Kino

Michael Douglas: Der Mann, der Hollywood beibrachte, wie Macht zerbricht

Penelope H. Fritz

Gordon Gekko erklärte der Welt, dass Gier gut ist. Oliver Stone meinte es als Warnung. Michael Douglas lieferte es mit einer Präzision, die fast zärtlich wirkte — so überzeugend, dass die Warnung im Applaus unterging. Das ist, in Kurzform, das Problem der Karriere von Michael Douglas: ein Schauspieler, dessen Meisterschaft regelmäßig über die Absicht des Films hinausschoss.

Er hat fünf Jahrzehnte damit verbracht, Männer am Rand ihres eigenen Untergangs zu spielen. Gordon Gekko, der glaubte, Anhäufen sei eine Tugend. Nick Curran in Basic Instinct, dessen Begehren ihn zum eigentlichen Gejagten macht. Bill Foster in Falling Down – Ein ganz normaler Tag, der durch Los Angeles zieht, weil die Welt aufgehört hat, seinen Erwartungen zu entsprechen. Das waren keine schmeichelhaften Porträts. Es waren Diagnosen. Und Schauspieler, die einen bestimmten Männertypus am besten diagnostizieren, haben meist eine persönliche Vertrautheit mit dem Befund.

Douglas wurde 1944 in New Brunswick, New Jersey, geboren. Sein Vater war Kirk Douglas — Spartacus, Lust for Life, Wege zum Ruhm, ein Mann, der Räume ausfüllte, bevor er sie betrat. Michael wählte einen bewusst indirekten Weg. Er studierte Schauspiel an der University of California, Santa Barbara, spielte regionales Theater, sammelte bescheidene Fernsehauftritte. Sein Durchbruch, als er kam, war kein schauspielerischer.

1975 produzierte er gemeinsam mit Saul Zaentz Einer flog über das Kuckucksnest. Er hatte Jahre damit verbracht, die Rechte von seinem Vater zu erwerben, der die Hauptrolle des McMurphy am Broadway kreiert hatte und im Film mitspielen wollte. Kirk Douglas wurde für zu alt befunden; Jack Nicholson wurde besetzt; der Film gewann fünf Oscars, darunter Bester Film. Der Sohn hatte die höchste Messlatte Hollywoods überquert, ohne vor einer Kamera zu stehen.

Michael Douglas
Michael Douglas

Wall Street kam 1987. Eine verhängnisvolle Affäre ebenfalls — Douglas erschien zweimal im selben Jahr als zwei Variationen desselben Typus: der erfolgreiche Mann, dessen Appetit sein Urteil übersteigt. Gekko trug seine Raubgier öffentlich zur Schau und nannte sie Philosophie. Dan Gallagher glaubte, seine Begierden privat halten zu können. Beide Filme wurden riesige Erfolge. Beide schufen Figuren, die das Jahrzehnt überlebten.

Michael Douglas
Michael Douglas

Die folgenden Filme — Der Rosenkrieg (1989), Basic Instinct (1992), Falling Down – Ein ganz normaler Tag (1993) — bilden eine unbeabsichtigte Trilogie über männlichen Anspruch unter Druck. Die kritische Neubewertung dieser Periode ist ernüchternd: Was als kommerzielles Unterhaltungskino verkauft wurde, wird heute als symptomatischer Text analysiert. Falling Down wurde wiederholt neu betrachtet: ein Film, der seinem Protagonisten eine Sympathie einräumt, die das Drehbuch nie wirklich einschränkt. Douglas äußerte sich dazu selten. Er nahm gute Rollen an. Was es bedeutete, sie so überzeugend zu spielen — und wie das Publikum darauf reagierte —, ist eine andere Frage.

Michael Douglas
Michael Douglas

Er verschwand nicht aus dem ernsthaften Kino. Das Spiel (1997) von David Fincher gab ihm einen anderen Modus. Traffic (2000) von Soderbergh gehört zu seinen unauffälligsten, überzeugendsten Leistungen. Behind the Candelabra (2013) war eine Korrektur anderer Art: Soderbergh ließ ihn Liberace spielen — mit vollständiger Hingabe, ohne die Pose des kühlen Mannes. Er gewann dafür den Emmy. Kritiker, die seine Karriere dreißig Jahre lang verfolgt hatten, fanden die Leistung verblüffend.

Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones
Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones

Sein Privatleben zwischen 2009 und 2016 war nicht ruhig. Sein Sohn Cameron wurde wegen Bundesdrogendelikten zu fünf Jahren verurteilt, eine Strafe, die sich auf fast sieben Jahre ausdehnte. 2010 gab Douglas eine Diagnose mit Halskrebsstadium 4 bekannt; 2013 wurde er für krebsfrei erklärt. Seine Ehe mit Catherine Zeta-Jones, die im Jahr 2000 begann, überstand beides. Franklin (2024) auf Apple TV+ brachte ihm Emmy-Nominierungen und starke Kritiken. Ein Memoirenbuch erscheint im Oktober 2026.

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