Filmkritiken

Die andere Zoey: Kleine Liebeskomödie, deren Verwechslungsidee mehr taugt als das Finale

Sara Zandieh inszenierte 2023 diese Amazon-Komödie mit Josephine Langford in der Hauptrolle.
Martha O'Hara
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Zoey Miller hat eine App entworfen, die Menschen per Algorithmus zusammenbringt, und am Valentinstag erklärt sie im Geschichtskurs, der Feiertag sei eine kapitalistische Erfindung. Beccas Referat über den heiligen Valentin hat sie damit gerade zerlegt. Mit dieser Figur beginnt Die andere Zoey, und es ist der klügste Einfall des Films: Seine Heldin glaubt nicht an Romantik, sondern daran, dass ähnliche Denkweisen zwei Menschen verbinden. Josephine Langford spielt die Informatikstudentin der Queens University of Charlotte mit trockenem Ernst. Man nimmt ihr ab, dass sie Gefühle für ein Rechenproblem hält.

Dann trifft sie ein Fußball am Kopf. Zack (Drew Starkey), der Fußballstar der Uni, eilt entschuldigend herbei, Zoeys Mitbewohnerin Elle (Mallori Johnson) findet das romantisch, Zoey zuckt mit den Schultern. Kurz darauf vergisst er im Campus-Buchladen, in dem sie jobbt, seine Kreditkarte. Sie läuft ihm nach, er rast auf dem Fahrrad davon und kracht in ein rückwärts fahrendes Auto. Als er zu sich kommt, ist Zoey das Erste, was er sieht, und als er ihren Namen hört, hält er sie für seine Freundin. Die heißt zufällig auch Zoey. Sara Zandieh erzählt diese Verwechslung nach dem Drehbuch von Matt Tabak ohne Umschweife, und der Film gewinnt dadurch Tempo.

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Der Arzt rät Zoey, Zack bis zur Genesung nicht aufzuregen. So sitzt sie bald am Esstisch der MacLarens: Mutter Connie (Andie MacDowell), Vater Matt (Patrick Fabian), die kleine Schwester Avery und Cousin Miles (Archie Renaux). Miles ist der Student aus der Vorlesung, der über die Liebe fast genauso denkt wie sie und verschwunden war, bevor sie es ihm sagen konnte. Das ist hübsch gebaut, denn die Lüge kostet Zoey etwas: Jede Gemeinsamkeit mit dem Falschen wird zum Beweis, dass sie beim Richtigen sitzt. Sie sagt sogar den Flug zu ihrer Mutter Paula (Heather Graham) ab, um mit der Familie ins Skiwochenende zu fahren.

Auf der Piste bringt Miles ihr das Snowboarden bei, und zwischen den beiden knistert es spürbar. Langford und Renaux haben eine lockere, neckende Chemie, die ohne große Gesten auskommt. Im Whirlpool küssen sie sich, kaum dass sie einen Moment allein sind. Am nächsten Morgen erwähnt Zack Miles‘ Freundin, Zoey stellt Miles zur Rede, und er erklärt ihr, dass die beiden polyamor leben. Der Film nutzt das vor allem als Hindernis für Zoeys Schwärmerei und kaum als Thema. Man hätte sich mehr davon gewünscht, auch weil die Figuren dazu einladen.

Den stärksten Teil des Films erlebt Zoey danach, enttäuscht von Miles, bei Zack. Sie bleiben einen Tag lang im Haus, spielen, kochen und reden. Am Ende sagt sie, sie hoffe, dass er sich an diesen Tag erinnere, wenn sein Gedächtnis zurückkehrt. Das ist der Moment, in dem die Komödie leiser wird und Starkey, der bis dahin vor allem charmant verwirrt wirken durfte, etwas Wärme zeigt. Auf der Rückfahrt steht dann die echte Zoey vor ihr und wirft ihr Identitätsdiebstahl vor. Zoey erklärt alles und entschuldigt sich, und Avery platzt heraus, dass sie die falsche Zoey lieber mag.

Danach verliert der Film an Spannung. Zurück auf dem Campus kursieren wilde Gerüchte über Zoey, sie überwirft sich mit Elle, weil die sie zum Lügen überredet hatte, und sie versöhnen sich später wieder. Becca bietet ihr an, ihr Image aufzubessern, indem sie eine Website für das Jam Fest baut. Das ist viel Nebenhandlung für wenig Ertrag. Die Prämisse mit Amnesie und verwechselter Identität ist alt, und die zweite Hälfte tut zu selten etwas, das man nicht ahnt. Auch Connie und Matt bleiben als Eltern Stichwortgeber, und Paula, die Mutter, kommt kaum dazu, die Figur zu prägen.

Trotzdem hat Die andere Zoey seinen Charme, und der liegt vor allem in Langfords Zoey. Sie ist klug, ein bisschen rechthaberisch und merkt zu spät, dass ihre Theorie von der Liebe als Passung von Denkweisen auch gegen sie arbeiten kann. Der Film, im Oktober 2023 in wenigen Kinos und bei Amazon Prime Video gestartet, ist leichte Unterhaltung für einen Winterabend: freundlich, vorhersehbar und an seinen besten Stellen, den ruhigen Szenen zwischen Zoey und Zack, überraschend sanft.

Besetzung

Fotos: The Movie Database (TMDB)

  • Olive Abercrombie — Avery Maclaren

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