihe als wie ein Thema. Die britische Abstraktion ist mit Prunella Clough und Bob Law vertreten, die Arte Povera mit Marisa Merz, daneben Hurvin Anderson, Amy Sillman, Akram Zaatari, Igshaan Adams, Xie Nanxing und jüngere Maler wie Jake Grewal.

Ligon trägt die Idee in die eigenen Räume der Galerie. Prompts, seine sechste Ausstellung bei Thomas Dane, versammelt frühere und neue Arbeiten, die sich, so die Galerie, gegenseitig erhellen und neu kontextualisieren. Im vorderen Raum waren Untitled (America) und Untitled (Double America) ursprünglich die Schablonen der Hersteller für seine AMERICA-Neons; geblieben sind versengte, geisterhafte Umrisse von Buchstaben, die nie gesehen werden sollten. Eine neue Arbeit, Black Panther Coloring Book #2, überdeckt die Bilder in Akinsanya Kambons Zeichnungen mit schwarzen Ölkreide-Rechtecken, sodass nur Text und Fragmente sichtbar bleiben. Redacted #15 streicht, Schreibmaschinen-X für Schreibmaschinen-X, eine Passage aus James Baldwins Essay Stranger in the Village durch, einem Text, zu dem Ligon seit den 1990er-Jahren immer wieder zurückkehrt. Die Ausstellung greift außerdem die Zeichnungen auf, die während einer Residency am Walker Art Center entstanden, wo Kinder Seiten afrozentrischer Malbücher ausmalten.

Glenn Ligon drawing of four coloured-in figures from an Afrocentric colouring book page: a father reading to a child, Othello, a singer and a woman named Furaha
Glenn Ligon, Dad, Othello, Furaha, Singer #3, 2001. © Glenn Ligon. Photo: Ron Amstutz

Nebenan zeigt Paul Pfeiffer erstmals Pasodoble, eine neue Einkanal-Videoinstallation, gedreht auf einer Stierzuchtfarm bei Sevilla, in einer historischen Stierkampfarena in Bilbao und in einem davor geparkten Übertragungswagen. Pfeiffer, dessen Überblicksausstellung vom Museum of Contemporary Art in Los Angeles ins Guggenheim Bilbao wanderte, wendet sich vom Höhepunkt der Corrida ab und der Arbeit, dem Klang und der Übertragung zu, die das Ritual am Laufen halten.

Die Frieze London findet in The Regent’s Park statt, wo die Thomas Dane Gallery am Stand A14 vertreten ist; die Preview-Tage sind der 14. und 15. Oktober, für das Publikum ist die Messe vom 15. bis 18. Oktober geöffnet. Prompts (11 Duke Street, St James’s) und Pasodoble (3 Duke Street) eröffnen beide am 13. Oktober und laufen bis zum 19. Dezember 2026; zum Frieze Week West End Day öffnen beide Räume am Samstag, dem 17. Oktober. In einer Woche, die ganz auf Spektakel setzt, könnten die kleinsten Objekte im Zelt das überzeugendste Argument der Galerie sein.

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