Musik

Ariana Grande bringt eine wütende Live-Version von ‚petal‘ und zieht sich zurück

Alice Lange
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Ariana Grande hat aus „petal“ eine EP mit vier Titeln gemacht, deren Herzstück eine unmissverständliche Bezeichnung trägt: „angry live version“. Neben der Studioversion stehen eine A-cappella-Fassung, in der nur ihre Stimme zu hören ist, und ein Instrumental, das sie aus dem Stück entfernt. Alle Versionen basieren auf dem Titeltrack ihres jüngsten Albums – einem Song darüber, was der Ruhm dem Menschen abverlangt, der in ihm lebt.

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Der Zeitpunkt verleiht der Veröffentlichung zusätzliche Bedeutung. Grande hat erklärt, sie werde sich „aus der Öffentlichkeit zurückziehen“, und als Grund die „endlose, anhaltende öffentliche Beobachtung“ genannt, wie NME berichtete. Live-Aufnahmen sind für ihr Publikum damit vorerst die größte Nähe zu ihren Bühnenauftritten. Die wütende Version ist etwa 22 Sekunden länger als die dreiminütige Studioversion – ein Dokument einer Konzertphase, die inzwischen vorbei ist.

„petal“ ist die zweite Single aus Grandes achtem Studioalbum. Den Text schrieb sie allein, den Track produzierte sie gemeinsam mit Ilya Salmanzadeh und Max Martin. Dabei treffen R&B auf verzerrte Synthesizer, Gitarren und wuchtige Bässe. Grande fragt, ob es den Applaus wert ist, privaten Schmerz in Songs zu verwandeln, und weist dann mit der Zeile „This music and I will never die“ die Opferrolle zurück. Der Song erreichte Platz 4 der Billboard Hot 100 und Platz 2 der Billboard Global 200. Damit war er nach der Nummer-eins-Lead-Single „Hate That I Made You Love Me“ der zweite Top-Fünf-Hit des Albums. In Großbritannien kletterte er auf Platz 4 und an die Spitze der R&B-Charts.

Die Wut wurde nicht erst für die EP erfunden. Noch vor Erscheinen des Albums sagte Grande, sie habe einen Großteil davon aus „ungefilterter Wut“ heraus geschrieben. Rob Sheffield von Rolling Stone erkannte in dieser Wut die Stärke des Albums, während Kyle Denis von Billboard „petal“ auf Platz eins seiner Rangliste der Albumtracks setzte. Christian Breslauers Video überträgt die Idee ins Horrorgenre. Gedreht in VistaVision, zeigt es Grande als Pepper, eine aufstrebende Performerin, die bei einem Vorsprechen als „unauthentisch“ abgetan wird und der Jury mit einer Kettensäge antwortet. In drei Monaten wurde das Video auf YouTube mehr als 37 Millionen Mal aufgerufen.

Die EP lotet auch aus, wie oft sich ein Song verkaufen lässt. Die Studioversion von „petal“ ist seit dem Veröffentlichungstag auf dem Album, eine Live-Version findet sich auf dem vollständigen Live-Album, das Grande überraschend exklusiv bei iTunes herausbrachte, und A-cappella- sowie Instrumentalversionen des gesamten Albums kamen wenige Tage nach dessen Erscheinen in den Verkauf. Wirklich neu ist die wütende Fassung. Wo sie aufgenommen wurde und ob sie sich von der Performance auf dem Live-Album unterscheidet, verrät die Veröffentlichung nicht. Pakete mit alternativen Versionen sind ein vertrautes Mittel der Plattenfirmen, um eine Single in Rotation zu halten – auch diese Veröffentlichung folgt dem Muster.

Die EP erschien am 30. Oktober, drei Monate nachdem „petal“ am 31. Juli zusammen mit dem Album herausgekommen war. Grande sang den Song erstmals am 28. Juli live in Montreal, während der Eternal Sunshine Tour, und veröffentlichte das vollständige Live-Album am 8. September, kurz nachdem sie ihre Konzertreihe in der Londoner O2 beendet hatte. Anders als das iTunes-exklusive Album ist die EP weltweit über Streaming- und Downloadplattformen erhältlich. Ihr nächstes bestätigtes Projekt ist auf der Leinwand zu sehen: An der Seite von Ben Stiller und Robert De Niro spielt sie in der Fortsetzung von Meet the Parents, Focker-in-Law, mit. Universal bringt den Film am 25. November in die US-Kinos.

Für eine Künstlerin, die sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen will, ist der vielleicht nachdrücklichste Track der EP der letzte: jene Version von „petal“, in der sie überhaupt nicht vorkommt.

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