Kino

Tom Hanks, der Schauspieler, den Amerika durch seine dunkelsten Stunden trug

Penelope H. Fritz

Der Astronaut kommt nicht nach Hause. Der Soldat am Strand weiß nicht, wohin er laufen soll. Der Mann, der schiffbrüchig auf einer Insel strandet, spricht mit einem Volleyball — weil mit irgendetwas zu reden die einzige Möglichkeit ist, den Verstand zu behalten. Seit mehr als vierzig Jahren spielt Tom Hanks Männer an der Grenze dessen, was erträglich ist. Was seine Performances dabei immer glaubwürdig gemacht hat, ist nicht, dass er es leicht aussehen lässt. Es ist, dass er es menschlich aussehen lässt.

Er wurde am 9. Juli 1956 in Concord, Kalifornien, als drittes Kind einer Familie geboren, die sich früh auseinanderbrach. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er fünf Jahre alt war, und die folgenden Jahre waren von ständigen Umzügen geprägt — neue Städte, neue Schulen, Stiefeltern und Wohnarrangements, die ihm nach eigenen Worten die Fähigkeit gaben, Situationen schnell einzulesen. Er studierte Schauspiel am Chabot College und an der California State University Sacramento, brach sein Studium jedoch ab, um ein Praktikum am Great Lakes Theater Festival in Cleveland zu absolvieren. Technisch war er nicht der bestausgebildete Schauspieler in einem Raum. Er war mit Abstand der anpassungsfähigste.

Das erste Jahrzehnt seiner professionellen Karriere war Komödien gewidmet, die heute wie Meisterkurse in physischem Einsatz wirken. Big (1988), in dem ein zwölfjähriger Junge in einem Erwachsenenkörper aufwacht, brachte ihm seine erste Oscar-Nominierung und begründete die Erwartungen, die das Publikum an ihn haben würde: Wärme ohne Sentimentalität, Komik ohne Herablassung. Die Leistung ist leicht zu unterschätzen, was genau der Grund ist, warum sie Bestand hat.

Was in der ersten Hälfte der 1990er Jahre folgte, ist eines der bemerkenswertesten Doppelauftritte der Hollywoodgeschichte. Er spielte einen an Aids sterbenden schwulen Anwalt in Philadelphia (1993), zu einem Zeitpunkt, als das Thema für Studios noch gesellschaftlich riskant war, und gewann den Oscar für den besten Hauptdarsteller. Im Jahr darauf gewann er erneut, für Forrest Gump (1994) — als erster Schauspieler seit Spencer Tracy 1938, der aufeinanderfolgende Oscars als bester Hauptdarsteller gewann. Diese beiden Leistungen zusammen sagten der Branche etwas, das sie langsam zu verstehen begann: Hanks kann Gewicht tragen, ohne es zu spielen.

Die Spielberg-Kooperationen, die folgten — Der Soldat James Ryan (1998), das die physische Realität der Normandie-Landung auf eine Weise auf die Leinwand brachte, die Hollywood fünfzig Jahre lang vermieden hatte, und später Terminal — vertieften seine Verbindung zur institutionellen Autorität. Cast Away – Verschollen (2000), in dem er den gesamten mittleren Akt allein auf einer Pazifikinsel verbringt und mit einem Volleyball spricht, gilt als die physisch und psychologisch anspruchsvollste Leistung seiner Karriere.

Was in der offiziellen Version seiner Karriere zu kurz kommt: Hanks ist nicht nur geliebt, er war zeitweise auch die sicherste aller möglichen Entscheidungen — und Sicherheit hat im Kino ihren Preis. Die erste Phase seiner Prestigeperiode brachte Werke echter Überraschung. Spätere Phasen brachten makellos handwerkliche und häufig leblose Filme. Das Da Vinci Code-Franchise machte ihn außerordentlich reich und kritisch unsichtbar zugleich. Ob er sich ausruhte, beantworteten seine späteren Entscheidungen: Captain Phillips (2013), ein Echtzeit-Geiselnahmethriller, ist eine seiner besten Leistungen, gerade weil er auf alle gewohnten Hanks-Manierismen verzichtet. Die Schlussszene, in der ein Schiffsarzt einen Mann im Schockzustand behandelt, ist ein Lehrstück über das, was Filmschauspiel zu leisten vermag.

Sein kommerziell katastrophalstes jüngstes Projekt ist möglicherweise auch das formal interessanteste. Here (2024), geführt von Robert Zemeckis, nutzt KI-Verjüngungstechnologie und eine statische Kamera, um ein Grundstück durch die Zeit zu verfolgen. Der Film bringt Hanks, Robin Wright und Zemeckis erstmals seit Forrest Gump zusammen, dreißig Jahre später. Die Kritiken fielen überwiegend negativ aus — 36 Prozent bei Rotten Tomatoes, 16 Millionen Dollar Einspielergebnis bei einem geschätzten Budget von 45 Millionen. Aber das Bemerkenswerte an Here ist: Hanks hat diesen Film gewählt.

Er ist seit 1988 mit der Schauspielerin Rita Wilson verheiratet und hat seit 2013 öffentlich gemacht, dass er an Typ-2-Diabetes leidet. Im März 2020 war er einer der ersten Prominenten, der eine COVID-19-Diagnose bekannt gab — während eines Drehs in Australien.

Im Jahr 2026 ist er so beschäftigt wie zu jedem anderen Zeitpunkt seiner Karriere. Die Dokumentarserie World War II with Tom Hanks, die er moderierte und mitproduzierte, startete am 25. Mai 2026 auf dem History Channel. Toy Story 5, in dem er als Stimme von Sheriff Woody zurückkehrt, kommt am 19. Juni 2026 in die Kinos — ein Film, in dem Spielzeug mit seiner eigenen Obsoleszenz in einer Welt der Elektronik konfrontiert wird. Außerdem ist er für Lincoln in the Bardo vorgesehen, eine Verfilmung von George Saunders‘ Booker-Prize-Roman, in der er Abraham Lincoln spielt.

Der rote Faden durch alles — vom Volleyball auf der Insel bis zum Spielzeug, das seinen Besitzer überlebt — ist eine Karriere, die immer wieder zu dem Moment hingezogen wurde, in dem das, was halten soll, nicht mehr hält. Hanks hat Hoffnung überzeugender gespielt als fast jeder andere in der Hollywoodgeschichte. Er wusste dabei, stellt sich heraus, immer genau, wo sie aufhört.

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