Kino

Neon tauscht Festivalprestige gegen eine Kiffer-Komödie – der Film, der Stewart und Meyer zusammenbrachte

Martha Lucas

Neon hat sich einen Namen mit Prestige gemacht – Parasite, Anatomy of a Fall, Anora, die Sorte Festival-Glanz, die einen breiten Kinostart wie eine Krönung behandelt. Die eigentlich scharfe Wette, die in The Wrong Girls steckt, sind nicht die Kifferwitze; es ist der Verleih. Eine breit angelegte, katzig-flapsige Stoner-Komödie landesweit zu pushen, ist Neons Versuch, eine Spur zu verbreitern, die es sonst bewusst schmal hält – und sich Komödien-Reichweite zu kaufen, genau in dem Moment, in dem Prestige allein nicht mehr garantiert, dass das Kino noch drängt.

Wie Deadline in seiner ersten Notiz nach der Premiere formulierte, ist der Film ein Zweihänder, der auf Chemie setzt: Kristen Stewart und Alia Shawkat als Frankie und Molly, unzertrennliche beste Freundinnen, deren stonedes Dahindriften in eine Verwechslungsspirale abdriftet, die beide Leben auf den Kopf stellt. Es ist das Spielfilmdebüt von Autorin und Regisseurin Dylan Meyer – und, noch präziser, das Drehbuch, das Meyer und Stewart vor über einem Jahrzehnt erstmals zusammenbrachte, nun inszeniert von Stewarts Ehefrau.

Diese Entstehungsgeschichte rahmt das gesamte Unternehmen neu. Stewart hat die letzten zwei Jahre damit verbracht, selbst hinter die Kamera zu treten – ihr eigenes Regiedebüt The Chronology of Water kam über die Cannes-Schiene –, und hier übergibt sie die Zügel der Partnerin, deren Drehbuch ihre Beziehung startete. Shawkat – der todernste Motor von Arrested Development und Search Party – ist die ideale Gegenspielerin, ein Signal, dass Meyer auf eingespielten komödiantischen Rhythmus setzt statt auf Plot-Mechanik.

Meyer bestückt die Ränder mit Volltreffern: Tony Hale, Geena Davis, LaKeith Stanfield, Zack Fox und Kate McKinnon, mit Seth Rogen und Kumail Nanjiani als Stimmen der flauschigen schwarzen Katzen der Hauptfiguren – ein Gag, der gleichzeitig als Casting-Prestige durchgeht. Es ist die Art Komödien-Bank, die Neon selten aufgefahren hat, und es liest sich so, als behandle der Verleih den Film nicht als Kuriosum, sondern als Publikumsliebling, den er ganz bewusst breit verkaufen will.

Neon und die American Cinematheque veranstalteten die Premiere am 5. August im Los Feliz 3 in Los Angeles, mit Stewart, Shawkat, Hale, Davis und Meyer. Der Film startet am 14. August landesweit in den US-Kinos.

Das Bild, das hängenbleibt, ist nicht der Rauch – es ist ein Prestige-Label, das Oscar-Kampagnen prägt und zwei vertonte Hauskatzen in die Multiplexe steuert, und dem Spätsommer-Kalender trotzig zuruft, es solle sich bloß nicht unter ihnen wähnen.

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