Kino

Dónal Finn: Der Ire, der Moriarty zuerst als Sherlocks Freund spielt

Penelope H. Fritz
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Dónal Finn
Dónal Finn
Photo: Hannahopstekop / CC0, via Wikimedia Commons
Geboren31. August 1995
Dromina, County Cork, Ireland
BerufSchauspieler
Bekannt fürPhantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse, The Uprising – Für die Freiheit, Johanna – Eine (un)typische Heldin
AuszeichnungenStalls to Stage Award for Best Actor in a Musical · Sir Alec Guinness Award, Catholic Association of Performing Arts

Dónal Finn spielt James Moriarty als Freund, bevor er ihn zum Feind macht. In Guy Ritchies Prime-Video-Serie Young Sherlock ist der spätere Napoleon des Verbrechens, der Mann von den Reichenbachfällen, zunächst ein schlagfertiger, spöttischer Ire, auf Wunsch des Schauspielers ein Mann aus Kerry, der sich mit dem jungen Detektiv anfreundet. Seine Kränkungen seien „berechtigt, weil es das Leben schwer mit ihm gemeint hat“, sagt Finn. Kritiker, die wegen Hero Fiennes Tiffins Holmes einschalteten, schrieben am Ende vor allem über den Mann neben ihm. Für einen Schauspieler, der über eine geerbte Rolle ins große Fernsehen kam, war es die erste große Figur, für die das Publikum noch kein Gesicht im Kopf hatte.

Ein Bauernhof im Norden von Cork

Finn kam am 31. August 1995 zur Welt und wuchs in Dromina auf, einem Dorf im Norden des County Cork, als eines von acht Kindern einer Bauernfamilie. Musik gehörte dort zum Alltag: „Wenn die Nacht voranschreitet, fangen die Leute an zu singen“, erinnert er sich. Eine Schulaufführung von Aladdin führte ihn zu den Jugendtheatern in Mallow und Fermoy. In einer örtlichen Produktion von Little Shop of Horrors spielte er Seymour, und ein regionaler Kritiker hob hervor, wie er eine als sehr schwierig geltende Partitur meisterte.

Die Schauspielschule musste erst bezahlt werden. Nach dem Abschluss an der Scoil Mhuire in Kanturk arbeitete er ein Jahr in einem Supermarkt, um Vorsprechen und Bewerbungsgebühren zu finanzieren. 2015 erhielt er ein dreijähriges Stipendium der London Academy of Music and Dramatic Art; 2018 verließ er die LAMDA mit einem Abschluss in Schauspiel und dem Sir Alec Guinness Award der Catholic Association of Performing Arts.

Kleine Rollen in großen Franchises

Die ersten Engagements vor der Kamera waren die übliche Lehrzeit im britisch produzierten Genrefernsehen. In einer Folge der Netflix-Serie The Witcher spielte er einen Bauern namens Nettly, in Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse einen Bäcker namens Albert, in Johanna – Eine (un)typische Heldin eines der Gesichter um Beanie Feldstein. Mehr Raum bot die Bühne. Am Almeida stand er neben Daisy Edgar-Jones in Mike Bartletts Albion, im Soho Theatre in Chasing Bono, und in Boston spielte er im Musical Sing Street am Huntington Theatre.

Steven Knight besetzte ihn danach in SAS: Rogue Heroes als Eoin McGonigal, den jungen irischen Offizier unter den Gründern des Special Air Service, an der Seite von Jack O’Connell und Connor Swindells. Im selben Jahr gab Amazon bekannt, dass er in Das Rad der Zeit die Rolle des Mat Cauthon übernimmt.

Die geerbte Rolle

Diese Umbesetzung ist der Knoten in seiner bisherigen Laufbahn. Barney Harris hatte Mat in der ersten Staffel gespielt und die Serie verlassen, ohne dass Amazon oder Showrunner Rafe Judkins öffentlich einen Grund nannten. Mat gehört zu den beliebtesten Figuren aus Robert Jordans Romanen, und Finn trat vor eine Fangemeinde, die sich bereits über eine erste Version gestritten hatte. Harris zu kopieren, sagte er TechRadar, hätte ihn zu „einem Schatten dessen, was vorher war“ gemacht; das Beste für ihn und die Fans sei gewesen, die Rolle auf eigene Weise zu deuten. Die dritte Staffel galt vielen als die stärkste. Amazon setzte die Serie im Mai 2025 trotzdem ab, wegen der Kosten und sinkender Zuschauerzahlen. Sein Mat blieb damit die vollständigste Leistung in einer Serie, die nie zu Ende erzählt werden durfte: eher eine Visitenkarte für Casting-Direktoren als eine Figur, die das breite Publikum je als seine angenommen hätte. Auch anderswo ging nicht jede Wette auf. Four Letters of Love, Polly Steeles Verfilmung des Romans von Niall Williams, in der er neben Pierce Brosnan und Helena Bonham Carter den Sean Gore spielte, erhielt beim Kinostart in Irland und Großbritannien im Juli 2025 überwiegend schlechte Kritiken.

Orpheus, dann Moriarty

Die Rolle, die zeigte, was er kann, fand auf der Bühne statt. Im Februar 2024 übernahm er den Orpheus in der Originalbesetzung von Hadestown im Londoner West End am Lyric Theatre, eine gesungene Partie, die ihrem Darsteller keinen Schutz lässt. Im August verließ er die Produktion; zu hören ist er auf dem Album Hadestown: Live from London, und 2025 gewann er bei den ersten Stalls to Stage Awards den Preis als bester Musicaldarsteller. Screen International und Screen Ireland hatten ihn schon 2023 unter ihre ersten Rising Stars of Ireland gewählt.

2026 brachte ihn dann in zwei große Serien, elf Tage voneinander entfernt. Young Sherlock startete am 4. März bei Prime Video, im April folgte die Verlängerung. Am 15. März zeigte BBC One The Other Bennet Sister, Bad Wolfs Verfilmung des Romans von Janice Hadlow, in der er Thomas Hayward an der Seite von Ella Bruccoleris Mary Bennet spielt; die erste Folge erreichte 7,3 Millionen Zuschauer. Danach spielte er vor ausverkauftem Haus den Lehrer Carter Smith in der britischen Erstaufführung von Kimberly Belflowers John Proctor Is the Villain am Royal Court.

Über sein Privatleben gibt er wenig preis. Er lebt in London und zählt die irischen Schauspieler Chris Walley, Éanna Hardwicke und Frank Blake zu seinen engen Freunden.

Eine Rolle ohne Probe

The Uprising – Für die Freiheit, Paul Greengrass‚ Film über den englischen Bauernaufstand von 1381 mit Andrew Garfield und Jamie Bell, kam am 10. September in die US-Kinos und startet am 9. Oktober in Großbritannien; Finn spielt einen Dorfpriester. Die zweite Staffel von Young Sherlock wird auf Sizilien gedreht, und Serienschöpfer Matthew Parkhill veröffentlichte Set-Fotos, die Finn wieder im Kostüm des Moriarty zeigen. Am 1. November übernimmt er einen Abend in Tim Crouchs An Oak Tree im Londoner The Other Palace, einem Stück, dessen Gastdarsteller die Bühne betritt, ohne den Text je gelesen zu haben. Für einen Schauspieler, dessen Karriere auf Rollen mit Vorbesitzer beruht, ist das eine präzise Prüfung: ein Abend, eine Figur und keine fremde Fassung, an der man ihn messen könnte.

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