Kino

Dwayne Johnson setzt erneut voll auf Safdie und verschwindet für ‚Lizard Music‘ unter fünf Stunden Maske

Martha Lucas

Zwei Jahrzehnte lang war Dwayne Johnson Hollywoods verlässlichster Star für alle Zielgruppen – ein Gesicht, das Studios ihren Blockbustern gerade deshalb voranstellten, weil das Publikum es auf dem Plakat sofort erkannte. Mit Benny Safdie dreht er diese Logik nun um: Es geht darum, zu verschwinden. Nachdem The Smashing Machine ihn in einen hohläugigen, abgewrackten MMA-Kämpfer verwandelt und ihm die erste ernsthafte Awards-Diskussion seiner Karriere beschert hatte, behandelt Johnson diese Verwandlung nicht als einmaligen Ausflug, sondern als neue Arbeitsweise.

Im Gespräch mit Deadline bei der D23 sagte Johnson, die Produktion von Lizard Music, Safdies nächstem Spielfilm, befinde sich in der zweiten Woche, und beschrieb die Rolle so, dass es jeden verunsichern dürfte, der weiterhin ein Actionvehikel erwartet. „Stellt euch Willy Wonka vor, aber aus dem Kopf von Benny Safdie“, sagte er – Verspieltheit, gefiltert durch das von Angst durchtränkte Register, mit dem die Safdies sich einen Namen gemacht haben. Um einen Mann in seinen Siebzigern zu spielen, verbringt Johnson täglich fünf Stunden in der Prothesenmaske, geschaffen von Kazu Hiro, dessen Arbeit an The Smashing Machine ebenfalls bei den Awards Beachtung fand.

Die erneute Zusammenarbeit ist das eigentliche Signal. Safdies Solodebüt als Regisseur hätte für beide ein Experiment für einen einzigen Film bleiben können; stattdessen hat Johnson den Regisseur zu einem wiederkehrenden Partner gemacht – so, wie sich frühere Stars einst an einen Scorsese oder Paul Thomas Anderson banden, um ihr Image neu zu definieren. Für einen Darsteller, der jahrelang seine eigene Marke war – die hochgezogene Augenbraue, die Bizeps, der Blickzwinker in die Kamera –, ist es der riskantere und interessantere Schritt, dieses Image einem Filmemacher anzuvertrauen, der darauf spezialisiert ist, Schauspieler bis auf die Knochen freizulegen.

Lizard Music adaptiert Daniel Pinkwaters Kult-Kinderroman von 1976, in dem ein Junge, der allein zu Hause geblieben ist, auf eine nächtliche Sendung stößt, in der Echsen Musik spielen, sowie auf eine Insel, die nur mit der Hilfe eines Exzentrikers zu erreichen ist, den er als Chicken Man kennt – in diese Rolle verschwindet Johnson. Safdie schrieb und inszenierte den Film. Das Projekt entstand bei Amazon MGMs wiederbelebtem United Artists, Teil der Bestrebungen des Studios, UA wieder als Heimat für filmschaffendengetriebene Arbeiten aufzubauen, und wurde in den vergangenen Wochen mit Regina Hall sowie einer Reihe von Newcomern besetzt.

Ein Starttermin steht noch nicht fest – nur das Bild, das Johnson bei der D23 zeichnete: Das bekannteste Gesicht moderner Blockbuster verbringt jeden Morgen fünf Stunden damit, dafür zu sorgen, dass es niemand erkennt.

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