Wirtschaft und Finanzen

Saudi-Arabien schließt 55-Milliarden-Dollar-Übernahme von Electronic Arts ab

Victor Maslow

Electronic Arts ist kein börsennotiertes Unternehmen mehr. Die 55-Milliarden-Dollar-Transaktion, die die Kontrolle über einen der bekanntesten Spiele-Publisher der Welt an den Public Investment Fund Saudi-Arabiens übertragen hat, ist abgeschlossen – der größte Leveraged Buyout in der Unternehmensgeschichte. Der PIF hält 93,4 % des übernommenen Unternehmens; Silver Lake Partners entfallen 5,5 %; Affinity Partners, das von Jared Kushner geführte Unternehmen, übernimmt die restlichen 1,1 %.

Die Bedeutung der Transaktion liegt in den Franchises, die EA kontrolliert. Battlefield, Die Sims, Mass Effect, Dragon Age und das EA-Sports-Portfolio stehen für Jahrzehnte der Gaming-Kultur und für Hunderte Millionen zahlender Abonnenten und Spieler. Die relevante strukturelle Frage – ob eine fremdfinanzierte Übernahme Druck auf die Abonnementpreise ausüben, lang entwickelte Titel einstellen oder Studionetzwerke umstrukturieren wird – ist nicht hypothetisch. Das Verhalten von EA während der Übernahmephase liefert bereits eine frühe Antwort.

Drei Entlassungswellen gingen dem Abschluss des Deals voraus. EA baute Teams in den Bereichen Kundensupport, Trust & Safety, IT und Recruiting in seinen US-Standorten und im Büro in Hyderabad in Indien ab. Zuvor erreichten die Kürzungen die Entwicklung direkt: DICE, Criterion, Ripple Effect und Motive – die zentrale Battlefield-Studio-Kette – mussten alle Stellen streichen, ebenso Full Circle, das Team hinter dem lang erwarteten Skate-Relaunch. Diese Reihenfolge ist von Bedeutung. Die Entlassungen erfolgten, bevor der PIF den Besitz übernahm, was darauf hindeutet, dass die Umstrukturierungsbedingungen in die Übernahmelogik integriert waren und nicht nachträglich auferlegt wurden.

Was ein 55-Milliarden-Dollar-Leveraged-Buyout am zuverlässigsten kauft, sind Schulden. EA erwirtschaftete in seinem letzten vollen Geschäftsjahr einen Umsatz von etwa 7,9 Milliarden Dollar – beachtlich, aber bescheiden im Verhältnis zu den Cashflow-Anforderungen einer Transaktion dieser Größenordnung, insbesondere angesichts von Margen, die sich verdichtet haben, als die Branche sich in Richtung Live-Service- und Abonnementmodelle bewegte. Die Erfolgsbilanz von Private Equity in kreativen Unternehmen ist charakteristisch: Sie priorisiert Franchises, die vorhersehbare wiederkehrende Einnahmen generieren können, und übt Druck auf teure, langwierige Wetten auf neues geistiges Eigentum aus. Dragon Age und Mass Effect waren genau solche Wetten. Beide Franchises haben nun unter neuer Eigentümerschaft einen unsicheren Produktionszeitplan.

Zwei Einwände, die während des Regulierungsprozesses erhoben wurden, bleiben ungelöst. Eine Gruppe von US-Senatoren äußerte Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit, dass ein großes amerikanisches Unterhaltungsunternehmen mit umfangreichen staatlichen Verflechtungen an einen saudischen Staatsfonds übergeht. Die Europäische Kommission, deren kartellrechtliche Genehmigung für den Abschluss des Deals entscheidend war, sah unter diesen Gesichtspunkten keinen Anlass für ein Eingreifen. Gaming-Communities stellten separat die Frage nach der Franchise Die Sims: EA hielt jahrelang an einer inklusiven LGBTQ+-Politik fest, trotz politischen Drucks; Saudi-Arabien kriminalisiert gleichgeschlechtliche Beziehungen. Keine der Parteien hat öffentlich thematisiert, wie diese Spannung unter der Eigentümerschaft des PIF bewältigt werden soll.

CEO Andrew Wilson wird in seiner Rolle bleiben, und der Hauptsitz von EA bleibt in Redwood City, Kalifornien. Das Unterhaltungsportfolio des PIF – das Beteiligungen an Golfturnieren, Esports-Organisationen, Musikstreaming-Plattformen und professionellem Wrestling umfasst – installiert nicht routinemäßig eine von Riad gesteuerte Führung in übernommenen Unternehmen. Die operative Unabhängigkeit, die Wilson versprochen wurde, ist glaubwürdig; die finanzielle Unabhängigkeit, die EA als börsennotiertes Unternehmen hatte, ist es nicht. Das erste konkrete Signal dafür, wie der PIF das Geschäft zu führen beabsichtigt, wird mit dem Spielekalender der Feiertage kommen, wenn Battlefield- und EA-Sports-Titel zum ersten Mal als Produkte eines Privatunternehmens in ihren Herbstveröffentlichungszyklus starten.

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