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Motorola Signature 27: Marktstart und Preis, 500 Euro Unterschied zwischen Deutschland und Benelux

Adrian Kessler
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Motorola hat für sein neues Signature-Flaggschiff endlich einen Preis und einen Verkaufsstart genannt. Die wichtigste Erkenntnis der Ankündigung: Für beides gibt es keine einheitliche Antwort. Wo man lebt, entscheidet darüber, wann man das Smartphone kaufen kann, welche Version man bekommt und wie viel man am Ende tatsächlich vom Listenpreis bezahlt.

Die meisten Berichte nannten die US-Preise und beließen es dabei: ein Modell, drei Händler, Verkaufsstart in der Thanksgiving-Woche. Der Verkaufsstart in Europa verrät mehr darüber, wie Motorola das Smartphone vermarktet. Hier kommt es früher auf den Markt, der Listenpreis liegt deutlich über dem des vorherigen Signature, und in einem Land verkaufen einige Partner das Gerät bereits unter diesem Preis, bevor es in einem anderen überhaupt in den Regalen steht.

Wann das Signature 27 in den Verkauf geht

Europa, der Nahe Osten und Afrika sind zuerst dran. Laut GSMArena ist das Smartphone ab dem 16. November in der gesamten Region erhältlich, und zwar in den beiden Farbvarianten Pantone Coal Smoke und Pantone Capulet Olive. Der regionale Termin deckt allerdings ein Flickwerk verschiedener Startdaten ab. Für Deutschland hat Motorola keinen konkreten Tag genannt: Basic Tutorials beruft sich auf die deutsche Website Handyhase, die von „etwa dem 16. November“ spricht, während Notebookcheck einen Start bereits in der kommenden Woche für möglich hält. In den Benelux-Ländern kommt das Smartphone laut ITdaily Anfang Dezember in die Geschäfte.

In den USA beginnen die Vorbestellungen am Donnerstag, dem 19. November; der Verkauf startet eine Woche später, am 26. November. Das ist Thanksgiving und fällt damit mitten in den Black-Friday-Einkauf, wie Android Headlines anmerkt. Motorola.com, Amazon und Best Buy verkaufen alle dasselbe entsperrte Modell. Kein US-Mobilfunkanbieter will es ins Sortiment aufnehmen, und in Nordamerika ist vorerst allein die USA als Markt vorgesehen: Zum Verkaufsstart kommt das Smartphone nicht nach Kanada.

Was es kostet – und warum der Europreis zwei Zahlen hat

Der US-Preis ist einfach: Das Signature 27 kostet 1.599,99 US-Dollar und wird nur in einer Konfiguration angeboten, mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher. Eine günstigere Version mit 256 GB gibt es in Nordamerika nicht. Android Headlines bezeichnet es als das teuerste herkömmliche Smartphone im klassischen Barrenformat, das jemals in den USA verkauft wurde.

In Europa wird die Preisgestaltung interessanter. GSMArena nennt eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.899 Euro; Basic Tutorials bestätigt diesen Preis für Deutschland und nennt für die Schweiz zusätzlich 1.899 Franken. Laut GSMArena wird das Smartphone in ausgewählten Ländern bei einigen Händlern und Partnern außerdem für 1.399 Euro erhältlich sein. Genau diesen Preis nennt ITdaily für die Benelux-Länder, inklusive Mehrwertsteuer; dort legt Motorola zudem ein Jahr kostenlose Displayreparaturen obendrauf. Für dasselbe Smartphone ergibt sich damit innerhalb derselben Währung eine Preisspanne von 500 Euro. Welche Speichervariante man für 1.899 Euro bekommt, ist noch unklar. GSMArena führt für die globale Produktreihe 12 oder 16 GB RAM sowie 256 oder 512 GB Speicher auf.

Motorola hat den Preissprung nicht erklärt. Android Headlines führt ihn größtenteils auf den Speicher zurück: Die RAM-Preise seien innerhalb von neun Monaten um mehr als 400 Prozent gestiegen. Hinzu komme ein teurerer Qualcomm-Chip, nachdem Qualcomm im September die Preise für seine gesamte Produktpalette angehoben hatte. Das erste Signature kam im Januar in Europa mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher für 999,99 Euro auf den Markt. Der neue Listenpreis ist also beinahe doppelt so hoch. Uneinheitliche Preise sind bei dieser Modellreihe allerdings nichts Neues. GSMArena merkte an, dass der Preis des ursprünglichen Signature in Finnland kurz vor dem Verkaufsstart auf 1.300 Euro stieg, während er in den meisten Ländern der Eurozone bei 1.000 Euro blieb.

Für Käuferinnen und Käufer ist ein Listenpreis, den Handelspartner schon am ersten Verkaufstag unterbieten, eher eine Obergrenze als ein tatsächlicher Kaufpreis. Motorola Deutschland verspricht „attraktive Angebote zum Verkaufsstart“, ohne zu sagen, worin diese bestehen. Als das erste Signature auf den Markt kam, erhielten laut Basic Tutorials alle, die sich vorab registriert hatten, 150 Euro Rabatt und eine Moto Watch gratis. In den USA gibt es die Extras direkt bei Motorola.com: Finanzierung, eine Moto Watch Ultra und ein kostenloses Jahr Moto Care; bei allen drei Händlern werden außerdem Altgeräte in Zahlung genommen. Unabhängig vom Land sollte man im Budget Platz für ein Ladegerät lassen. Im Karton liegt nur ein USB-C-Kabel; das 90-Watt-Ladegerät muss separat gekauft werden.

Was man für sein Geld bekommt – und worauf man verzichtet

Im Inneren arbeiten Qualcomms Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 und ein 7.000-mAh-Akku mit Silizium-Kohlenstoff-Technologie. Er ist 35 Prozent größer als der Akku des Vorgängers und lässt sich mit 90 Watt kabelgebunden oder mit 50 Watt kabellos laden. Der Akku hat seinen Preis beim Gehäusevolumen: Das Smartphone ist 7,99 mm dick und wiegt 227 g; das ursprüngliche Modell kam auf etwa 7 mm und 186 g. Wer für Deutschland eine Angabe von 5.500 mAh gesehen hat, kann sie ignorieren. Motorola teilte Notebookcheck mit, die deutsche Pressemitteilung sei fehlerhaft gewesen und der Akku habe überall 7.000 mAh.

Das 6,8 Zoll große Tandem-AMOLED-Display erreicht laut Hersteller eine Spitzenhelligkeit von 12.000 Nits. GSMArena weist jedoch darauf hin, dass dieser Wert bei einem durchschnittlichen Bildpegel von 1 Prozent gilt; ITdaily merkt zudem an, dass noch keine unabhängigen Messungen vorliegen. Die Bildwiederholrate sinkt gegenüber den 165 Hz des Vorgängermodells auf 120 Hz. Auf der Rückseite sitzen eine 50-MP-Hauptkamera mit Sony LYTIA L910, ein 200-MP-Periskop-Teleobjektiv mit dreifachem optischem Zoom, eine 50-MP-Ultraweitwinkelkamera und ein eigener Event-Vision-Sensor. Dieser erfasst Veränderungen des Lichts auf Pixelebene, um schnelle Bewegungen einzufrieren. AndroidGuys merkt zu Recht an, dass erst Tests zeigen müssen, ob der Sensor tatsächlich bessere Fotos ermöglicht.

Motorola verspricht sieben Android-Upgrades und bis zu sieben Jahre Sicherheitsupdates. Der Zeitraum beginnt mit dem weltweiten Marktstart des Smartphones, nicht erst an dem Tag, an dem es im jeweiligen Land erhältlich ist. Die Partnerschaft zwischen Motorola und GrapheneOS ist zwar Realität, aber noch nicht so weit: Das Smartphone ist für das datenschutzorientierte Betriebssystem ausgelegt, wird jedoch nicht ab Werk damit ausgeliefert.

Für Käuferinnen und Käufer in Europa könnte sich am Ende ausgerechnet die Signature-27-Version mit dem spätesten Start als bestes Angebot erweisen: das Modell für die Benelux-Länder, das einige Wochen nach dem Rest der Region kommt, 500 Euro unter dem deutschen Listenpreis liegt und bei dem Displayreparaturen inklusive sind.

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