Wirtschaft und Finanzen

Privates Beschäftigungswachstum fällt auf 38.000 im August — Fed-Zinsentscheidung naht

Victor Maslow

Die Einstellungszahlen des privaten Sektors beliefen sich im August auf 38.000 neue Stellen – neuntausend unter den Prognosen und der schwächste Monatswert, den ADP in diesem Jahr verzeichnet hat – und der Fehlschlag kommt genau in dem Moment, in dem die Entscheidung der Federal Reserve für September am stärksten in der Schwebe ist.

Für die Millionen von Amerikanern, die bei den derzeit hohen Zinsen Hypotheken, Autokredite oder revolvierende Kreditsalden bedienen müssen, ist der nächste Schritt der Fed keine abstrakte Größe. Der Leitzins der Zentralbank liegt bei einer Obergrenze von 3,75 % – bereits der höchste Stand seit fast zwei Jahrzehnten – und eine weitere Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt, die der Markt inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als zwei zu eins einpreist, würde die Kreditkosten noch weiter in die Höhe treiben. Die Hypothekenzinsen für 30-jährige Darlehen lagen 2026 die meiste Zeit über über 8 %, was Erstkäufer aus dem Markt drängt und den Markt für Bestandsimmobilien auf das niedrigste Transaktionsvolumen seit einem Jahrzehnt schrumpfen ließ.

Die ADP-Zahl kommt in einem besonderen Kontext. Der offizielle Beschäftigungsbericht des Bureau of Labor Statistics für Juli zeigte, dass die Wirtschaft 23.000 Arbeitsplätze abgebaut hat – ein unerwarteter Rückgang, der den vorsichtigeren Mitgliedern der Federal Reserve Grund gab, bei der damaligen Sitzung an der Zinspause festzuhalten. Das ADP-Ergebnis für August schärft das Bild, ohne es zu klären. Private Arbeitgeber haben zwar Stellen geschaffen, aber weit weniger als erwartet. Bildung, Gesundheitswesen, Freizeit und Gastgewerbe sowie das Baugewerbe verzeichneten Zuwächse, aber das verarbeitende Gewerbe verbuchte den stärksten monatlichen Rückgang seit mehr als einem Jahr – ein Zeichen dafür, dass die weltweite Nachfrageflaute die heimischen Fabrikhallen erreicht.

Das Argument für eine Zinserhöhung stützt sich nicht allein auf die Beschäftigungszahlen. Der Ölpreisanstieg – Brent-Rohöl ist aufgrund neuer Versorgungsängste im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten auf fast 94 Dollar pro Barrel geklettert – ist das gewichtigere Argument für die drei Mitglieder des Federal Open Market Committee, die bei der Juli-Sitzung gegen die Zinspause gestimmt und sich für eine sofortige Erhöhung ausgesprochen hatten. Energiepreise fließen mit einer Verzögerung von mehreren Monaten in die Kerninflation bei Dienstleistungen ein. Sollte der Preisschub bis September anhalten, wird der Verbraucherpreisindex für Oktober ihn abbilden – und das nur wenige Wochen nach der Entscheidung der Fed.

Gegner einer weiteren Erhöhung argumentieren, dass die Fed Gefahr läuft, in eine sich abschwächende Wirtschaft hinein zu stark zu straffen. Der ADP-Wert für August – 38.000 – ist nun der schwächste Monat im privaten Sektor seit Jahresbeginn. Verfügbarkeit und Qualität der Arbeitskräfte bleiben laut der National Federation of Independent Business das Hauptanliegen von Kleinunternehmern, aber der Rückgang im verarbeitenden Gewerbe deutet auf etwas anderes hin: nicht auf einen Mangel an Arbeitskräften, sondern auf einen Mangel an Aufträgen. In dieses Umfeld hinein die Zinsen zu erhöhen, birgt das Risiko einer härteren Landung, als die Modelle der Fed derzeit vorhersagen.

Das Bureau of Labor Statistics veröffentlicht den offiziellen Beschäftigungsbericht für August am 4. September um 8:30 Uhr Eastern Time. Die Konsensprognose liegt bei etwa 50.000 bis 58.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft – ein Wert, der, falls er bestätigt wird, eine deutliche Verlangsamung gegenüber den Monaten über 100.000 zu Beginn des Jahres 2026 bedeuten würde. Ein Wert unter 40.000 oder ein negativer Ausweis würde die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September wahrscheinlich drastisch sinken lassen. Der Federal Open Market Committee tagt am 15. und 16. September und gibt seine Entscheidung am 16. September bekannt.

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