Filmkritiken

The Out-Laws: Ein tonal völlig unausgewogener Film

Veronica Loop
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Adam Devine steht wie erstarrt in einem Banktresor, eine Tasche voller Geld in den Händen, sein Gesicht zwischen Panik und Entschlossenheit verzerrt. Dieses Bild bringt den abrupten Tonwechsel von The Out-Laws auf den Punkt: Tyler Spindels misslungener Versuch, Romanze, Action und Komödie in einem überladenen Paket unterzubringen. Im Mittelpunkt steht Owen Browning (Devine), ein penibler Bankmanager, der kurz davorsteht, Parker McDermott (Nina Dobrev) zu heiraten. Als in der Woche seiner Hochzeit seine Bank von den berüchtigten Ghost Bandits ausgeraubt wird, ist Owen überzeugt, dass Parkers Eltern – gespielt von Pierce Brosnan und Ellen Barkin – in Wahrheit die berüchtigten Out-Laws sind. Der Stoff bietet reichlich Potenzial für komödiastisches Chaos, doch Spindels Inszenierung fehlt das nötige Gespür, um daraus etwas zu machen.

Spindel, bekannt durch seine Arbeit an The Goldbergs, wirkt mit The Out-Laws überfordert. Sein Versuch, mehrere Genres unter einen Hut zu bringen, mündet in einen Film, der zerfahren und richtungslos wirkt. Das Erzähltempo ist flott, doch die Handlung findet nie wirklich ihren Tritt. Im ersten Akt wird der zentrale Konflikt eingeführt – Owens Paranoia angesichts seiner künftigen Schwiegereltern –, doch der Übergang zu Action und Komödie gerät unbeholfen. Die Einbruchsszenen sind handwerklich solide gefilmt: Mit engen Einstellungen und schnellen Schnitten erzeugt Spindel ein Gefühl von Dringlichkeit. Doch den Momenten fehlen Spannung und Einsatz, um wirklich mitzureißen.

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Auch der Humor zündet oft nicht. Devine bringt sein gewohntes komödiantisches Talent mit, doch seine körperliche Komik wirkt in diesem Zusammenhang aufgesetzt. Eine Szene, in der Owen versucht, sich ins Haus der Familie McDermott zu schleichen, soll ein Höhepunkt des Slapsticks sein, wirkt aber unbeholfen und wenig amüsant. Die vorhersehbaren Gags und der Slapstick untergraben jeden Versuch, Witz oder Originalität zu beweisen.

Einigermaßen überzeugen kann The Out-Laws bei den schauspielerischen Leistungen. Devine schlägt sich als Owen ordentlich und verleiht der Rolle eine Aufrichtigkeit, die ihn zu einem Protagonisten macht, dem man gerne die Daumen drückt. Seine Figur bleibt jedoch oberflächlich, und es gelingt Devine nur bedingt, das emotionale Gewicht zu vermitteln, das der romantische Handlungsstrang braucht. Dobrev ist als Parker überzeugender, doch auch ihre Figur bleibt unterentwickelt und dient eher als Mittel zum Zweck der Handlung denn als glaubwürdig ausgearbeitete Liebesfigur.

Die eigentlichen Lichtblicke sind Brosnan und Barkin, die ihren Rollen als Billy und Lilly McDermott Charme und Gewicht verleihen. Vor allem Brosnan versteht es, Humor und Bedrohlichkeit auszubalancieren, und ist damit die interessanteste Figur des Films. Doch selbst diese talentierten Darsteller werden durch das schwache Drehbuch ausgebremst.

Auch die Romanze überzeugt nicht. Zwischen Devine und Dobrev stimmt die Chemie überhaupt nicht, und ihre gemeinsamen Szenen wirken oft gezwungen. Ein Augenblick im Park, in dem Owen und Parker sich zärtlich begegnen, soll ans Herz gehen, wirkt aber unbeholfen und aufgesetzt. Der romantische Handlungsstrang scheint nachträglich angefügt und lässt die emotionale Tiefe und Glaubwürdigkeit vermissen, die nötig wären, um beim Publikum anzukommen.

Auch an Originalität mangelt es The Out-Laws. Der Film bedient sich großzügig bei anderen Genrefilmen und bietet kaum etwas Frisches oder Innovatives. Die Einbruchsszenen erinnern an Ocean’s Eleven, während die romantischen Komödienelemente direkt einem Hallmark-Film entsprungen scheinen. Die vermeintlich cleveren Wendungen gehen nicht auf, denn sie wirken oft konstruiert und vorhersehbar.

Auch die Mischung der Genres funktioniert nicht: The Out-Laws will eine romantische Komödie mit Actionelementen sein, ist am Ende aber weder das eine noch das andere. Für eine Komödie ist der Film nicht witzig genug, als Actionfilm fehlt ihm die nötige Spannung und der Nervenkitzel. So bleibt ein Film, der zwischen den Stühlen sitzt und weder ein Publikum auf der Suche nach Romantik noch eines, das sich nach Spannung sehnt, zufriedenstellt.

The Out-Laws will zu viel auf einmal sein und bleibt am Ende doch nichts Besonderes. Für Spindel und seine Besetzung ist das eine verpasste Chance: Sie hätten das Potenzial, etwas deutlich Einprägsameres abzuliefern. Der Versuch, mehrere Genres miteinander zu verbinden, führt zu einer zerfahrenen und richtungslosen Handlung.

Auch die Zielgruppe des Films ist unklar. Wer eine romantische Komödie erwartet, dürfte von der fehlenden Chemie zwischen den Hauptdarstellern enttäuscht sein; Actionfans wiederum werden die Einbruchsszenen als spannungsarm und wenig originell empfinden. Die komödiantischen Elemente dürften außerdem kaum bei einem Publikum ankommen, das ein ernsthafteres Drama sucht.

Unterm Strich will The Out-Laws zu viel auf einmal sein und bleibt am Ende doch nichts Besonderes. Für Spindel und seine Besetzung ist das eine verpasste Chance: Sie hätten das Potenzial, etwas deutlich Einprägsameres abzuliefern.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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