Kino

Erstes Bild von Thabo Rametsi als Hugh Masekela: Condon erzählt die ‚Graceland‘-Affäre im Exil in ‚The Road Home‘

Das erste Bild von Thabo Rametsi als Trompeter erzählt die 'Graceland'-Kontroverse aus der Sicht der Südafrikaner, die sie erlebten.
Jun Satō

Fast vier Jahrzehnte lang wurde Graceland als eine Geschichte über Paul Simon erzählt – sein künstlerisches Wagnis, sein Grammy, die Ethik eines amerikanischen Songwriters, der einen kulturellen Boykott durchbrach, um in Johannesburg aufzunehmen. Bill Condons The Road Home schlägt einen anderen Schwerpunkt vor. Das erste Bild von Thabo Rametsi als Hugh Masekela, die Trompete erhoben, kündigt ein Biopic an, das die Graceland-Affäre aus der Perspektive der südafrikanischen Musiker erzählen will, die den Boykott erlebten, nicht des Mannes, der ihn brach.

Wie Deadline zuerst berichtete, wurde das Porträt von den Filmfinanziers – Canal+, Studiocanal und Flora Films – veröffentlicht, während die Kameras in Südafrika weiterlaufen. Es ist der erste Blick auf Rametsi, bekannt aus dem Geiselthriller Silverton Siege, der einen Musiker verkörpert, der das Exil in ein globales Argument für sein Land verwandelte.

The Road Home verortet Masekela an einem Bruchpunkt. Als die Anti-Apartheid-Bewegung einen Boykott gegen seinen Freund Paul Simon wegen Graceland ausruft, bricht der Trompeter mit einem Mann, der Mentor und Verbündeter gewesen war, und schließt sich der Mit-Exilantin Miriam Makeba an, um die Graceland-Band zusammenzustellen – eine Supergroup, die dazu gedacht war, Südafrikas Musik und seine Anklage auf die Weltbühnen zu tragen.

Die Besetzung liest sich wie eine These. Cynthia Erivo spielt Makeba, die Sängerin, die die Welt Mama Africa nannte; Johnny Flynn ist Simon; Guy Pearce ist Trevor Huddleston, der Anti-Apartheid-Priester, der einem Teenager Masekela einst seine erste Trompete überreichte. Auf Basis eines Drehbuchs von Michael Bronner kehrt Condon zurück zum musikalischen Terrain von Dreamgirls, aber mit der moralischen Wetterlage von Gods and Monsters – der Ton, in dem er am überzeugendsten ist, wenn er Showbusiness als Stellvertreter für größere Auseinandersetzungen nutzt.

Masekela Rametsi anzuvertrauen statt einem importierten Star ist die erste ethische Entscheidung der Produktion. Eine Geschichte darüber, wer berechtigt ist, für südafrikanische Musik zu sprechen, kann es sich kaum leisten, diese Musik von außen zu äußern, und Masekelas eigene Biografie – Flucht aus dem Land nach dem Massaker von Sharpeville 1960, dann drei Jahrzehnte im Exil in Großbritannien und den USA – ist untrennbar von dem Klang, den der Film zurückgewinnen will.

Die Dreharbeiten laufen in Südafrika, bestätigen die Finanziers; das Land dient nun als Kulisse für seine eigene Geschichte – das Album, das einst eine Freundschaft spaltete, lehrt der Popmusik noch immer, dass Neutralität selbst eine Position war.

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