Wirtschaft und Finanzen

Buffett bricht 14 Quartale Verkaufsserie — Alphabet erhält 10 Mrd. Dollar privat

Victor Maslow

Berkshire Hathaway ist zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren wieder zum Netto-Aktienkäufer geworden und hat damit eine 14 Quartale andauernde Verkaufsserie beendet, die Warren Buffetts Post-Pandemie-Kurs geprägt hatte. Die im zweiten Quartal eingesetzten 23,5 Milliarden Dollar markieren den größten Aktienzukauf in einem Quartal seit Beginn der Serie – und der größte Einzelposten entfiel auf Alphabet, das über eine Privatplatzierung zu Konditionen erworben wurde, die öffentlichen Anlegern nicht zugänglich waren.

14 Quartale in Folge hatte Berkshire Positionen abgebaut, während die Barreserven bis Ende März auf 397,4 Milliarden Dollar gestiegen waren. Buffetts anhaltende Zurückhaltung war zu einem der meistbeachteten Signale des Marktes geworden – wenn der erfahrenste Kapitalallokator der Welt an der Seitenlinie stand, was sagte das über die Bewertungen aus? Der Aktienzukauf von 23,5 Milliarden Dollar im zweiten Quartal stellt diese Frage neu. Die Barreserven sind inzwischen auf 365,5 Milliarden Dollar gesunken, immer noch ein enormer Puffer, aber die Richtung hat sich geändert.

Die Struktur des Alphabet-Deals ist ebenso bedeutsam wie seine Größe. Berkshire erwarb 10 Milliarden Dollar über eine Privatplatzierung – also durch direkte Verhandlung mit dem Unternehmen statt über Orders im offenen Markt. Die Aktien der Klasse A wurden mit 351,81 Dollar pro Aktie platziert, während der öffentliche Kurs am selben Tag bei 355,1982 Dollar lag; Aktien der Klasse C wurden mit 348,20 Dollar abgerechnet gegenüber 351,8018 Dollar. Der gesamte Abschlag bei der Platzierung betrug rund 100 Millionen Dollar. Buffetts Kommentar zum Kauf: „Ich habe ihn initiiert.“

Darüber hinaus erwarb Berkshire Taylor-Morrison-Aktien im Wert von rund 6,8 Milliarden Dollar zu 72,50 Dollar pro Aktie – ein Signal, dass Buffett die anhaltende Nachfrage nach neuem Wohnraum für gewichtiger hält als die erhöhten Kreditkosten. Greg Abel, Berkshires designierter Nachfolger, lobte den Deal.

Ein Quartal hebt 14 nicht auf. Berkshire hält immer noch genug Bargeld, um die meisten europäischen Banken direkt aufzukaufen. Auch die Aktienrückkäufe stiegen von 235 Millionen Dollar im ersten Quartal auf 4,53 Milliarden Dollar, was darauf hindeutet, dass ein Teil der Kapitalaktivität des Quartals selbstgesteuert war. Die Betriebsgewinne stiegen um 16 % auf 12,98 Milliarden Dollar, aber die Geschichte des Unternehmens belohnt Geduld, nicht das Jagen von Momentum. Ob die Alphabet-Wette eine dauerhafte These oder einen opportunistischen Einstieg in großem Stil widerspiegelt, werden die nächsten Quartale zeigen.

Für öffentliche Anleger verdeutlicht die Struktur des Deals eine anhaltende Asymmetrie. Berkshire handelte einen privaten Preis aus, bevor die meisten Alphabet-Aktionäre überhaupt wussten, dass eine Transaktion im Gange war; der Handel wurde erst Wochen später im vierteljährlichen 13-F-Filing sichtbar.

Berkshires nächste 13-F-Einreichung, die die Positionen bis Ende September abdeckt, ist Mitte November fällig.

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