Kino

Apple stoppt Serie von David E. Kelley und Matt Reeves nach „Fegefeuer der Eitelkeiten“

Liv Altman

Manche literarischen Stoffe tragen einen Warnhinweis, und in amerikanischen Filmen gibt es kaum einen lauteren als Tom Wolfes The Bonfire of the Vanities. Der definitive Roman über die Gier im Manhattan der 1980er Jahre ist auch die Quelle eines der meistanalysierten Desasters Hollywoods – eine opulente, mit Stars gespickte Adaption, die zum Inbegriff dafür wurde, wie aus einer sicheren Sache etwas Verdorbenes wird. Als Apple also den erfolgreichsten Showrunner des Prestigefernsehens mit einem Blockbuster-Regisseur zusammenbrachte, um einen neuen Versuch zu starten, war der Ehrgeiz das eigentliche Statement. Sein stiller Zusammenbruch verrät weniger über die Nervenstärke eines einzelnen Streamingdienstes als darüber, wie hartnäckig sich dieser Stoff denjenigen widersetzt, die überzeugt sind, ihn endlich knacken zu können.

Wie zuerst von Deadline berichtet, hat Apple TV+ beschlossen, die mit Showrunner David E. Kelley und The Batman-Regisseur Matt Reeves entwickelte Limited-Serie nicht fortzuführen; das Projekt wird nun anderen Käufern angeboten. Insidern zufolge ist die Trennung eher kreativer als finanzieller Natur – eine Unstimmigkeit über die Ausrichtung der Serie, wobei Kelley unzufrieden mit der Handhabung der Entwicklung gewesen sein soll.

Das dahinterstehende Studio, Warner Bros. Television, wird voraussichtlich das Paket mit David E. Kelley Productions noch im Verbund anbieten, in der Erwartung, dass ein so schweres Renommee einen Adresswechsel überlebt. Reeves, frisch von der Erschaffung eines noir-getränkten Gotham, hatte sich zur Regie verpflichtet – ein Signal für das Ausmaß, das Apple einst vorschwebte. Für den Streamingdienst liest sich der Rückzug als Teil einer allgemeinen Straffung: Nach Jahren des Prestigekaufs in großem Stil ist das Unternehmen wählerischer geworden, welche teuren Wagnisse tatsächlich als Serie erscheinen.

Die Vorsicht ist ererbt. Brian De Palmas Film von 1990 – mit Tom Hanks, Bruce Willis und Melanie Griffith, die gegen Wolfes beißende Galerie von Anleihenhändlern, Gaunern und Klatschpressegeiern fehlbesetzt waren – bleibt eine Fallstudie studioeigener Selbstsabotage, so traumatisch, dass das Buch fast eine Generation lang unangetastet blieb. Kelleys implizites Angebot war, dass die Weite des Romans schon immer eine Serie war, kein Zweistundenfilm, und dass seine Spezialität der späten Karriere – literarische Bestseller in limitierte Event-Serien wie Big Little Lies und Presumed Innocent zu verwandeln – die fehlende Übersetzung sei.

Diese These geht nun mit ihm zurück auf den Markt. Ein Roman über Menschen, die nicht aufhören konnten, Dinge zu erwerben, ist zu einem Stoff geworden, den Hollywood nicht aufhören kann zu besitzen zu versuchen – und den es, zumindest vorerst, immer noch nicht halten kann.

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