Kino

Sydney Sweeney macht Honey Traps ersten Schlag zum literarischen Horror-Paket, nicht zum Star-Vehikel

Martha Lucas

Hollywood hat seinen größten Schauspielerinnen ein Jahrzehnt lang eine einzige Lektion eingeschärft: Sichtbarkeit ist gemietet, Eigentum bleibt. Reese Witherspoon machte aus einer Leseleidenschaft Hello Sunshine; Margot Robbie machte aus einem Produktionsdeal die Milliarde von ‚Barbie‘. Sydney Sweeneys Antwort nimmt die Gestalt eines Labels namens Honey Trap an, und ihr Eröffnungszug verkündet, dass sie als jene erinnert werden will, die den Stoff kontrolliert — nicht bloß als das Gesicht, das ihn beleuchtet.

Das Gefährt dieses Ehrgeizes ist, passenderweise, ein Buch. Wie Deadline zuerst berichtete, hat Lindsey Anderson Beer ihren Debütroman ‚Hollow‘ in einem Vorab-Deal an Putnam verkauft und wird die Verfilmung selbst schreiben und inszenieren. Sweeney soll als Katrina Van Tassel die Hauptrolle spielen und über Honey Trap produzieren, an der Seite von Margot Robbies LuckyChap und dem Label Lab Brew — ein Dreierbündnis der Produktion, geschmiedet, noch ehe das Paket ein Studio erreicht hat.

‚Hollow‘ denkt Washington Irvings ‚Die Legende von Sleepy Hollow‘ aus Katrinas Blickwinkel neu und verwebt gotische Atmosphäre und psychologische Intrige zu etwas, das eher einem erotischen Thriller gleicht. Für Beer ist die Quelle nicht beliebig. Sie soll bereits Paramounts ‚Sleepy Hollow‘-Reboot inszenieren, was bedeutet, dass sie nun denselben amerikanischen Mythos doppelt errichtet — einmal als Hüterin der IP eines Studios, einmal als Romanautorin, der die Fassung gehört, die sie erfunden hat. Selten hatte der Kopflose Reiter eine so hingebungsvolle Verwalterin.

Ihr Werdegang macht das Wagnis lesbar. Beer setzte sich mit dem Schreiben für Franchises durch — Transformers, Star Trek, das MonsterVerse — bevor sie ‚Pet Sematary: Bloodlines‘ inszenierte, und ‚Hollow‘ erlaubt ihr, Auftrags-IP gegen Autorschaft zu tauschen. Für Sweeney verläuft die Rechnung parallel. Nachdem sie bewiesen hat, dass sie ‚Anyone But You‘ eröffnen und das Publikum in ‚Immaculate‘ verstören kann, setzt sie darauf, dass ein literarischer Stoff einer Autorenfilmerin, geadelt von LuckyChaps Prestige, ein festeres Fundament ist als ein weiteres Vehikel rund um ihren Namen.

Putnam veröffentlicht ‚Hollow‘ im Herbst 2027, doch der Film will sich zuerst bewegen: Das Paket soll binnen Tagen die Käufer erreichen — eine bewusste Abfolge, die einen Bieterkrieg den Wert des Buches bestimmen lässt und nicht umgekehrt.

Es ist ein sauberes Stück literarischer Ingenieurskunst — eine Autorin, die den abgeschlagenen Kopf verkauft, ehe jemand gelesen hat, wie er rollt. Geht die Auktion auf, hat Sweeney getan, was die neuen Schauspieler-Produzenten am höchsten schätzen: eine Gespenstergeschichte, die sie mitgeformt hat, in Eigentum zu verwandeln, das sie behalten darf.

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