Kino

Horror-Kurzfilmregisseur Faisal Hashmi setzt mit Spine Drop Pictures auf Spielfilme unter einer Million Dollar

Liv Altman
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Im Horrorfilm kann ein kleines Budget wie eine bewusste Entscheidung wirken statt wie ein Kompromiss. Ein Filmemacher aus Dubai, der jahrelang im Kurzfilmformat bewiesen hat, was damit möglich ist, will diese Disziplin nun zum Geschäftsmodell machen. Faisal Hashmi, Autor und Regisseur, bekannt für klaustrophobische Kurzfilme mit starken Ideen und unheimlichen Wendungen, hat Spine Drop Pictures gegründet. Die auf Genreproduktionen spezialisierte Firma setzt darauf, dass der junge unabhängige Filmbereich der VAE Filme braucht, die sich selbst tragen können.

Wie Deadline zuerst berichtete, gilt für das Unternehmen, dessen Start auf Halloween gelegt wurde, eine klare Vorgabe: kommerziell ausgerichtete Genrefilme mit starken Konzepten, die jeweils für weniger als eine Million Dollar entstehen. Hashmi versteht das als erzählerische Herausforderung, nicht als bloße Sparmaßnahme. „Ich habe mich immer gefragt, wie ich mit weniger Drehorten und weniger Ressourcen eine großartige Geschichte erzählen und das Konzept trotzdem so stark machen kann, dass es nicht wirkt, als wollte ich einen teuren Film für wenig Geld drehen“, sagte er dem Medium.

Zum ersten Produktionsprogramm gehören drei Spielfilme: Off Plan, Cinder und Latching. Alle stammen aus Hashmis Feder; bei allen wird er auch Regie führen. Off Plan ist eine miteinander verknüpfte Horror-Anthologie aus sechs Geschichten, die sich in einer einzigen Nacht in Dubai abspielen. Das Konzept ermöglicht es, jeden Teil als eigenständige Kurzfilmproduktion zu drehen, separat zu planen und dabei Crew und Ressourcen gemeinsam zu nutzen.

Cinder, als düsterer übernatürlicher Thriller in den entlegenen Berglandschaften der VAE angekündigt, baut auf Amber auf, Hashmis Kurzfilm von 2020. Darin gerät ein Barbier in einer abgelegenen Ortschaft an einer Landstraße in den VAE mit einem brutalen Entführer aneinander, der ein junges Mädchen verschleppt hat. Der Kurzfilm gewann beim Al Ain Film Festival in den VAE den Preis für den besten Film. Latching, von Hashmi als feministischer Besessenheits- und Rachehorrorfilm beschrieben, spielt während einer einzigen qualvollen Nacht in Karatschi, wo das Projekt derzeit für die Produktion entwickelt wird. Hashmi lebt seit Langem in den VAE und hat pakistanische Wurzeln.

Die Gründung folgt auf eine 15-jährige Laufbahn, in deren Verlauf Hashmi zehn Kurzfilme realisiert hat. Dazu gehören Amber, Wicken und Skipped, die zusammen auf YouTube mehr als drei Millionen Aufrufe erzielt haben. Kürzlich wurde Hashmi als Co-Autor von City of Life Continuum genannt, der lang erwarteten Fortsetzung von City of Life, dem Durchbruchsdebüt des emiratischen Regisseurs Ali F. Mostafa aus dem Jahr 2009. Außerdem soll er Fractal schreiben und inszenieren, einen englischsprachigen Horror-Thriller über eine Zeitschleife mit Jason Flemyng und Gabriela Vargas. Produziert wird der Film von der in Wien ansässigen Firma Pont Pictures; die Dreharbeiten in Serbien sind für 2027 geplant.

Als Vorbilder dienen ihm jüngere Erfolge mit kleinem Budget. „Wir haben international gesehen, was mit dem Erfolg von Low-Budget-Horrorfilmen mit starken Konzepten wie Obsession, Undertone und Good Boy möglich ist. In einem aufstrebenden unabhängigen Filmmarkt wie den VAE halte ich diesen Ansatz für besonders wichtig“, sagte er. Spine Drop prüft derzeit Investitionen in das Produktionsprogramm, internationale Koproduktionen, strategische Finanzierungen und Vertriebspartnerschaften für die drei Spielfilme.

Hashmis Botschaft an potenzielle Investoren ist knapp. „Eine nachhaltige Filmindustrie entsteht nicht dadurch, dass ein einziger teurer Film finanziert wird“, sagte er. „Sie entsteht, wenn man Filme macht, die ihr Publikum finden, ihre Kosten wieder einspielen und dabei helfen, den nächsten Film zu finanzieren.“

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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