Filmkritiken

Rettet Bikini Bottom: Der Sandy Cheeks Film unterhält Kinder flott, scheitert aber am Mix aus Trick- und Realfilm

Liza Johnsons Netflix-Ableger (2024) schickt Sandy und SpongeBob in 86 Minuten nach Texas.
Martha O'Hara
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Kurz nachdem sich Sandy Cheeks und SpongeBob in einem Flugzeug Richtung B.O.O.T.S. haben mitnehmen lassen, bläst ein Tornado sie vom Kurs. Der Film stellt Tempo über Ordnung, und das merkt man schon in den ersten Minuten. Liza Johnson mischt CGI-Animation mit Realfilm. Wo das gelingt, liegt es an der schieren Albernheit. Wo nicht, sind die Einfälle verbraucht, bevor sie richtig ausgespielt sind. Mit 86 Minuten ist der Film kurz, und trotzdem zieht sich manche Passage.

Die Ausgangslage ist schlicht und trägt dennoch: Bikini Bottom wird samt Einwohnern aus dem Meer gehoben, und Sandy und SpongeBob machen sich nach Texas auf, um ihre Stadt zurückzuholen. Sandys Heimatstaat als Schauplatz ist eine gute Wahl. Die Unterwasserstadt steht plötzlich auf dem Trockenen, und die beiden müssen sich an Land zurechtfinden. Das gibt dem Stoff, den man aus der Serie kennt, neuen Auftrieb, auch wenn der Film aus dem Gegensatz von Meer und Festland weniger macht, als er könnte.

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Am meisten Spaß macht Sandys Familie. Johnny Knoxville spricht ihren Bruder Randy, der mit dem Familienvan illegal Nüsse schmuggelt und der Familie damit die Polizei auf den Hals hetzt. Es folgt eine Verfolgungsjagd, an deren Ende SpongeBob und Sandy aus einer Kanone Richtung B.O.O.T.S. geschossen werden. Das ist der komischste Teil des Films. Zwischendurch bringt Randy SpongeBob den berühmten Cheeks-Pfiff bei. Craig Robinson leiht Pa Cheeks seine Stimme, Grey DeLisle mehreren weiteren Mitgliedern des Clans, darunter Ma und Granny Cheeks. Dass die Cheeks als fahrende Zirkusnummer durchs Land ziehen, liefert die wärmsten Augenblicke. Wenn Randy und SpongeBob das Pfeifen üben, ist das kleiner und menschlicher als vieles, was der Film sonst anbietet.

Schwächer ist die Schurkin. Sue Nahmee, die neue Leiterin von B.O.O.T.S., will die Bewohner von Bikini Bottom genetisch so verändern, dass sie Luft atmen, und sie anschließend klonen und als Spielzeugtiere verkaufen. Zum Test müssen Mr. Krabs, Thaddäus und Patrick herhalten: Sue will sehen, wie gern Kinder mit ihnen spielen. Am Ende entpuppt sie sich als Cyborg mit Gummihals, der sich als Mensch getarnt hat. Das sorgt für einen Lacher. Ihr Motiv, irgendwo zwischen Kuscheln und Verkaufsidee, wird aber nie so ausgeführt, dass es der Geschichte Gewicht gäbe. Ihr Mops Cuda jagt die beiden Helden bis in die Kanalisation, und als SpongeBob auf einer Achterbahn zur Klonkammer rollt, ist das grell und wirr, aber kaum spannend. Man wartet vergeblich darauf, dass sich jemand wirklich bedroht fühlt. Ein Bösewicht, der auch nur einmal ernst gemeint wäre, würde dem Film Halt geben.

Die Sprecher der Serie sind wieder dabei, allen voran Carolyn Lawrence als Sandy und Tom Kenny als SpongeBob. Sie tragen den Film. Wer die Serie mag, erkennt beide sofort. Erwachsene sollten trotzdem nicht viel erwarten. Der Film ist erkennbar für Kinder gemacht, die Gags sind direkt, und die menschlichen Nebenfiguren sind mal komisch, mal bloß laut. Ein Rezensent nannte ihn einen Kinderfilm ohne Anspruch, und ganz falsch liegt er damit nicht, auch wenn er zugibt, bei einigen Gags ein paarmal gelächelt zu haben.

Das Drehbuch schrieben Kaz und Tom Stern, die Musik stammt von Moniker. Am 2. August 2024 erschien der Film bei Netflix und war mit 12,8 Millionen Aufrufen am Startwochenende der meistgesehene Titel der Woche. Die Kritiken fielen gemischt aus. Der Guardian fand ihn „manisch unterhaltsam“, vor allem für die Kernzielgruppe, und zitierte die Vierstern-Wertung einer siebenjährigen Nichte. Ich bin weniger begeistert. Rettet Bikini Bottom: Der Sandy Cheeks Film hat ein paar gute Einfälle und eine Schurkin, die nie gefährlich wird. Im Gedächtnis bleibt der Familienvan mit Randy am Steuer und der Pfiff, den SpongeBob nicht auf Anhieb hinbekommt.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

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