Wirtschaft und Finanzen

Trian bietet mit einem der größten Franchisenehmer 1,4 Milliarden Dollar für Wendy’s

Das unverbindliche Angebot von Trian, Flynn Group, BlueFive Capital und Sixth Street Partners über 7,35 Dollar je Aktie in bar kommt ohne neue Schulden aus
Victor Maslow
Fügen Sie uns bei Google hinzu

Wendy’s wird von Leuten umworben, die die Kette bereits bestens kennen. Trian Fund Management, die von Nelson Peltz geführte Investmentfirma und zugleich größter Aktionär der Burgerkette, hat angeboten, die übrigen Anteile zu kaufen und das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Zu der Investorengruppe gehört auch Flynn Group, ein Betreiber, der selbst Hunderte Wendy’s-Restaurants führt.

Dieser zweite Name lässt das Angebot in einem anderen Licht erscheinen. Normalerweise sind Franchisenehmer diejenigen, die die Entscheidungen einer Kette ausbaden müssen: die neue Speisekarte, die Kosten für den Umbau, die Rabattaktion, die mehr Gäste ins Restaurant lockt und zugleich die Marge schmälert. Hier würde einer von ihnen dabei helfen, die Marke zu besitzen, die diese Regeln festlegt. Die Argumentation der Investoren ist unverblümt: Wendy’s wieder auf Kurs zu bringen, werde Jahre und viel Geld kosten. Beides würden sie lieber einsetzen, ohne der vierteljährlichen Kontrolle durch den Aktienmarkt ausgesetzt zu sein.

Eine günstigere Kette und ein vertrauter Interessent

Der Preis zeigt, wie weit die Kette zurückgefallen ist. Die Gruppe bietet 7,35 Dollar je Aktie in bar – rund 20 Prozent Aufschlag – für ein Unternehmen, dessen Wert Fox Business vor Bekanntwerden der Nachricht auf etwa 1,2 Milliarden Dollar bezifferte. Laut CNBC hatte die Wendy’s-Aktie innerhalb von zwei Jahren 65 Prozent verloren, und das Unternehmen meldete sechs Quartale in Folge rückläufige Umsätze in bestehenden Restaurants. Preisbewusste Gäste gehen seltener essen, und Wendy’s sowie seine Konkurrenten setzen auf Rabatte, um sie zurückzulocken.

Peltz ist mit der Marke bestens vertraut. Sein Engagement reicht bis zu einer von ihm vor mehr als zwei Jahrzehnten angeführten Kampagne aktivistischer Investoren zurück. 2022 prüfte Trian bereits eine Übernahme, entschied sich dann aber dagegen. Trian und verbundene Parteien halten rund 16,3 Prozent der Aktien und wollen diesen Anteil in das Geschäft einbringen, statt ihn zu verkaufen. Anfang dieses Jahres übernahmen Trian und seine Co-Investoren den Vermögensverwalter Janus Henderson für rund 8 Milliarden Dollar und nahmen ihn von der Börse.

Warum ein Franchisenehmer am Tisch des Eigentümers sitzen will

Flynn Group bezeichnet sich als einen der größten Restaurantbetreiber der Welt. Das Unternehmen führt mehr als 3.000 Standorte von Marken wie Applebee’s, Arby’s, Panera, Pizza Hut und Taco Bell. In den Vereinigten Staaten betreibt es mehr als 340 Wendy’s-Restaurants und hält das Master-Franchise der Kette in Australien und Neuseeland. Dort, so heißt es im Angebotsschreiben, hat das Team die Speisekarte und das Gästeerlebnis modernisiert.

In ihrem Schreiben an den Wendy’s-Verwaltungsrat erklären Peltz und Greg Flynn, Vorsitzender und CEO der Flynn Group, das Unternehmen „stehe an einem entscheidenden Wendepunkt“. Sie verweisen auf den Druck auf amerikanische Verbraucher, die anhaltende Inflation bei Rohstoffen und den harten Wettbewerb zwischen Burgerketten – ebenso wie auf bevorstehende Fälligkeiten von Schulden und hohe Investitionskosten. Privateigentum würde ihrer Ansicht nach „geduldiges Kapital mit langfristigem Anlagehorizont“ bereitstellen und Franchisenehmern wie Beschäftigten Stabilität verschaffen.

Franchisenehmer und Beschäftigte haben bereits mehrere Sanierungsversuche erlebt. CNBC verweist auf den häufigen Wechsel an der Spitze von Wendy’s. Der jüngste Neuzugang, der frühere Potbelly-Chef Bob Wright, kam im Mai und kritisierte unklare Preisangebote, eine uneinheitliche Umsetzung in den Restaurants und zu viele kurzfristige Sonderaktionen. Andrew Charles, Analyst bei TD Cowen, schrieb, eine Übernahme mit anschließender Börsenabmeldung „ergebe Sinn“, da die Sanierung „angesichts der schwierigen Lage einkommensschwächerer Verbraucher und der Schwäche des Burger-Fast-Food-Segments wahrscheinlich längere Zeit in Anspruch nehmen wird“.

Ein unverbindliches Angebot ohne neue Schulden

Das Angebot ist unverbindlich. Die Investoren erklären, es komme ohne neue Schulden und ohne Finanzierungsvorbehalt aus; die bestehende Verbriefungsfinanzierung von Wendy’s solle bestehen bleiben. Das Kapital würden Trian, Flynn, BlueFive Capital und Sixth Street Partners bereitstellen. J.P. Morgan und BofA Securities beraten die Gruppe. Die Transaktion würde als Verschmelzung nach dem Recht des Bundesstaats Delaware umgesetzt und müsste von einer Mehrheit der Aktien gebilligt werden. Trian würde für das Angebot stimmen. Wendy’s hatte bereits erklärt, der Verwaltungsrat werde jeden Vorschlag von Trian prüfen; die Investoren rechnen damit, dass sich ein Sonderausschuss unabhängiger Verwaltungsratsmitglieder mit diesem Angebot befassen wird.

Das Angebotsschreiben trägt das Datum 28. Oktober 2026. Trian legte es in einer Mitteilung an die Securities and Exchange Commission offen. Das Wall Street Journal berichtete zuerst über das Angebot. Laut CNBC legten die Wendy’s-Aktien im Vormittagshandel um rund 15 Prozent zu; das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht. Die Ergebnisse für das dritte Quartal will Wendy’s am 5. November vor Börsenöffnung vorlegen.

Sollte die Transaktion zustande kommen, würde über die nächste Speisekarte von Wendy’s teilweise ein Eigentümer mitentscheiden, der sie zugleich in mehr als 340 eigenen Restaurants über den Tresen verkaufen muss.

Schlagwörter: , , , , ,

Fügen Sie uns bei Google hinzu

Diskussion

Es gibt 0 Kommentare.