Musik

João Bosco überlässt „O Bêbado e a Equilibrista“ Elis Reginas Sohn und Enkelin

Alice Lange
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João Bosco hat „O Bêbado e a Equilibrista“ seinem Sohn Pedro Mariano und seiner Enkelin Rafa Mariano anvertraut – jenes Lied, das er gemeinsam mit Aldir Blanc geschrieben hat und das Elis Regina zu einer der bekanntesten Aufnahmen der brasilianischen Popmusik machte. Ihre Version steht gegen Ende von Amigos Novos e Antigos, dem ersten Album in Boscos langer Karriere, das vollständig aus Duetten besteht.

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Das Album ist bemerkenswert, weil Bosco damit keine Runde mit den größten Hits dreht. Der Gitarrist und Sänger aus Minas Gerais, dessen Zusammenarbeit mit Blanc die Música Popular Brasileira (MPB) über Jahrzehnte prägte, überlässt sein Repertoire zwei Arten von Partnern: Weggefährten wie Chico Buarque, Caetano Veloso, Martinho da Vila und Zeca Pagodinho sowie jüngeren Stimmen wie Jota.pê, Bruna Black, Silva und Tiago Iorc. Das von Som Livre veröffentlichte Album umfasst 18 Titel und dauert knapp 90 Minuten.

Die Verbindung zur Familie Mariano reicht über einen einzigen Titel hinaus. Der Pianist César Camargo Mariano, Elis Reginas ehemaliger Ehemann und Pedros Vater, spielt auf „Casa de Marimbondo“ und bringt damit drei Generationen der Familie auf dieselbe Tracklist. Rafa Mariano, die Klavier und Gitarre spielt, gab erst vor Kurzem ihr Bühnendebüt und sang dabei an der Seite ihres Vaters.

Auf der Gästeliste stehen neben Sängerinnen und Sängern auch zahlreiche Instrumentalisten. Der kubanische Pianist Gonzalo Rubalcaba begleitet Chico Buarque auf „Incompatibilidade de Gênios“, der Mandolinist Hamilton de Holanda spielt „Nação“, die Klarinettistin Anat Cohen teilt sich „Jade“ mit Jota.pê, und der Cellist Jaques Morelenbaum sowie die Sängerin Vanessa Moreno gestalten „Memória da Pele“. Der Posaunist Rafael Rocha schrieb die Streicher- und Bläserarrangements und produzierte das Album gemeinsam mit Bosco; dessen Tochter Julia Bosco führte Regie bei dem Projekt. „Perfeição“, gesungen mit Tiago Iorc, schrieb Bosco gemeinsam mit seinem Sohn Francisco Bosco. Ivete Sangalo beschließt den Hauptteil des Albums mit einer neunminütigen Version von „Corsário“.

„Diese Lieder gehörten nie nur mir“, sagte Bosco laut einem von Billboard Brasil zitierten Statement. „Von dem Moment an, in dem sie entstanden, gehörten sie auch anderen. Jetzt kehren sie verändert zurück und tragen die Geschichten derer in sich, die sie gesungen, gehört, aufgenommen und mit ihnen gelebt haben.“

Das Format birgt die üblichen Risiken. Duettalben alternder Stars verlieren unter der Last ihrer Gästelisten oft an Schwung, und 18 Titel bei dieser Länge verlangen einem Publikum, das nicht ohnehin schon eine besondere Vorliebe für das Songbook hat, einiges ab. Bosco singt nur auf zwei Stücken allein, „Toma Lá, Dá Cá“ und „Boca de Sapo“. Das Repertoire stammt vollständig aus seinem bisherigen Katalog; neue Songs gibt es nicht. Die ersten Reaktionen in Brasilien fallen positiv aus: G1-Kritiker Mauro Ferreira vergab fünf Sterne. Internationalen Hörerinnen und Hörern fehlt jedoch oft der nötige Kontext: Last.fm zählte in der ersten Woche nur rund 720 Hörer des Albums.

Das Projekt markiert Boscos 80. Geburtstag, den er am 13. Juli feierte, und umfasst Songs aus seinem Schaffen von 1974 bis 2011. Sechs Titel erschienen im Juli zunächst auf einer EP, bevor das vollständige Album am 25. September 2026 auf den digitalen Plattformen veröffentlicht wurde. Martinho da Vila rahmt es mit den Versionen von „Odilê, Odilá“ am Anfang und am Ende ein.

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