Musik

C. Tangana kehrt mit „Milko Freestyle“ zum Rap zurück und trauert um Milkman

Alice Lange
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C. Tangana ist wieder beim Rap angekommen. «Milko Freestyle», eine neue Single, die ihm und Agorazein zugeschrieben wird – dem Kollektiv aus Madrid, bei dem seine Laufbahn begann –, ist ein kurzer, schnörkelloser Vers über einem klassischen Hip-Hop-Beat. Darin trauert Antón Álvarez um seinen Freund und Weggefährten Milkman und begrüßt, fast im selben Atemzug, seinen neugeborenen Sohn.

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Der Track ist auch deshalb wichtig, weil er auf eine besondere Phase folgt. Mit El Madrileño wandte sich Tangana von der spanischen Urban Music ab und Copla, Flamenco sowie lateinamerikanischem Liedgut zu; anschließend verbrachte er Jahre damit, einen Film statt neuer Platten zu machen. Nun rückt er seinen eigenen Rap wieder ins Zentrum – wenige Tage bevor Agorazein sich auf einer Arena-Bühne in Madrid wiedervereint. In einer Zeile bringt er es unmissverständlich auf den Punkt: «AGZ mi grupo» („AGZ, meine Crew“).

Die Trauer hat einen konkreten Anlass. «Volando pa’ México mientras tú mueres» („Ich fliege nach Mexiko, während du stirbst“), rappt er, später dann: «El Milko se ha ido» („Milko ist fort“). Milkman war der Künstlername von Óscar Botello, einem in Mexiko geborenen und in Texas aufgewachsenen Rapper und Produzenten. Nach Angaben der Rechteverwertungsgesellschaft BMI arbeitete er mit C. Tangana, Belinda, Álvaro Díaz und Jhay Cortez zusammen. Er starb nach einer Notoperation in Mexiko-Stadt. Tangana hatte den Verlust bereits öffentlich gemacht, als er J Balvin auf Instagram wegen eines Bühnen-Tributs an Milkman attackierte. Wie Milenio berichtete, sagte er zu ihm: «se te cae el circo, payaso» („Dein Zirkus fällt auseinander, Clown“).

In der zweiten Hälfte des Verses geht es um das Kind, das zur Welt kam, während Tangana noch mit dem Tod rang. «Y otra vez pensando en el puto legado / En el nombre, en el hambre que voy a dejarle» („Und wieder denke ich an dieses verdammte Vermächtnis / an den Namen, an den Hunger, den ich ihm hinterlassen werde“). Das von Rogelio González gemeinsam mit Tanganas Team Little Spain gedrehte Video zeigt Szenen aus dem Alltag: Der Rapper hält sein Baby, erledigt den Einkauf und bügelt.

Daneben rechnet Tangana mit seiner eigenen Karriere ab. Der Song beginnt mit den Reaktionen auf El Madrileño: «la mitad de los rappers de España querían echarme a patadas del gremio» („Die Hälfte der Rapper in Spanien wollte mich aus dem Gewerbe treten“). Danach geht es um die Grammys und Las Vegas; außerdem räumt er ein, mit Tourneen Geld verloren zu haben. Der Beat stammt von KevD und Jambo. Jenesaispop zufolge ist Jambo der bürgerliche Name von Raúl Bermejo, einem Produzenten aus Murcia, der mit Kanye West gearbeitet hat und ebenfalls mit Milkman befreundet war. Hinter der Kamera wiederum wurde Tanganas Dokumentarfilm La guitarra flamenca de Yerai Cortés mit zwei Goya-Preisen ausgezeichnet.

Es bleibt ein Freestyle und ist kein neues Projekt. Der Track dauert zwei Minuten und zehn Sekunden; ein Album wurde nicht angekündigt. Auch die Berichterstattung rund um die Veröffentlichung lässt offen, ob noch mehr kommt. Agorazein wird als Mitwirkender genannt und in einer Zeile gerufen, doch Tangana rappt allein. Sticky M.A., Jerv.AGZ, I-Ace und Fabianni sind also dem Namen nach dabei, nicht aber im Vers. Da der Track kurz vor einer Reunion-Reihe erscheint, für die laut Metal Magazine innerhalb weniger Stunden alle Karten ausverkauft waren, funktioniert er – unabhängig davon, wie aufrichtig er gemeint ist – auch als äußerst wirksame Werbung.

Das Video feierte am 4. November um Mitternacht spanischer Zeit auf dem CTanganaVEVO-Kanal Premiere. Am selben Tag kam die Single auf die Streamingdienste; innerhalb von anderthalb Tagen verzeichnete das Video auf YouTube mehr als 750.000 Aufrufe. Milkman starb am 12. Februar 2026. Agorazein spielt am 15., 16., 17. und 18. November in der Movistar Arena in Madrid – zehn Jahre nach dem 2016 erschienenen Album Siempre. Die angekündigte Reunion beschränkt sich auf diese vier Abende in Madrid.

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