Kino

Carolina Miranda: Vom mexikanischen Kriminaldrama bis zur Emmy-Nominierung

Penelope H. Fritz

Die Fernsehbranche belohnt selten selbst entwickelte Techniken. Sie belohnt Ergebnisse. Carolina Mirandas Ergebnisse — 239 Folgen Señora Acero, eine Netflix-Serie mit drei Staffeln, eine Nominierung bei den International Emmy Awards — haben sich über fünfzehn Jahre Arbeit angesammelt. Diese Arbeit begann nicht an einem renommierten Konservatorium, sondern am CEFAT, der Schauspielschule von TV Azteca, wo sie vier Jahre lang ihr Handwerk erlernte, während sie gleichzeitig Castings absolvierte.

Sie wuchs in Irapuato, Guanajuato, auf — einer Stadt, die in Mexikos Kriminalstatistiken ebenso regelmäßig auftaucht wie auf Landkarten. Sie beschreibt eine Spieltechnik, die auf körperlicher Empfindung basiert: Jede Figur bekommt einen eigenen Stimmklang, eine andere Körperhaltung, eine eigene körperliche Logik.

Der Weg aus Guanajuato führte über Mexiko-Stadt und TV Azteca. Ihre erste tragfähige Hauptrolle war in Las Bravo (2014-2015), wo sie Carmen Bravo spielte und die Palma de Oro gewann. Dann kam Señora Acero bei Telemundo, wo sie vier Staffeln als Vicenta Acero verbrachte — eine Frau, die nach dem Tod ihres Mannes ein Drogenkartell erbt. Miranda spielte diese Rolle 239 Folgen lang.

Als Miranda für Wer hat Sara ermordet? (2021) zu Netflix wechselte, spielte sie Elisa Lazcano, eine Schwester, die die Wahrheit über die unrechtmäßige Verurteilung ihres Bruders sucht. Die Serie wurde ein weltweites Phänomen. Fake Profile (Netflix, 2023-2026) reichte noch weiter — drei Staffeln, die letzte im April 2026.

Die Antwort auf die Frage, die Fake Profile offengelassen hatte, kam 2025 mit Mujeres Asesinas auf Amazon. Miranda spielte Esmeralda — eine junge Frau aus der mexikanischen Oberschicht, deren Suche nach Zuneigung sie in Sucht, Partys und schließlich Mord führt. Die Leistung brachte ihr einen Gracie Award 2025 und eine International-Emmy-Nominierung in der Kategorie Beste Darstellerin ein. Sie gewann nicht. Aber die Nominierung war das erste formale Zeichen der internationalen Fernsehindustrie für das, was das spanischsprachige Publikum seit 2016 wusste.

Im Mai 2026 startete Los Encantos del Sinvergüenza auf ViX mit Manolo Cardona. Im April hatte sie ihre Verlobung mit dem kolumbianischen Sänger Juan Felipe Samper nach drei Jahren Beziehung verkündet.

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