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James Austin Johnson: Der SNL-Imitator, der mit He’ll Yeah seine eigene Stimme sucht

Penelope H. Fritz
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James Austin Johnson
James Austin Johnson
Photo: Bryanbstray / CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Geboren19. Juli 1989
Nashville, Tennessee, United States
BerufKomiker, Schauspieler und Imitator
Bekannt fürAlles steht Kopf 2, Like a Complete Unknown, The Running Man

An vielen Samstagabenden gehört die erste Stimme, die das Publikum bei Saturday Night Live hört, jemand anderem. James Austin Johnson ist der Mann der Show für den Präsidenten: erst Joe Biden, dann sehr viel häufiger Donald Trump, den er als jemanden spielt, der von einer Kränkung zur nächsten taumelt, ohne dass jemand im Raum ihn aufhält. Dafür kennen ihn die meisten. Zugleich verrät diese Arbeit wohl am wenigsten darüber, wer er ist.

Genau diese Kluft steht nun im Mittelpunkt. In seiner ersten Stand-up-Show in voller Länge, He’ll Yeah, lädt er das Publikum ein, den Nashville-Comedian hinter den geliehenen Stimmen kennenzulernen. Und es ist nicht das erste Mal, dass er eine Version seiner selbst hinter sich lässt, die nicht mehr zu ihm passt.

Johnson wurde im Juli 1989 in Nashville geboren und wuchs mitten in der christlich geprägten Unterhaltungsbranche der Stadt auf. Als Kind wirkte er in Produktionen von Lifeway Christian Resources mit, dem in Nashville ansässigen Verlag der Southern Baptists. Als Teenager begann er mit Stand-up und trat eine Zeit lang als christlicher Comedian auf. Schon damals, erzählte er dem Brooklyn Magazine, stand er aber auch bei Open Mics der Alternative-Comedy-Szene auf der Bühne und „tanzte wie ein Roboter zu Pink Floyd“.

Er besuchte die Davidson Academy, machte 2011 seinen Abschluss an der Trevecca Nazarene University und verbrachte seine frühen Zwanziger mit dem, was er später „christliche Filme, an die sich niemand erinnert“ nannte. Dazu gehörte October Baby, in dem er eine Figur namens Truman spielte, ebenso wie Blue Like Jazz. Aus diesem Umfeld auszusteigen, sei „ein Schritt gewesen, der mehr mit meinen tatsächlichen Überzeugungen übereinstimmte“, sagte er. 2013 zog er nach Los Angeles.

Die Jahre in Los Angeles waren der typische harte Alltag eines Comedians, mit Rollen und Aufträgen, die im Rückblick besser aussehen als damals. Er arbeitete als Studioassistent bei Hail, Caesar! der Coen-Brüder, spielte Fred Whalen in einer Folge von Better Call Saul, war in Adam Ruins Everything, All Rise und Future Man zu sehen und drehte einen Werbespot für DirecTV mit Peyton Manning. Die Imitation, die sein Leben veränderte, begann als Online-Hobby. Im August 2020 verbreitete sich ein Clip, in dem er Trump imitierte, auf Twitter und erreichte mehr als eine Million Aufrufe; innerhalb eines Jahres wurde er zum Vorsprechen für die Show eingeladen.

Zur 47. Staffel von Saturday Night Live stieß er 2021 als Featured Player, gemeinsam mit Aristotle Athari und Sarah Sherman. Sein erster Auftritt vor der Kamera war als Biden im Cold Open der Premiere. Fünf Folgen später kam Trump hinzu. Es sollte die letzte Staffel für acht Ensemblemitglieder sein, darunter Pete Davidson und Kate McKinnon, während der Neuzugang mit den Präsidentenstimmen auch den Umbruch überstand. 2023 wurde er ins feste Ensemble befördert.

Was seine Trump-Imitation von den früheren unterscheidet, ist die Herangehensweise. Johnson improvisiert sie größtenteils und baut seine Monologe aus Abschweifungen, so wie es der echte Trump tut. Er sagte, dass es auf der Bühne nicht funktioniert habe, einfach Dinge zu wiederholen, die Trump tatsächlich gesagt hatte. „Ich möchte ihn so spielen, als würde ein Mann allein in einem Raum reden und einfach all diese Dinge sagen“, erklärte er im Juni bei der Tribeca-Premiere von Playing POTUS, Josh Greenbaums Dokumentarfilm über Präsidenten-Imitationen. Dann legte er nach: „Ich glaube, ich spiele seinen Charme vielleicht ein bisschen stärker heraus als Alec.“

Diese Entscheidung erklärt, warum die Imitation so lange trägt – und sie hat ihren Preis. Ein Trump, der charmant und in seinem Rhythmus locker, fast herzlich daherkommt, ist lustiger als ein bedrohlich gespielter Trump und lässt sich Woche für Woche leichter ertragen. Dasselbe Problem verfolgt Johnson auch außerhalb des Fernsehens. Als er 2023 mit seiner Live-Show The Age of JAJ im Londoner Soho Theatre auftrat, nannte Steve Bennett von Chortle ihn „zweifellos einen brillanten Imitator“, fand die Stunde aber „sehr unausgewogen: Auf brillante Momente folgen überlange, selbstverliebte Abschweifungen“. Dazu zählte ein zehnminütiger Teil über The Highwaymen, der dem Urteil der Kritik nach für ein britisches Publikum zu speziell war. Johnson hat offen über diese Falle gesprochen. Auftritte in älteren Veranstaltungsräumen im Süden, voller „Leute, die mich nur wegen Trump und Biden kennen“, seien schwieriger, sagte er dem Brooklyn Magazine, weil „sie eigentlich nicht wegen meiner Comedy da sind“.

Seine andere berühmte Stimme gehört Bob Dylan und hat ihn an ungewöhnlichere Orte geführt. Er sprach Dylan in John Mulaney Presents: Everybody’s in LA, Mulaneys Netflix-Talkshow, und trat anschließend in James Mangolds Dylan-Film Like a Complete Unknown auf – nicht als Dylan, sondern als Conférencier im Gerde’s Folk City, dem Club in Greenwich Village aus Dylans frühen New Yorker Jahren. Die Arbeit als Sprecher ist zu einem zweiten Standbein geworden. Er lieh Pouchy seine Stimme, der sprechenden Gürteltasche in Pixars Alles steht Kopf 2, sprach Trump in She Said und übernahm die Rolle des Ansagers in Edgar Wrights The Running Man.

He’ll Yeah ist bislang der deutlichste Versuch, sein eigenes Material in den Vordergrund zu stellen. Johnson schrieb das Programm, Bryan B. Stray führte Regie. Zusammengeschnitten wurde es aus Auftritten im The Den Theatre in Chicago und im Cobb’s Comedy Club in San Francisco sowie einer Show in seiner Heimatstadt im Zanies in Nashville. Premiere feierte das Programm am 31. August bei Gorilla Comedy+, dem neuen Streamingdienst des Comedy-Labels 800 Pound Gorilla; am 22. September folgte die Veröffentlichung auf YouTube. Vier Tage später war Johnson beim Cold Open der Premiere der 52. Staffel der Show zurück – moderiert von Jalen Brunson von den Knicks – und spielte Trump an der Seite von Ramy Youssefs Zohran Mamdani.

Abseits des Studios heiratete Johnson 2018 Rebekah Lain. Ihr Sohn Homer, benannt nach Johnsons verstorbenem Großvater, kam 2022 zur Welt. In den Pausen der Show kehrt die Familie nach Nashville zurück, in die Nähe beider Großelternpaare.

Die nächste Stimme in seinem Terminkalender gehört einer Spinne. Johnson spricht Fuzzy, das Haustier von Red und Silver, in Angry Birds 3 – Der Film, der am 23. Dezember von Paramount in die Kinos gebracht wird. Es ist ein weiterer geliehener Körper, wie bei den meisten seiner bekanntesten Arbeiten. Die größere Herausforderung ist die, die He’ll Yeah ihm stellt: Wird das Publikum, das ihn als Präsidenten kennt, auch für James Austin Johnson kommen?

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