Fußball

WM 2026, Gruppe G: Belgien Favorit auf den Gruppensieg — Salah macht Platz zwei zum echten Duell

Jack T. Taylor

Belgien betritt Gruppe G als Favorit — aber die Rolle sitzt schlecht. Die Goldene Generation hat drei Saisons des Scheiterns hinter sich: Gruppenphase der Nations League, Achtelfinale bei der EM, Trainerentlassung. Domenico Tedesco wurde im Januar 2025 abgelöst, Rudi Garcia übernahm. Die Substanz ist weiterhin beachtlich: Thibaut Courtois fit und auf Topniveau bei Real Madrid, Kevin De Bruyne als Spielmacher mit 34 Jahren, Romelu Lukaku trotz der Belastungen eines 33-Jährigen nach wie vor ein Mittelstürmer mit der Intelligenz, eine Abwehrkette zu beschäftigen. Diese Gruppe verlangt Leistungen — kein bloßes Überwintern.

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Garcias 4-3-3 hat einer orientierungslosen Mannschaft Struktur gegeben. Der 5:2-Sieg gegen die USA im Testspiel Ende März zeigte Belgiens Potenzial: De Bruyne und Lukaku im Gleichklang, Jérémy Doku auf der linken Seite mit durchschlagendem Tempo, Leandro Trossard intelligent von rechts. Wenn diese fünf gleichzeitig funktionieren, zählt Belgien zu den stärksten Angriffseinheiten des Turniers. Das Problem war stets die Konstanz. In der Qualifikation verloren sie einmal, trennten sich zweimal unentschieden — solide, aber ohne Dominanz.

Salah und Ägyptens historische Chance

Ägypten kommt mit einem Namen, der mehr wiegt als die FIFA-Rangliste vermuten lässt. Mohamed Salah führt das Team als Kapitän an — er wird im Juni 34 — und tritt in das Turnier ein, der nur zwei Treffer vom ägyptischen Nationalmannschaftsrekord von 69 Toren entfernt ist, der von Hossam Hassan gehalten wird. Hassan ist jetzt sein Trainer — Nachfolger und Vorgänger teilen sich die Trainerbank. Neben Salah hat sich Omar Marmoush bei Manchester City zu einem Stürmer entwickelt, der ohne Ball presst und sauber abschließt. Das realistische Ziel Ägyptens: erstmals das Achtelfinale einer WM zu erreichen.

Was Ägypten fehlt, ist defensive Stabilität gegen Spitzenteams. Der erste Gruppenspiel in Seattle gegen Belgien entscheidet den Ausgang. Salah wird auf dem Niveau spielen, das er in entscheidenden Spielen immer zeigt. Die Frage ist, ob die Struktur um ihn herum standhält, wenn Belgien über Doku und Trossard breiten Druck aufbaut — und ob Marmoush die Zuspiele liefern kann, die Salah braucht, um entscheidend zu sein.

Irans Disziplin, Neuseelands letzter Auftritt

Der Iran hat seine WM auf Amir Ghalenoeis Kontersystem aufgebaut: tiefes Defensivverhalten, Raumsicherung, schnelles Umschalten über Alireza Jahanbakhshs Läufe und Mehdi Taremis Fähigkeit, den Ball unter Druck zu sichern. Taremi, jetzt bei Olympiacos, ist zuverlässig, wenn der Ball unter kontrollierten Bedingungen ankommt. Alireza Beiranvand ist ein eindrucksvoller Torhüter. Weder Belgien noch Ägypten sollten den Iran in den ersten beiden Spieltagen unterschätzen — ein Punkt durch eine disziplinierte Defensivleistung ist ein realistisches Ziel.

Neuseeland kommt als schwächstes Team des Turniers, Rang 85 der Welt. Darren Bazeley formt die All Whites um Chris Wood, der das Team mit 34 Jahren und 45 Länderspieltoren anführt — höchstwahrscheinlich sein letztes Weltmeisterschaftsturnier. Gegen Belgien und Ägypten ist der Abstand zu groß. Gegen den Iran in Los Angeles am ersten Spieltag könnte es enger werden, sollte der Iran zurückhaltend taktieren.

Die Prognose

Belgien gewinnt Gruppe G. Ihr Kaderqualität übersteigt die des Iran und Neuseelands deutlich. Das eigentliche Risiko ist nicht das Ausscheiden, sondern eine Niederlage gegen Ägypten in Seattle, die Belgien zwingt, den Rückstand aufzuholen. Platz zwei gehört Ägypten — Marmoush und Salah ergeben zusammen eine vollständigere Mannschaft als 2022. Der Iran landet auf Platz drei, Neuseeland scheidet mit Anstand aus.

Das Spiel Belgien gegen Ägypten in Seattle ist der Schlüssel. Trifft Salah und Belgien verliert Punkte am ersten Spieltag, wird diese Gruppe interessanter als erwartet.

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