Kino

Joe Mantegna: der Bühnenhandwerker, den das Fernsehen entdeckte

Penelope H. Fritz

Der Monolog, der Joe Mantegna einen Tony Award einbrachte, ist keine Rede. Er ist eine Belagerung — Richard Roma arbeitet einen Fremden in einem chinesischen Restaurant ab, baut eine falsche Freundschaft aus Wörtern wie aus Ziegeln, bis der Mann in Immobilien investiert hat, die er sich nicht leisten kann und nicht haben wollte. Mantegna spielte diese Szene so oft in Glengarry Glen Ross, dass das Publikum aufhörte, das Handwerk zu registrieren, und stattdessen das Unbehagen spürte — die Art, wie ein Betrug an einem wirkt, ob man es weiß oder nicht.

Er wurde 1947 in Chicago als Sohn eines sizilianischen Einwanderers geboren, der nach Illinois gekommen war, um dasselbe zu suchen, was Richard Roma schließlich verkauft: ein besseres Leben. Sein Vater starb früh; seine aus Apulien stammende Mutter lebte bis zu ihrem 101. Lebensjahr und erlebte noch, wie ihr Sohn zu einem der bekanntesten Gesichter des amerikanischen Fernsehens wurde. Seine Ausbildung erhielt er an der Goodman School of Drama der DePaul University in Chicago, die er 1969 kurz vor dem Abschluss verließ — nicht aus Leichtsinn, sondern weil die Dringlichkeit, zu spielen, keinen Aufschub mehr duldete.

Die Begegnung mit David Mamet veränderte alles. Als Glengarry Glen Ross 1984 am Broadway herauskam, spielte Mantegna Richard Roma mit einer Präzision, die den Zynismus der Figur echt gefährlich wirken ließ. Der Tony Award für den besten Hauptdarsteller in einem Theaterstück bestätigte, was das Publikum im Goodman Theatre längst wusste: Er konnte Mamets karges Sprachgebäude in etwas verwandeln, das den Körper traf, nicht nur das Ohr. Die Zusammenarbeit setzte sich im Film fort — Haus der Spiele 1987 und Things Change 1988, letzterer brachte ihm die Volpi-Trophäe für den besten Darsteller beim Filmfestival Venedig ein.

Hollywood nutzte ihn anders als Mamet. Als Joey Zasa in Der Pate III im Jahr 1990 spielte er eine kompakte Rolle in einem Film, den Coppola nie ganz in den Griff bekam — aber die Figur hatte genug Schärfe, um zu bleiben. Ab 1991 begann er, Fat Tony in Die Simpsons zu sprechen, den Mafioso-Chef mit dem Chicago-Akzent, dessen lässige Bedrohlichkeit sich über dreißig Jahre und Hunderte von Episoden erhalten hat.

Der Wechsel ins Fernsehen, zuerst mit Joan of Arcadia ab 2003 und dann mit Criminal Minds ab 2007 — wo er den FBI-Sonderermittler David Rossi spielte —, war eine bewusste Zähmung seiner Gefährlichkeit. Rossi ist eine Figur, die beruhigen soll, nicht beunruhigen. Für Zuschauer, die Mantegna nur aus diesem Serienformat kennen — fünfzehn Staffeln, mehr als dreihundert Folgen —, ist er Rossi. Für alle, die ihn in Glengarry Glen Ross erlebt haben, ist die Distanz zwischen diesen beiden Versionen desselben Schauspielers die aufschlussreichste Tatsache seiner Biografie. Die Domestizierung seiner Bedrohlichkeit war eine Entscheidung, und sie brachte ein sehr großes Publikum mit sich.

Criminal Minds wurde 2022 als Criminal Minds: Evolution bei Paramount+ neu aufgelegt, mit Rossi in einem dunkleren und psychologisch anspruchsvolleren Format als die ursprüngliche Netzwerkserie. Im Mai 2026 inszenierte Mantegna in Kalifornien ein Ein-Mann-Stück über Lenny Bruce, den Komiker, der Sprache als Waffe einsetzte und dafür mit seiner Freiheit bezahlte. Das ist nicht das Projekt eines Mannes, der aufgehört hat, über die Macht von Wörtern nachzudenken.

Andy Garcia and Joe Mantegna in The Godfather Part III (1990)

Seine Ehe mit Arlene Vrhel, die er 1969 bei einer Produktion von Hair in Chicago kennenlernte, dauert seit über fünfzig Jahren. Ihre Tochter Mia, drei Monate zu früh geboren und mit Autismus diagnostiziert, ist das Anliegen, für das die Familie öffentlich eingetreten ist — durch die Mantegna Family Foundation, die auch Veteranen unterstützt. Ihre Tochter Gia ist ebenfalls Schauspielerin.

Criminal Minds: Evolution läuft weiter. Das Lenny-Bruce-Projekt zeigt, dass das Theater — wo er mit einem einzigen vernichtenden Monolog seinen Namen gemacht hat — nie weit weg war. Die Karriere enthält zwei Joe Mantegnas: den, den Mamet entdeckte, und den, den CBS behielt. Ob der erste noch vollständig im zweiten steckt, kann nur die Arbeit beantworten.

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