Kino

Russell Crowe zeigt sich in Venedig: «What Love Builds», das Bekenntnis eines Oscar-Preisträgers, der lieber Musiker wäre

Jun Satō

Russell Crowe beschloss den vorletzten Abend der 83. Filmfestspiele von Venedig auf der anderen Seite der Kamera. What Love Builds, bei dem er Regie führt, feierte am 11. September außer Konkurrenz in der Sala Darsena seine Weltpremiere: ein Dokumentarfilm aus 45 Jahren eigenem Material, den Festivaldirektor Alberto Barbera zugleich als Konzertfilm und als «lange autobiografische Beichte» bezeichnet.

Es ist kein Film über das Kino. Er erzählt vom Parallelleben, das Crowe als Musiker geführt hat — von seinen Anfängen als jugendliche neuseeländische Rockhoffnung, als er unter dem Namen Russ le Roq auftrat, bis zu seiner heutigen Band Indoor Garden Party. Rund fünfzehn Jahre habe er an der Montage gearbeitet, sagt der Schauspieler, aus Aufnahmen von mehr als vier Jahrzehnten; auf den roten Teppich kamen statt des üblichen Ensembles seine Musikerkollegen, unter ihnen Alan Doyle, Carl Falk, Scott Grimes und Samantha Barks.

Der rote Faden ist, in Barberas Worten, eine «erklärte Vorliebe» für den Musiker- vor dem Schauspielerberuf — ein bemerkenswertes Eingeständnis von einem Mann, der für Gladiator den Oscar gewann und jahrelang zu den einträglichsten Hauptdarstellern Hollywoods zählte. What Love Builds nimmt dieses Bekenntnis wörtlich und zeichnet nach, welchen Platz die Musik in seinem Leben eingenommen hat: nicht das Hobby eines Stars, sondern das, wohin er zwischen den Rollen immer wieder zurückkehrt.

Die Platzierung außer Konkurrenz ist die ehrliche Entscheidung: Der Film jagt keinen Goldenen Löwen, er ist ein privates Archiv, öffentlich geöffnet, und sein Reiz hängt daran, wie aufrichtig ein Weltstar über die nicht verfolgte Laufbahn zu sprechen bereit ist. Das Risiko ist ebenso klar — das Promi-Selbstporträt kippt schnell in Eitelkeit — und der Erfolg entscheidet sich daran, ob 45 Jahre Material eine Geschichte ergeben und kein Erinnerungsalbum.

Halt gibt ihm die Dauer: Ein Dokumentarfilm, den ein Darsteller seit seinen Zwanzigern still dreht, ist etwas anderes als ein nachträglich zusammengestelltes Werbeporträt, denn die Bilder gehen dem Ruhm voraus und können den Musiker zeigen, bevor es den Schauspieler gab. Start und Vertrieb von What Love Builds folgen nach dem Festival; der Goldene Löwe wird am 12. September vergeben.

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