Kino

Betty McGuire, die Schauspielerin, die Großmutter Kate in „Unser lautes Heim“ spielte, ist tot

Liv Altman
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Betty McGuire, die in Growing Pains die Großmutter Kate Malone spielte, ist gestorben. Die meisten Nachrufe reduzieren sie auf diese eine wiederkehrende Rolle. An sie erinnert sich das Sitcom-Publikum: als Maggie Seavers Mutter, die ein paar Mal pro Staffel im Haus der Seavers auftauchte. Doch das sagt am wenigsten über sie aus.

Wer ihre gesamte Karriere betrachtet, sieht eine andere Schauspielerin. McGuire kam aus der Glanzzeit des Broadway-Musicals, wo sie neben den größten Stars auftrat und als Zweitbesetzung einsprang, und brachte diese Erfahrung in jahrzehntelange Fernseharbeit ein. Eine Großmutter aus der Familiensitcom, gespielt von einer Frau, die mit Ethel Merman auf der Bühne gestanden hatte – diese Verbindung verdient es, benannt zu werden. Und wie The Hollywood Reporter berichtet, erzählt der letzte Abschnitt ihres Lebens davon, wie großzügig eine berufstätige Schauspielerin ein Mikrofon einsetzen kann.

Von Ethel Mermans Bühne ins Wohnzimmer der Seavers

Ihr Broadway-Debüt gab McGuire als Rebecca in Plain and Fancy. Anschließend spielte sie in den Originalproduktionen von Happy Hunting und Oh, Captain!, wie Deadline und The Hollywood Reporter berichten. In allen drei Shows trat sie an der Seite von Ethel Merman, Barbara Cook, Bea Arthur und Tony Randall auf und sprang für sie als Zweitbesetzung ein.

Dann ging es auf Tournee. McGuire spielte die Hauptrolle in Mame im Caesars Palace in Las Vegas und war mit Gypsy, Auntie Mame, Oliver!, How to Succeed in Business Without Really Trying und The Ziegfeld Follies of 1956 unterwegs. Als ihre Tournee-Kollegen nennt THR Tallulah Bankhead, Celeste Holm, Susan Hayward, Constance Bennett, Jane Russell und Ron Moody – eine Besetzungsliste, die sich wie ein Who’s who des amerikanischen Showgeschäfts der Jahrhundertmitte liest.

Das war eine harte Bühnenschule, und sie erklärt die Fernsehkarriere, die darauf folgte. Nach ihrem Debüt in The Doris Day Show wurde McGuire über Jahrzehnte zu einem der vertrauten Gesichter des Fernsehens: in Columbo, Charlie’s Angels, Little House on the Prairie, Hill Street Blues, Moonlighting, St. Elsewhere, Falcon Crest, Murphy Brown, Star Trek: Deep Space Nine, ER und 7th Heaven. Im Kino spielte sie Schwester Mary Quacker in Cheech & Chong’s Up in Smoke und eine Krankenschwester in Michael Crichtons Coma. Außerdem war sie in The Incredible Shrinking Woman und Wishmaster zu sehen.

Kate Malone, die Großmutter, die immer wieder bei „Growing Pains“ auftauchte

In Growing Pains spielte McGuire Kate Malone, die Mutter von Maggie, gespielt von Joanna Kerns. Gordon Jump verkörperte ihren Mann Ed. The Hollywood Reporter zählt zwölf Auftritte zwischen 1986 und 1991 – McGuire war damit in allen bis auf eine der sieben Staffeln der ABC-Komödie dabei. Variety ordnet ihre Auftritte den ersten beiden sowie der vierten bis siebten Staffel zu.

Der Besuch der Großeltern gehört zu den ältesten Erzählkniffen der Familiensitcom: Ein Verwandter kommt vorbei, bringt den Haushalt durcheinander und reist wieder ab. McGuire verlieh der Figur das Timing einer Schauspielerin, die hinter den Kulissen an der Seite Mermans gelernt hatte. Und Kate Malone wurde sechs Staffeln lang immer wieder in die Serie geschrieben.

Die Talkshow, in der die Mitarbeiter zu Gast waren

Das Detail, das in den meisten Nachrufen nur kurz erwähnt wird, erklärt McGuire vielleicht am besten. Seit 2017 lebte sie in der Seniorenresidenz des Motion Picture & Television Fund in Woodland Hills, Kalifornien. Dort moderierte und produzierte sie ihre eigene Talkshow GabFest für Channel 22, den Fernsehsender der Einrichtung. Umgeben von pensionierten Film- und Fernsehschaffenden hätte sie jede Woche berühmte Nachbarn einladen können. Stattdessen gab sie, wie THR berichtet, den Mitarbeitern der Einrichtung Sendezeit – und ließ sie von ihren Träumen und ihrem Leben erzählen.

2019 kam sie in einem Beitrag von NBC Nightly News über die Einrichtung zu Wort. „Ich bin rundum glücklich“, sagte sie in dem Segment. „Mit 92 noch neue und andere Dinge tun zu können – fällt Ihnen etwas Besseres ein? Mir nicht.“

Abseits der Kameras engagierte sie sich jahrelang ehrenamtlich als Empfangskraft und Fürsprecherin bei der Coalition for Economic Survival, einer Rechtsberatungsstelle in Los Angeles, die einkommensschwache Mieter unterstützt, denen eine Zwangsräumung droht.

McGuire starb am 8. Oktober eines natürlichen Todes im Motion Picture & Television Country House and Hospital in Woodland Hills. Keith Gerchak, Schauspieler, Mitbegründer von Double G Films und ein enger Freund der Familie, der über ihre Vollmacht verfügte, bestätigte ihren Tod. THR nennt als Geburtsdatum den 20. März 1926 und als Geburtsort Bridgeport im US-Bundesstaat Connecticut. Ein früherer Bericht, der ihr Geburtsjahr mit 1933 angab, passt nicht zu ihrem Alter.

Sie stand sieben Jahrzehnte lang mit Stars auf der Bühne. Als sie spät im Leben ihre eigene Show bekam, lud sie die Mitarbeiter ein.

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