Kino

Georgiens Oscar-Kandidat Guria gewinnt den Hauptpreis der Asia Pacific Screen Awards

Levan Koguashvilis Komödie über einen Haselnussbauern schlägt Hamaguchi, Thailands Sompot Chidgasornpongse holt den Regiepreis
Jun Satō
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Das Schlüsselwort bei den diesjährigen Asia Pacific Screen Awards war kein Filmtitel, sondern eine Arbeitsweise. Alle Filme im Rennen um den Preis für den besten Film waren grenzüberschreitende Gemeinschaftsproduktionen. Ausgezeichnet wurde schließlich ein Film, der seinen Flickenteppich ganz unaufgeregt trägt: Levan Koguashvilis „Guria“, eine trocken erzählte georgische Komödie über einen eigensinnigen Haselnussbauern, finanziert mit Partnern von der Schweiz und Luxemburg bis nach Norwegen und Saudi-Arabien.

Wie Variety zuerst berichtete, nahm Koguashvili den Preis gemeinsam mit den Produzenten Olena Yershova und Boris Frumin entgegen, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat. „Guria“ setzte sich gegen Ryusuke Hamaguchis All of a Sudden durch, der die Nominierungen angeführt hatte und nun leer ausging, ebenso wie gegen Abinash Bikram Shahs Elephants in the Fog und Shahrbanoo Sadats No Good Men. Den Vorsitz der internationalen Jury führte die Kamerafrau Mandy Walker.

Der Sieg ist ein willkommenes Aushängeschild für Georgiens Oscar-Kampagne. Der Film spielt 1992 im verarmten, postsowjetischen Westen des Landes und begleitet Zuriko (Kakhaber Tcholadze), einen Witwer, der das niedrige Angebot italienischer Käufer für seine Ernte ablehnt, während sein bester Freund nach einer neuen Frau sucht, die seiner durchsetzungsstarken früheren Schwiegermutter gefallen könnte. Im September feierte der Film in Venedig in der Sektion Spotlight Premiere. Er ist Georgiens Beitrag für den Oscar als bester internationaler Film bei der 99. Oscarverleihung – ein Weg, den Koguashvili mit Brighton 4th, Georgiens Einreichung für die 94. Academy Awards, bereits beschritten hat.

Den Preis für die beste Regie erhielt Sompot Chidgasornpongse für 9 Temples to Heaven, ebenfalls ein Oscar-Beitrag aus Thailand und sein erster fiktionaler Langfilm. Darin versucht eine neunköpfige thailändische Familie, an einem einzigen Tag neun Tempel zu besuchen, nachdem eine Wahrsagerin den unmittelbar bevorstehenden Tod der Großmutter vorhergesagt hat. Sompot arbeitete jahrelang als Regieassistent für Apichatpong Weerasethakul, der hier als Produzent mitwirkt. Der Film wurde bei der Quinzaine des Cinéastes in Cannes gezeigt und gewann später in London den Sutherland Award für den besten Debütfilm. Aung Phyoe aus Myanmar erhielt für Fruit Gathering eine besondere Erwähnung.

Die afghanische Filmemacherin Sadat gewann mit No Good Men den Großen Preis der Jury. Pushpa Thing Lama aus Nepal wurde für Elephants in the Fog als beste Darstellerin ausgezeichnet, während der koreanische Nachwuchsschauspieler Sim Su-bin für The World Before den Preis als bester Nachwuchsdarsteller erhielt. The Violinist, gemeinsam inszeniert von Ervin Han aus Singapur und Raúl García aus Spanien, gewann als bester Animationsfilm. Der vietnamesische Kameramann Nguyễn Vinh Phúc wurde für Hearing geehrt. APSA-Vorsitzende Tracey Vieira sagte, am schönsten sei es gewesen, „die Stärke der Zusammenarbeit hinter diesen Filmen zu erleben und zugleich zu sehen, wie aufregende neue Filmtalente hervortreten“.

Der APSA Academy Film Fund der Motion Picture Association unterstützte 2021 9 Temples to Heaven. Darauf verwies die Präsidentin der Motion Picture Association für den asiatisch-pazifischen Raum, Urmila Venugopalan, in ihrem Glückwunsch und betonte, wie wichtig Unterstützung „von den allerersten Entwicklungsphasen an“ sei. Am selben Abend vergab der Fonds fünf neuen Projekten jeweils 10.000 US-Dollar, darunter Payal Kapadias A Memory of Being Here. Es ist dieselbe Förderung in der Drehbuchphase, mit der fünf Jahre zuvor der Film den Anstoß erhielt, der gerade den Preis für die beste Regie gewonnen hatte.

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