Kino

Apple TV packt The Martian, E.T. und Zodiac ins Abo — aber nur geliehen, nicht gekauft

Liv Altman

Streamingdienste haben uns darauf trainiert, ein plötzlich prall gefülltes Regal großartiger Filme als Geschenk zu verstehen, und Apple hat seinen Abonnenten nun ein ungewöhnlich gutes gemacht: eine Reihe Hollywood der Jahrtausendwende – Ridley Scotts The Martian, Spielbergs E.T., David Finchers Zodiac und Gone Girl, James Camerons Titanic, Denis Villeneuves Arrival – ist in derselben App gelandet, die ursprünglich dazu gebaut wurde, eigene Produktionen zu verkaufen. Es ist ein wirklich hervorragend kuratierter Kanon, genau die Art Watchlist, die ein Cineast gezielt zusammenstellen würde.

Der Haken: Apple hat sie zusammengestellt und dann kein Wort darüber verloren. Es gab keine Ankündigung, keine Pressemitteilung, keine Erklärung der Konditionen – die Filme erschienen einfach unter einem dezenten „Just Added“-Label, wie in einem Laden, der ein Regal auffüllt, das er im nächsten Monat schon wieder räumen könnte. Für Zuschauer ist dieses Schweigen die eigentliche Geschichte, und sie verändert den Umgang mit dieser glänzenden neuen Bibliothek.

Denn keiner dieser Filme gehört Apple. Es handelt sich um Katalogtitel anderer Studios, von außen lizenziert, ins Abonnement integriert und in einem Karussell mit der Aufschrift „Great Movies Available Now on Apple TV“ gebündelt. Bislang waren es Titel, die Apple einzeln verkaufte – zum Leihen oder Kaufen im Apple TV Store –, und genau daran lässt sich erkennen, dass das Unternehmen sie nicht besitzt. Ein lizenziertes Regal ist ein Darlehen, kein Kauf. Alles hier kann genauso geräuschlos wieder verschwinden, wie es gekommen ist, und jedes Medium, das sich damit befasst hat, berichtet dasselbe: Niemand, Apple eingeschlossen, will sich darauf festlegen, ob dies dauerhaft ist oder eine zeitlich begrenzte Aktion.

Das ist wichtiger als die Liste selbst, denn es ist der älteste Trick im Streaming-Handbuch. Ein Paket bekannter Katalogtitel erscheint ohne großes Aufsehen; die Nutzung steigt; die Rechte laufen aus; das Regal wird leerer. Es ist derselbe ständige Wechsel, der Zuschauer bei konkurrierenden Diensten gelehrt hat, nie darauf zu vertrauen, dass der vorgemerkte Film noch da ist, wenn sie sich endlich zum Anschauen hinsetzen. Behandeln Sie das wie den Spielplan eines Repertoirekinos – als Gelegenheit, The Aviator oder A Beautiful Mind jetzt zu sehen, nicht als dauerhaften Flügel einer Bibliothek, die Ihnen gehört.

Der zweite kleingedruckte Punkt ist die geografische Verfügbarkeit, und sie entkräftet stillschweigend die Formulierung „Sie können es jetzt ansehen“. Das vollständige Angebot – neunzehn Titel, darunter Looper, The Bourne Identity, Mission: Impossible – Ghost Protocol, I, Robot, The Sixth Sense, Zoolander und 21 Jump Street – ist ein Regal für die Vereinigten Staaten. Jenseits des Atlantiks schrumpft das Angebot auf eine Handvoll Filme, und zwar auf eine andere Handvoll: Britische Abonnenten erhalten ungefähr sechs Filme, darunter Jurassic Park, Rocketman, Catch Me if You Can und Little Miss Sunshine – keinen der Titel, die die Nachricht getragen haben. Außerhalb Nordamerikas und des Vereinigten Königreichs wird die Auswahl noch dünner, blockiert durch dieselben länderspezifischen Lizenzvereinbarungen, die die Streaming-Landkarte schon immer zersplittert haben. Der einzelne Film aus der Überschrift ist in Ihrem Land möglicherweise überhaupt nicht verfügbar.

Dann ist da noch das Wort, das in der Berichterstattung die meiste Arbeit leistet: kostenlos. Kostenlos ist es auf dieselbe Weise, wie alles kostenlos ist, sobald Sie bereits dafür zahlen. Apples Dienst kostet 12,99 US-Dollar im Monat oder 99 US-Dollar im Jahr oder ist im Apple-One-Bundle enthalten, das bei 19,95 US-Dollar monatlich beginnt; Neukunden erhalten eine siebentägige Testphase. Was sich tatsächlich geändert hat, ist enger gefasst und real: Titel, die Sie früher einzeln im Apple TV Store leihen oder kaufen mussten, sind nun in der Pauschalgebühr enthalten. Wenn Sie abonnieren, wurde Ihnen ein Stapel Filme überlassen, für die Sie möglicherweise doppelt bezahlt hätten; wenn nicht, ist dies ein Repertoire-Regal hinter einer Paywall, kein Geschenk.

Das Urteil des Vergleichenden lautet: Apple hat beinahe versehentlich den bestkuratierten Raum seiner gesamten App geschaffen – und weigert sich zu sagen, ob dieser Raum in der nächsten Saison noch existiert. Setzen Sie Zodiac ruhig auf Ihre Merkliste. Denken Sie nur daran, dass Sie ihn leihen.

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