Kino

Chase Yi führt Paranormal Activity 8 an: Blumhouse setzt auf einen A24-Autor, um Found Footage neu zu beleben

Der 'Mythic Quest'-Schauspieler übernimmt die Hauptrolle, während Paramount und Blumhouse den achten Teil der Reihe dem 'Undertone'-Regisseur Ian Tuason anvertrauen
Camille Lefèvre

Als Paranormal Activity 2009 einen 15.000-Dollar-Heimfilm in ein Phänomen von fast 194 Millionen verwandelte, brachte das nicht nur Fortsetzungen hervor — es reichte Hollywood eine Schablone, um Grauen per Tabellenkalkulation zu fertigen. Sieben Teile später ist diese Schablone zur Marke erstarrt. Das Aufschlussreichste am achten Film ist deshalb nicht seine noch versiegelte Handlung, sondern die Art von Filmemacher, die Paramount und Blumhouse Atomic Monster für den Neustart engagiert haben.

Wie Deadline zuerst berichtete, übernimmt Chase Yi die Hauptrolle im nächsten Kapitel der Found-Footage-Reihe. Yi ist ein ungewöhnlicher Anker für ein Horror-Zugpferd: Seine Laufbahn führt über Komödie und Prestige-Fernsehen — Apples Mythic Quest, Hacks, The Rehearsal, High Potential — statt über die Scream-Queen-Pipeline, aus der das Genre sonst schöpft. Einen im Timing und im trockenen Humor geschulten Darsteller statt purem Schrecken zu besetzen, deutet auf einen Film hin, der eher auf Figur als auf Schreckmomente baut.

Der größere Hinweis ist der Regisseur. Ian Tuason ist ein Filmemacher aus Toronto, der mit Live-Action-VR-Horror-Kurzfilmen mit Millionen Aufrufen bekannt wurde und mit Undertone den Durchbruch schaffte — dem A24-Schocker, der beim Festival International Fantasia den Publikumspreis für den kanadischen Film gewann. Seine Sensibilität ist das Gegenteil von Franchise-Effizienz: Undertone baute sein Grauen aus Klang statt aus Spektakel. Ihm eine statische Nachtsichtkamera in die Hand zu geben, ist die Wette, dass die Zurückhaltung eines Autors schafft, woran Fortsetzungen mit sinkendem Ertrag scheiterten.

Es passt auch zu der Strategie, die Jason Blum seit über einem Jahrzehnt fährt: Festivalregisseure mit kleinem Budget in den Studio-Horror zu heben. Blum produziert gemeinsam mit James Wan über Blumhouse Atomic Monster, mit Reihen-Schöpfer Oren Peli über dessen Label Solana Films an Bord. Für Paramount ist die Wette auf einen relativ unerprobten Regisseur und einen aus der Komödie kommenden Hauptdarsteller ein kostengünstiger Test, ob eines der erschöpftesten Horror-Franchises noch Kino-Zugkraft hat.

Paramount hat den Film auf den 21. Mai 2027 datiert, einen begehrten Frühsommer-Slot für Horror. Das Bild, das er heraufbeschwört, ist seine eigene Provokation: ein Komödiendarsteller, der im Dunkeln in die für die Reihe typische starre Kamera blickt — ein Regisseur, der sich mit dem einen Namen machte, was man nicht sieht, und nun die Serie erbt, die das Publikum lehrte, einen leeren Türrahmen zu fürchten.

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