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Black Flag Resynced erzielt Metacritic-84 mit komplett überarbeitetem Kampfsystem

Adrian Kessler

Assassin’s Creed Black Flag Resynced stellt keinen Klassiker einfach wieder her – es gestaltet ihn neu. Ubisofts Remake des beliebten Piratenabenteuers, entwickelt von Ubisoft Singapore, behält Edward Kenway, die Karibik und die Kanonenduelle zwischen Schiffen bei, ersetzt jedoch das auf Kontern basierende Kampfsystem des Originals durch ein parierorientiertes Action-System, das eher einem modernen Actionspiel als einem Assassin’s-Creed-Titel ähnelt. Das Ergebnis erreicht auf Metacritic eine 84 – nahezu identisch mit dem Original –, spaltet jedoch die Kritiker bei der Frage, ob es die damit einhergehende Störung wert war, etwas zu verändern, das bereits funktionierte.

Im ursprünglichen Black Flag konnten Spieler Treffer einstecken und mit zeitlich abgestimmten Kontern reagieren. Das Remake kehrt diese Logik um. Der Kampf in Black Flag Resynced belohnt Aggressivität: Angriffe gehen in schnellere Kombos über, und eine präzise getimte perfekte Parade löst eine sofortige Tötungsanimation aus, die den Rhythmus jedes Kampfes zugunsten des Spielers durchbricht. Das Zeitfenster für Paraden ist großzügig genug, dass Neueinsteiger das System innerhalb einer Stunde lernen können, zugleich aber eng genug, dass die korrekt getimte Ausführung befriedigend bleibt. Es wirkt für Spieler konzipiert, die sich wie Piraten fühlen wollen, statt eine Warteschlange von Abklingzeiten zu verwalten.

Auch das Parkour-System wurde mit ähnlicher Absicht überarbeitet: Edward bewegt sich flüssiger und schneller über Dächer und Schiffsriggs, und die berüchtigten Lauschmissionen – 2013 eine Quelle der Frustration, weil ein einziger falscher Schritt den Spieler desynchronisierte – enden nicht mehr sofort, wenn man entdeckt wird. Ob das Entfernen dieser Reibung zugleich die Spannung nimmt, ist eine Frage, die Patchnotes nicht beantworten können.

Neue erzählerische Inhalte bauen Figuren aus, die das Original nur als Nebenrollen behandelte. Blackbeard und Stede Bonnet erhalten eigene Handlungsstränge, die über ihre kurzen Auftritte von 2013 hinausgehen, und eine neue Szene zwischen Edward und seiner Frau Caroline ergänzt Vorgeschichte, die das Original auf Distanz hielt. Diese Ergänzungen schreiben Edwards Bogen nicht um – sie erweitern ihn. Für Spieler, die das Original beendet hatten und sich eine bevölkerter wirkende Nebenwelt wünschten, liefert das Spiel genau das, ohne ihren Erinnerungen zu widersprechen.

Optisch basiert Black Flag Resynced auf der neuesten Iteration der Ubisoft-Anvil-Engine. Die Karibik sieht deutlich anders aus: Wasser reagiert auf dynamische Wettersysteme, die 2013 technisch unmöglich waren, Sturmlicht verteilt sich mit fotografischer Präzision über die Segel, und die Vegetation tropischer Inseln bewegt sich im Wind. Havanna und Nassau wirken weniger wie gemalte Kulissen und mehr wie Orte mit Wetter. Beim Upgrade geht es weniger um Auflösung als darum, wie die Welt auf sich selbst reagiert.

PC Gamer bewertete das Ergebnis als „ein gut gemachtes, aber verzichtbares Remake, das mehr verliert als gewinnt“ – vermutlich ein Verweis auf die Eigenart des ursprünglichen Kampfsystems, in dem das Einstecken von Treffern und das Lesen der gegnerischen Signale Kämpfe wie Problemlösung wirken ließen. Diese Schleife ist verschwunden. Spieler, die jahrelang mit den ursprünglichen Mechaniken von Black Flag vertraut waren, werden zunächst Muskelgedächtnis abtrainieren müssen, bevor sich das neue System natürlich statt fremd anfühlt. Kotaku steht auf der anderen Seite und bezeichnet das Erlebnis als „weit schlanker und weniger aufgebläht als andere Assassin’s-Creed-Spiele“ – was stimmt und zugleich genau das war, was das Original auszeichnete: eine aufgeblähte offene Welt, die sich irgendwie nicht so anfühlte.

Das Spiel erschien am 9. Juli 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X/S und PC über Steam, den Epic Games Store und den Ubisoft Store. Es ist außerdem im Ubisoft+-Abonnement enthalten. Eine Roadmap für Inhalte nach dem Launch wurde nicht angekündigt.

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