Kino

Owen Wilson verliert bei Rolling Loud seinen Sohn – Comedy nach wahrer Begebenheit mit Travis Scott

Martha O'Hara
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Eines der veröffentlichten Standbilder aus Rolling Loud: The Movie zeigt keine Menschenmenge. Zu sehen ist Owen Wilson in einer Lounge, deren Wände mit glitzernden Vorhängen behängt sind. Ein übergroßer Hoodie mit auffälligem Aufdruck verschluckt ihn, das Telefon hält er ans Ohr. Das Bild wirkt wie der ganze Film in einem einzigen Moment: Ein Vater mittleren Alters, gekleidet für eine Welt, in der er sich nicht zu Hause fühlt, versucht jemanden zu erreichen, den er bereits verloren hat. Dieser Jemand ist sein Sohn im Teenageralter, und die Welt ist das in Miami entstandene Festival, das sich als größtes Hip-Hop-Event der Welt vermarktet.

Jeremy Garelick hat die Komödie geschrieben und inszeniert; die Geschichte beruht auf einem Erlebnis aus seinem eigenen Leben. Die Mutter seines Sohnes sei gegen den Ausflug gewesen, erinnert er sich in den Presseunterlagen zum Film, aus denen The FADER zitiert. Trotzdem nahm er den Jungen mit zu Rolling Loud. „Dann habe ich ihn verloren.“ Ungewöhnlich an dem Projekt ist, wer die Kulisse finanziert hat. Live Nation Studios produziert den Film gemeinsam mit Rolling Loud selbst. Die Kameras durften also beim echten Festival drehen, statt auf einem nachgebauten Gelände mit Statisten, und das Festival bekommt einen Spielfilm über seine eigene Marke.

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Die Besetzung bringt die Absicht des Films besonders deutlich auf den Punkt. Wilson spielt den regelversessenen Vater, der „sich viel zu sehr bemüht, ein cooler Dad zu sein“, wie es in der offiziellen Inhaltsangabe heißt. Seine besondere Gabe, eine gedehnte, unaufgeregte Ratlosigkeit, passt genau zu einem Mann, der nicht versteht, was um ihn herum vorgeht. Matt Rife, der Stand-up-Comedian, dessen Publikumsinteraktionen ihn im Internet bekannt machten, spielt seinen draufgängerischen Kollegen. Henry Winkler ist Wilsons Vorgesetzter und zugleich Rifes Vater; Christian Convery spielt den verschwundenen Sohn. Dazu treten Musikerinnen und Musiker als sie selbst auf: Travis Scott als Headliner, den der Junge sehen wollte, sowie Sexyy Red, Ty Dolla $ign und Ski Mask the Slump God, die bei der Suche auftauchen. Der Trailer setzt direkt auf den Zusammenprall der Welten: Wilson landet mit Scott in einem Moshpit. Der Besetzung zufolge geht es dabei weniger um Musik als um Generationen: Der Film handelt weniger von Hip-Hop als von einem Elternteil, der feststellt, dass er in der Kultur seines Kindes ein Außenseiter ist.

Garelick kennt das Komödienfach auch von der Studioseite. Er schrieb am Drehbuch zu The Break-Up mit, führte bei The Wedding Ringer und der Netflix-Fortsetzung Murder Mystery 2 Regie und leitet American High, die Produktionsfirma, die inzwischen mehr als zwanzig günstig produzierte Jugendkomödien herausgebracht hat. Deadline berichtete, Garelick habe die tatsächliche Begebenheit als voller „Angst, Furcht und Absurdität“ beschrieben und gesagt, daraus sei „eine großartige Partyanekdote und jetzt eine unterhaltsame, absurde Komödie“ geworden. Das beschreibt den Anspruch ziemlich treffend: eine von Panik angetriebene Verfolgungskomödie in der Tradition von Geschichten über verlorene Kinder – angesiedelt an einem Ort, den die meisten Eltern nur vom Handy ihres Teenagers kennen.

Was die Produktion den meisten Festival-Komödien voraushat, ist der Drehort selbst. Laut The FADER wurden Teile des Films bei der Miami-Ausgabe von Rolling Loud gedreht, unter anderem während Travis Scotts Abschlussauftritt; weitere Aufnahmen entstanden in Atlanta. Eine echte Headliner-Menge lässt sich mit einem Budget dieser Größenordnung nicht nachstellen. Zugleich verleiht sie der Prämisse ihren visuellen Einsatz: Die schiere Größe des Publikums ist das Problem, das der Vater lösen muss. Festival-Mitgründer Matt Zingler bezeichnete das Ergebnis als „eine Feier der Gemeinschaft, Kreativität und Unvorhersehbarkeit, die das Festivalerlebnis ausmachen“ – was natürlich auch die Beschreibung eines Veranstalters für sein eigenes Produkt ist.

An diesem Punkt wirft der Film Fragen auf, die er nicht beantwortet. Im Zentrum steht ein Kind, das in einem Meer aus Tausenden Menschen auf einem Festival verloren geht, bei dem Travis Scott als Headliner auftritt. Live Nation, die Produktionsfirma des Films, war Mitveranstalter von Scotts Astroworld Festival in Houston, bei dem im November 2021 bei einer Massenpanik zehn Menschen im Alter zwischen neun und 27 Jahren ums Leben kamen. Als der erste Teaser erschien, zogen Zuschauer sofort eine Verbindung; Paste und Yahoo berichteten über die Online-Kritik an Scotts Besetzung. Bisher deutet nichts darauf hin, dass der Film diese Vorgeschichte aufgreift. Und eine Komödie, die gemeinsam vom Festival und dem Veranstalter produziert wird und zu deren ausführenden Produzenten auch Live-Nation-Chef Michael Rapino gehört, hat dazu kaum einen offensichtlichen Anreiz. Hinzu kommt die schlichte Qualitätsfrage: Bislang hat noch kein Kritiker ein Urteil veröffentlicht, und der Kinostart wurde bereits einmal verschoben.

Auch die Namen neben den Hauptdarstellern vervollständigen das Bild. Christine Ko, bekannt aus Dave, spielt eine der unberechenbaren Figuren, mit denen sich Wilson zusammentut; Jolene Blalock und Olivia Luccardi ergänzen die Besetzung. Garelick produziert gemeinsam mit Will Phelps für American High sowie mit Doug Banker und Stella Bulochnikov. Rife zählt neben Rapino, Ryan Kroft von Live Nation Studios, Pasquale Rotella von Insomniac und Zingler zu den ausführenden Produzenten. Bradford Lipson führte die Kamera, Chanda Dancy komponierte die Filmmusik. Laut The FADER ist der Film ab 17 Jahren freigegeben.

Rolling Loud: The Movie startet am 2. Oktober 2026 in den US-Kinos. Der Verleih übernimmt Ketchup Entertainment, der unabhängige Verleih, der sich die US-Rechte gesichert und den Film zunächst für den 18. September auf mehr als 2.000 Leinwänden angesetzt hatte. Außerhalb der USA ist der Kinostart bislang nur vereinzelt geplant; lediglich eine Handvoll Länder nennt Termine für den späteren Herbst.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

  • Christian Convery

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