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Assassin’s Creed Black Flag Resynced streicht Modern-Day-Abschnitte — und gewinnt

Susan Hill

So hat man die Karibik noch nie gesehen. Assassin’s Creed Black Flag Resynced bringt Edward Kenway mit ray-getunten Wellen, 60 Bildern pro Sekunde und einer komplett neu aufgebauten Spielengine zurück an das Ruder der Jackdaw – basierend auf derselben Anvil-Technologie, die auch Assassin’s Creed Shadows antreibt. Was Ubisoft Singapore hier abgeliefert hat, ist kein neuer Anstrich für einen beliebten Klassiker – es ist eine grundlegende Neukonstruktion, die eine wirklich interessante Frage aufwirft: Wie viel der Magie des Originalspiels kam vom Design, und wie viel wurde einfach nur von der damaligen Hardware zurückgehalten?

Für Spieler, die das Original von 2013 verpasst haben: Black Flag ist der Assassin’s Creed-Teil, der das historische Abenteuer der Reihe aufs Meer verlegte. Edward Kenway ist ein walisischer Pirat, der in einen jahrhundertealten Konflikt stolpert, zwischen Nassau, Havanna und Kingston segelt, legendäre Schiffe jagt und nach versunkenen Schätzen taucht. Die Shantys, die seine Crew auf offener See singt, die Physik der Jackdaw, die sich in Stürme legt, das Gefühl echter Freiheit auf einer Karibik, die sich in alle Richtungen erstreckt – diese Elemente machten Black Flag für über ein Jahrzehnt zum beliebtesten Teil der Serie. Resynced ändert nichts an dieser Formel. Es erweitert sie.

Die Neubauarbeit geht tiefer als rein optische Verbesserungen. Ein neues, physikalisch basiertes Rendering-System erschafft Wasser, das auf jede Wetterlage anders reagiert. Neue Phänomene – Wasserhosen, größere Sturmsysteme – durchziehen das Meer und beeinflussen die Schiffssteuerung in Echtzeit. Unter Deck folgt die Crew dynamischen Abläufen, anstatt an festen Positionen zu stehen. Das Kampfsystem wurde um einen Parry-und-Riposte-Rhythmus herum neu aufgebaut, der Timing über Tastenhämmern belohnt, mit kürzeren Combos und adaptivem Gegnerverhalten, das sich je nach Kontext ändert. Ubisoft bestätigte, dass keine einzige Codezeile aus dem Spiel von 2013 übernommen wurde.

Die größte kreative Neuerung des Remakes ist das erweiterte Ensemble. Blackbeard – die historische Figur Edward Thatch – erhält nun einen eigenen Handlungsbogen, der weit über seine Rolle im Original hinausgeht. Der Pirat Stede Bonnet, der in den letzten Jahren durch das Fernsehen einem breiteren Publikum bekannt wurde, tritt als neue Hauptfigur mit eigener Questreihe auf. Anne Bonnys Rolle wurde deutlich ausgebaut. Diese Ergänzungen treiben die Haupthandlung auf 35 bis 40 Stunden, eine beachtliche Steigerung gegenüber dem Original.

Die kühnste Entscheidung, und diejenige, die am ehesten die Meinungen spalten dürfte, ist die vollständige Entfernung der modernen Abstergo-Entertainment-Sequenzen. Im Original war der Spieler ein moderner Spieleentwickler, der sich durch die fiktiven Büros eines Ubisoft-Stellvertreters bewegte, um im Animus nach Daten zu suchen. Diese Abschnitte sind komplett weg, ersetzt durch „Was-wäre-wenn?“-Szenario-Risse – eigenständige Nebenabenteuer, die fragen, was passiert wäre, wenn wichtige historische Ereignisse einen anderen Verlauf genommen hätten. Die Entfernung schärft das Tempo erheblich; Edward Kenways Geschichte verliert keine Dynamik mehr an zeitgenössische Firmenintrigen. Aber es ist eine Streichung, kein gleichwertiger Ersatz, und Spieler, die in dieser Rahmung einen Sinn fanden, werden die Lücke bemerken. Der Freedom Cry-DLC – die eigenständige Geschichte um Adéwalé – fehlt ebenfalls im Hauptspiel.

Ein paar kleine Ecken und Kanten bleiben. Die Parkour-Steuerung wirkt im Vergleich zu zeitgenössischen Spielen des Genres manchmal träge, mit langsamen Kletterübergängen, die gelegentlich an Kanten hängenbleiben. Nebenmissionen folgen erkennbaren Mustern, die in der zweiten Hälfte repetitiv wirken. Das Spiel erzielte auf Metacritic 84 Punkte auf PC und PlayStation 5 sowie 82 Punkte auf Xbox Series X/S – was darauf hindeutet, dass einige Leistungsoptimierungen zum Start noch nicht vollständig abgeschlossen waren.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced ist weltweit für PlayStation 5, Xbox Series X/S und PC erhältlich – über Steam, den Epic Games Store und den Ubisoft Store. Die Standard Edition kostet 59,99 US-Dollar. Ende Juli veröffentlichte Verkaufszahlen bestätigten über 3,5 Millionen verkaufte Exemplare innerhalb der ersten zwei Wochen, was es zu einem der am schnellsten verkaufenden Titel von Ubisoft in der aktuellen Konsolengeneration macht.

Es wurde kein DLC-Fahrplan angekündigt. Ubisoft hat bestätigt, dass ein Patch zur Verbesserung der Parkour-Reaktionsfähigkeit in Entwicklung ist, ohne ein veröffentlichtes Veröffentlichungsdatum zu nennen.

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