Musik

Haley Heynderickx produziert erstmals ein Album – Biita Houdeis Folk-Debüt mit persischen Wurzeln

Big-Thief-Gitarrist Buck Meek ist auf This Bed Was Made For Me dabei – und die frühere LéPonds geht im Oktober erstmals auf Europatour
Alice Lange
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Haley Heynderickx gilt seit Jahren als eine der leise verehrten Songwriterinnen des amerikanischen Folk, als diese Stimme aus Portland, deren Platten unter Freunden wie ein Geheimtipp weitergereicht werden. Ihre erste Arbeit als Produzentin gilt allerdings nicht der eigenen Musik. Sie gilt Biita Houdei, der in Missouri aufgewachsenen Songwriterin, die früher als LéPonds veröffentlichte und nun ein Debütalbum vorlegt, das zu ihren persischen Wurzeln zurückreicht und dabei fest in der amerikanischen Gegenwart steht. Es heißt This Bed Was Made For Me, und auch Buck Meek von Big Thief ist darauf zu hören.

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Die Freundschaft dahinter besteht seit rund acht Jahren. Laut den Albumnotizen lernten sich die beiden kennen, als Houdei 2018 im Vorprogramm von Heynderickx spielte. Vor den Aufnahmen gingen sie gemeinsam in eine Schreibklausur im ländlichen Oregon, jede in ihrem eigenen kleinen Camper. Diese Nähe nahmen sie mit in ein „kleines Studionest“ in Portland: eine umgebaute Garage mit orangefarbenen Hochflorteppichen, summenden Bier-Leuchtreklamen, Lavalampen, Tonband und Hallplatten aus den Siebzigern. Aufgenommen wurde an zehn vollen Tagen am Stück, mit Sahil Ansari als Produzent und Toningenieur.

Biita Houdei resting her face in her hands outdoors
Photo: Lisa Harper / Rola Music press kit

Der Namenswechsel gehört zur Geschichte. Biita, ausgesprochen „Bii-ta“, bedeutet auf Farsi „einzigartig“ und war ein Geschenk ihrer Tante. „Ich trage diesen Namen mit Stolz“, sagt sie in den Albumnotizen. „Er bringt mich meinem persischen Erbe so viel näher.“ Auf vierzehn Songs und knapp 45 Minuten trifft diese Herkunft auf eine unruhige amerikanische Landkarte: Mehrere Stücke entstanden im kalifornischen Topanga Canyon, während in der Nähe Waldbrände loderten und fern der Ozark-Heimat, die sie vermisste. Heute lebt sie in den Catskills, nahe Woodstock im Bundesstaat New York.

Im Opener „The Ground Here“ kommt Buck Meek hinzu, Gitarre und Stimme mit ihrer verwoben, während der Song von einem ausgedörrten kalifornischen Sommer zu den Flüssen der Ozarks wandert. „Night Fright“, die Single mit offiziellem Musikvideo, ist das Herzstück der Platte: eine Beziehung, die verknotet beginnt und schließlich aufblüht. Das Stück danach ist ein kurzes, geisterhaftes Echo, derselbe Refrain, von Houdei und Heynderickx gemeinsam gesungen und anschließend von Ansari verfremdet.

Das ganze Projekt folgt einer handwerklichen Logik. Houdei nähte während der Entstehung für jeden Song einen Aufnäher, die fertige Quiltdecke wurde zum Cover. Sie bittet darum, dem Album Zeit zu geben, statt es in Playlists anzuspielen; viele ihrer Lieblingsalben, sagt sie, hätten sich ihr nicht sofort erschlossen.

Biita Houdei seated with an acoustic guitar
Photo: Seth Naugle / Rola Music press kit

Zuvor veröffentlichte Houdei als LéPonds mehrere unabhängige Alben und tourte mit Künstlern wie Jeff Tweedy, Natalie Prass und Black Belt Eagle Scout. This Bed Was Made For Me erschien am 18. September bei Basin Rock in Europa und Father/Daughter Records in Nordamerika, auf Vinyl und CD.

Nun folgt ihre erste Europatournee, organisiert von der Wiener Agentur Rola Music und präsentiert von ByteFM und Cute & Dangerous. Sie beginnt am 10. Oktober im britischen Todmorden, führt über Birmingham und London und dann quer durch den Kontinent, unter anderem nach Freiburg, Rotterdam, Köln, Kopenhagen, Hamburg, Berlin und München, bevor sie am 4. November in Wien endet. Mehrere der kleineren Termine in Deutschland sind bei freiem Eintritt.

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