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Guillermo del Toro : der Handwerker, der Hollywood mit seinen Monstern verzauberte

Von den verwunschenen Straßen Guadalajaras zum Oscar-Ruhm: Ein Blick auf den visionären Regisseur, der das Groteske und das Schöne in seinem kinematografischen Kuriositätenkabinett zelebriert.
Penelope H. Fritz
Guillermo del Toro
Guillermo del Toro
Photo: Gabriel Brooks / CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Geboren9. Oktober 1964
Guadalajara, Jalisco, Mexico
BerufRegisseur
Bekannt fürPans Labyrinth, Shape of Water – Das Flüstern des Wassers, Pacific Rim
Auszeichnungen6 Oscar · Goldener Löwe · BFI Fellowship (2026)

Guillermo del Toro ist kein Regisseur, der Kompromisse macht. Drei Jahrzehnte lang hat er auf eine einzige These gesetzt: dass Monster — von der Gottesanbeterin in Cronos bis zum Geschöpf in Frankenstein — würdiger Mittelpunkt großer Filmkunst sind. Im Juni 2026 wählte ihn die Akademie der Filmkünste in ihren Aufsichtsrat.

Aufgewachsen in Guadalajara, Mexiko, in einem streng katholischen Haushalt, unterzog ihn seine Großmutter zwei Exorzismen, weil er Monster zeichnete, und steckte ihm Metallverschlüsse in die Schuhe als Buße. Diese Verbindung aus religiösem Schrecken und barocker Bildsprache prägte eine Fantasie, die das Groteske als ästhetische Ressource begreift. Sein Handwerk erlernte er bei Maskenbildner Dick Smith und gründete Necropia in Guadalajara. Sein Debüt Cronos (1993) gewann neun Ariel-Preise und die Kritikerpreis der Semaine de la Critique in Cannes.

Die Erfahrung mit Mimic (1997) — Harvey Weinstein schnitt den Film ohne del Toros Einverständnis um — veranlasste ihn, eine Kameratechnik zu entwickeln, die seine Erzähllogik so tief in jeden Einstellungsrahmen einwebte, dass sie im Schneideraum nicht zu entwirren war. Mit Pans Labyrinth (2006), produziert von Pedro Almodóvars El Deseo mit vollständiger künstlerischer Freiheit, erntete er eine 22-minütige Ovation in Cannes, mehr als 83 Millionen Dollar an den Kassen und drei Oscars. Der Blasse Mann wurde zum Sinnbild des Grauens, das im Faschismus wohnt.

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (2017) brachte ihm den Goldenen Löwen in Venedig, dreizehn Oscar-Nominierungen und vier Oscars, darunter Bester Film und Beste Regie. Mit Guillermo del Toros Pinocchio (2022) gewann er den Oscar für den besten Animationsfilm. Sein Frankenstein (2025) mit Oscar Isaac und Jacob Elordi erzielte neun Nominierungen und drei Oscars in handwerklichen Kategorien.

Im Juni 2026 verlieh ihm das British Film Institute seinen Fellowship — die höchste Auszeichnung, die es vergibt — und die Akademie wählte ihn in den Vorstand der Regiesparte. Als nächste Projekte plant er Fury, einen Thriller mit Oscar Isaac, sowie The Buried Giant, eine Stop-Motion-Adaption des Romans von Kazuo Ishiguro mit Ron Perlman für Netflix.

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