Kino

One Last Shot beendet Scott Adkins‘ Plansequenz-Trilogie und zeigt endlich Dolph Lundgren

Jun Satō
Fügen Sie uns bei Google hinzu

Das Key Art zu One Last Shot stellt Scott Adkins und Dolph Lundgren vor die Kuppel des Kapitols: eine Flagge, ein Gewehr mit Schalldämpfer, ein orangefarbener Feuerball am Bildrand. Der Film selbst spielt, folgt man den bisherigen Kritiken, an einem weniger monumentalen Ort. Nach einer schmutzigen Bombe bei der Rede zur Lage der Nation werden die Vereinigten Stabschefs in eine einzige gesicherte Anlage gebracht, ein abtrünniger ehemaliger SEAL bringt sie in seine Gewalt und will mit ihren biologischen Daten Zugriff auf das Raketenabwehrnetz des Landes erlangen. Das Plakat verkauft ein Wahrzeichen. Der Film ist, nach diesen Berichten, ein Gebäude, ein Sperrgürtel und ein Team, das hineinwill.

Diese Differenz zählt, weil die gesamte Reihe auf einer einzigen formalen Entscheidung beruht. James Nunns Filme mit Adkins als Navy SEAL Jake Harris sind so montiert, dass sie wie eine durchgehende Einstellung wirken; die Schnitte sind versteckt, nicht abgeschafft. Erzählzeit und erzählte Zeit laufen nebeneinander her, weshalb die drei Filme nur wenige Tage im Leben von Harris umfassen. Der dritte, als Abschluss angekündigt, setzt Stunden nach dem Ende von One More Shot ein. In einem Franchise dieser Bauart ist die Kamera kein Stil, der über die Handlung gelegt wird. Sie ist deren Maßband.

YouTube Video

Die Besetzung liest sich wie eine Schlussabrechnung. Adkins spielt Harris als Mann, dessen Reserven aufgebraucht sind: The Last Thing I See beschreibt ihn als müde, er wolle nur noch nach Hause zu seiner Familie, bevor Admiral Mulholland ihn ins Zugriffsteam holt, mit einem zweiten, vertraulichen Befehl, den Anführer der Geiselnahme zu töten. Dieser Mann ist Elliot Carter, gespielt von Steven Cree, ein alter Freund, der einst eine Kugel für Harris abfing. Mulholland wurde im Vorgängerfilm erwähnt, aber nie gezeigt. Ihm Lundgrens Gesicht zu geben, ist ein kleines Stück Franchise-Design: Die Stimme am anderen Ende der Leitung bekommt einen Körper, und die Befehlskette der Reihe hat endlich jemanden an ihrer Spitze.

Nunn hat alle drei Teile inszeniert, Jamie Russell schreibt die Reihe, und für die Kampfchoreografie ist laut The Last Thing I See Tim Man verantwortlich. Das Modell ist dasselbe geblieben: überschaubare Budgets, begrenzte Schauplätze und ein einzelner Held, der sich durch sie hindurcharbeitet. Das vorige Kapitel entstand größtenteils nachts am Londoner Flughafen Stansted, nachdem die Passagiere gegangen waren. Der Ehrgeiz steckt in der Planung, nicht im Etat, und Cinapse fasst das Ergebnis in genau diesen Kategorien. Gerade angesichts des bescheidenen Budgets sei die filmische Umsetzung „blendend“, schreibt die Seite.

Was die Kritiken beschreiben, ist ein Tempowechsel innerhalb derselben Grammatik. Laut The Last Thing I See entfaltet sich die erste Hälfte „bedächtiger und gemessener“, die Kamera bleibe bei dem Trupp, während er versucht, in die Anlage einzudringen, bevor die Action übernimmt. Cinapse zählt die Räume auf, durch die sich die Kamera bewegt: Zimmer, Flure, ein Quad, ein Boot. Beide erwähnen Kämpfe zwischen Adkins und Kane Kosugi, der Lee spielt, und The Last Thing I See hebt eigens eine Verfolgungsjagd mit dem ATV hervor, die als eine einzige Einstellung durchgehalten wird. Der offizielle Trailer, veröffentlicht vom Heimkino-Label von Sony, nennt Adkins und Lundgren gemeinsam im Titel.

Die Form setzt zugleich die Grenzen dessen, was der Film für sich beanspruchen kann. Eine Einstellung, die ungebrochen wirken soll, beruht dennoch auf versteckten Schnitten. Die Kontinuität ist also eine im Schneideraum gebaute Illusion, und die Kritiken behandeln sie als Handwerk, nicht als Beweis für irgendetwas. Beim Rest fallen dieselben Stimmen kühler aus. Cinapse sieht Adkins über weite Strecken der ersten Hälfte in der zweiten Reihe, gesteht Lundgren nur wenige Minuten Leinwandzeit zu und meint, der Schurke hätte einen zweiten Actionstar vom Kaliber eines Adkins gebraucht, so wie One More Shot ihn mit Michael Jai White hatte; außerdem verweist die Seite auf vertraute Handlungselemente und eine plakative politische Botschaft. The Last Thing I See merkt an, dass der Film Loyalität, Kriegsgewinnler und einen Staat, der seine Soldaten im Stich lässt, anreißt, ohne zu einem dieser Themen Stellung zu beziehen, und dass gerade an diesen Stellen das Tempo nachlässt. Ein Kapitol auf dem Plakat verspricht Größe. Eine abgeriegelte Anlage ist das tatsächliche Format der Geschichte.

A still from the action thriller One Last Shot directed by James Nunn in 2026
A still from One Last Shot (2026), directed by James Nunn

Zur Besetzung gehören außerdem Hannah Ware als Elena Torres, Neil Linpow, Ray Fearon und Tom Dunne. TMDB führt Sky Cinema und Signature Films unter den Produktionsfirmen, die Heimkinoauswertung liegt bei Sony Pictures Entertainment. One Last Shot ist in den USA mit R eingestuft und läuft rund 98 Minuten. Dort erschien der Film am 22. September 2026 digital in HD und auf DVD, unter anderem über Amazon Video und iTunes, ohne verzeichneten Kinostart. Er bleibt damit in der Direct-to-Video-Sparte, in der Cinapse die Reihe zu den ehrgeizigsten Action-Franchises zählt. Einen deutschen Titel gibt es laut TMDB nicht, auch hierzulande läuft der Film als One Last Shot; für Deutschland verzeichnet die Datenbank eine digitale Veröffentlichung am 22. September 2026.

Falls dies wirklich die letzte Runde ist, endet die Reihe dort, wo sie begann: ein Mann, ein Gebäude und eine Kamera, die sich weigert, lange genug wegzusehen, um ihn zur Ruhe kommen zu lassen.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

Schlagwörter: , , , , ,

Fügen Sie uns bei Google hinzu

Diskussion

Es gibt 0 Kommentare.