Wirtschaft und Finanzen

Ein Drittel der Gäste blieb aus. Jetzt locken Restaurants mit echten Rabatten zurück

Victor Maslow

Ausgehen zum Abendessen war früher mühelos. Für eine wachsende Zahl von Menschen ist es inzwischen eine Entscheidung, die Planung erfordert – und zunehmend auch Strategie.

Mehr als ein Drittel der britischen Restaurantgäste hat seine Besuche reduziert, da die Kosten fürs Essen gehen weiter steigen, so eine YouGov Dining Out Umfrage. In den Vereinigten Staaten geben fast sieben von zehn Verbrauchern an, seltener auswärts zu essen. Die Speisekartenpreise sind weltweit im Jahresvergleich um rund vier Prozent gestiegen, angetrieben durch Energiekosten, Lohnsteigerungen und Zutateninflation, die die Betreiber nicht länger auffangen können, ohne sie weiterzugeben. Die Folge: ruhigere Gasträume und eine Branche, die sich darum bemüht, sie zu füllen.

Die Mittel, um günstiger essen zu gehen, gibt es – und einige sind überraschend wirkungsvoll. Treueprogramme bei großen Ketten wie Pizza Express oder Nando’s belohnen Stammgäste mit zunehmend großzügigeren Vergünstigungen. Buchungsplattformen für Nebenzeiten wie First Table und EatClub reduzieren die Rechnung um bis zu 50 Prozent für Gäste, die bereit sind, den ersten oder letzten Sitzplatz eines Restaurants zu buchen. Die Rechnung ist klar: Ein leerer Tisch um 18 Uhr bringt null Umsatz, und ein Gast zum halben Preis trägt immer noch zu den Fixkosten bei.

Soft Launches bieten mit die schärfsten Angebote. Wenn ein neues Restaurant eröffnet und echte Gäste braucht statt volle Preise, können die Rabatte wochenlang laufen – und gelegentlich an schwächeren Abenden dauerhaft werden. Supermarkt-Treueprogramme kommen als weitere Schicht hinzu: Tesco Clubcard-Punkte lassen sich im Verhältnis drei zu eins in Gutscheine für teilnehmende Restaurants umwandeln und subventionieren so die Mahlzeit effektiv über die Haushaltslebensmittelrechnung. Lebensmittelretter-Apps wie Too Good To Go ermöglichen es Gästen, Mahlzeiten nahe am Einkaufspreis zu erhalten – mit dem Nachteil, dass das genaue Gericht nie garantiert ist.

Was die Angebote gemeinsam haben, ist, dass sie von den Restaurants konstruiert sind, nicht verschenkt. Ketten bieten während der Schulferien Aktionen wie „Kinder essen gratis“ an, weil leere Tische die Margen schmälern. Apps für Nebenzeiten gibt es, weil Betreiber nicht jede Sitzung zum vollen Preis füllen können. Der Gast wird nicht aus Großzügigkeit zurückgeholt, sondern aus Auslastungsdruck – was diese Strategien, einmal als strukturell und nicht als werblich verstanden, beständiger macht als saisonales Couponing.

Die Verfügbarkeit ist ungleich verteilt. First Table und EatClub sind hauptsächlich in Großbritannien, Australien und Neuseeland aktiv; Lebensmittelretter-Plattformen variieren je nach Stadt und Land. Shokofeh Hejazi, Direktorin für Vorausschau und Innovation bei The Food People, merkt an, dass viele gehobene Restaurants inzwischen echte Zugangspunkte über verschiedene Preisstufen hinweg bieten – aber sie zu finden, erfordert zu wissen, wo man suchen muss.

Branchenbeobachter erwarten, dass die Speisekartenpreise im US-Restaurantsektor bis Ende 2026 schneller steigen werden als der 20-Jahres-Durchschnitt. Der monatliche US-Verbraucherpreisindex für Lebensmittel außer Haus ist der nächste Indikator, den die Branche genau im Blick behält – sein Verlauf wird zeigen, ob der Rückzug vom Restaurantbesuch sich stabilisiert oder weiter vertieft.

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