Filmkritiken

What Lies Below: ein Debütfilm, der alles auf Ema Horvaths Schweigen setzt

Molly Se-kyung

Libby sagt nicht viel. Das ist die Prämisse und die Wette: What Lies Below trägt seinen Alien-Body-Horror durch die Reaktionen seiner jugendlichen Hauptfigur Ema Horvath — nicht durch das, was der Film erklärt. In seinem Spielfilmdebüt baut Braden R. Duemmler Bedrohung dadurch auf, was die Kamera Libby beobachten sieht: John, den zu perfekten Verlobten ihrer Mutter Michelle, der um 4 Uhr morgens reglos am Seeufer steht, ohne zu frieren, ins Leere schauend.

Die Ausgangslage ist täuschend schlicht. Libby kehrt heim und findet, dass Michelle (Mena Suvari) sich in einen Mann verliebt hat, der eher konstruiert als geboren wirkt. Trey Tucker spielt John mit einer kalkulierten Ruhe — charmant im Gespräch, reptilienartig, wenn er vergisst, Wärme zu simulieren. Duemmlers erster Schachzug ist es, John als Klischee erscheinen zu lassen, bevor er ihn in etwas völlig anderes verwandelt.

Horvath trägt den Film. Libbys Unbehagen entwickelt sich von gewöhnlicher Teenagereeifersüchtig zu etwas Präziserem: Sie bemerkt, dass Fische in Johns Nähe sterben, dass er direkt aus dem See trinkt, dass seine Körpertemperatur nicht stimmt. Die Schauspielerin spielt diese Anhäufung ohne Kommentar — kein erklärender Monolog, keine Tränen. Nur Reaktionen. Ein Blick beim Abendessen, der eine Sekunde zu lang anhält. Ein Gestus in der Küche.

Die Science-Fiction-Schicht ist für ein Debüt ernsthaft ehrgeizig. John ist nicht nur eine Metapher. Der Film argumentiert, dass er eine außermenschliche Entität ist, die den See als Reproduktionsmechanismus nutzt. Die Enthüllung entfaltet sich durch physische Details: ein Gefahrensymbol auf einer abgesperrten Schublade, ein Telefonat in einer Sprache, die keine ist.

Der dritte Akt ist der streitbarste Teil. Duemmler behält das Explizite länger zurück, als das Genre es normalerweise erlaubt. Das Ende ist abstrakt — näher an Under the Skin als an jedem konventionellen Monsterfilm. Zuschauer, die einen klaren Abschluss erwarteten, fanden es unbefriedigend. Wer bereit war, der inneren Logik des Films bis zum Schluss zu folgen, fand es konsequent.

Fünf Jahre später hat der Film ein treues Nischenpublikum aufgebaut. Das Ende bleibt sein am häufigsten gesuchtes Element — nicht weil es unverständlich ist, sondern weil es den Rahmen verweigert, den das Publikum erwartet hatte. Der Horror liegt nicht in der Biologie des Monsters: Er liegt darin, dass Libbys Wahrnehmung von Anfang an korrekt war, und niemand, der ihr hätte helfen können, aufgepasst hat.

What Lies Below ist Body-Horror mit der Präzision eines Debütanten und einer zentralen Darstellung, die die Prämisse am Leben erhält, wenn das Drehbuch schwächer wird.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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